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Das ist Haute Couture.

Foto: Imago

Schick, schick!

Wie Frankreichs Modewelt durch deutsche Touristen in die Puschen kommt

Von Ulrich Hammerschmidt
erschienen am 17.07.2017

Wir trinken Chianti und sagen Schianti dazu, wenn wir in der Toskana Wein bestellen. Doch in Wahrheit mögen wir viel lieber Bier, selbst zur Pasta. Und nicht selten lässt sich unser Bierkonsum am Bauch ablesen, der die Gürtellinie der hellbraunen Bermudas weit überschreitet. Blasse Stachelhaarbeine, kurze Hosen - so sieht man uns auch abends in etwas besseren Restaurants. Das, was der Italiener eine "bella figura" nennt, geben wir damit wirklich nicht ab.

Deutsche Urlauber sind eine Spezies, die man im Ausland oft auf den ersten Blick als Homo germanicus erkennt. Doch es geht noch tiefer, viel tiefer. Den Boden des Louvre oder der Uffizien berührt der Pauschalreisende aus Deutschland, ist ein Museumsbesuch im Preis inklusive, oft in Flipflops oder Sandalen, die er selbst bei den hitzigsten Temperaturen mit Strümpfen trägt. An der Wand hängt die Mona Lisa. Und lächelt herab auf etwas, was jedem Hochkulturfreund wie eine Nadel ins Auge sticht: weiße Socken.

Pommes rot-weiß, das sind Fritten mit Ketchup und Mayo, für die der wahre Deutsche selbst Tagliatelle mit Schwarzen Trüffeln beiseite schiebt. Und weiß-rot sind die Farben der Teutonen, die sie im sonnigen Ausland so unverwechselbar machen: Baumwolle an den Füßen, verbranntes Gesicht. So sieht man uns Deutsche durch die Straßen stapfen. Zuvor haben wir die Liege am Pool mit einem Strandtuch für den nächsten Tag reserviert.

So sind wir eben. Aber natürlich nicht alle. Doch plötzlich wollen alle sein wie wir. Französische Topmodels. Coole Pariser Schüler. Oder die Schaufensterpuppen im Nobelkaufhaus BHV an der Rue de Rivoli. Wer schick aussehen will, trägt deutsche Badelatschen und weiße Socken, wie sie der Rapper Alrima mit dem Song "Claquettes Chaussettes" besingt und in einem millionenfach geklickten Video zeigt. Damit haben die Musiker aus Paris einen Trend kreiert. Er kann also doch für etwas gut sein - unser schlechter Geschmack.

 

 
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Onkel-Max-Frage
Warum hält ein Ei dem Druck der Handinnenflächen stand?
Onkel Max
Tomicek

Warum lässt sich ein Hühnerei, das man an beiden runden Spitzen zwischen den Handinnenflächen hält, auch bei großem Kraftaufwand nicht zerdrücken? (Diese Frage hat Wolfgang Weigel aus Lauter-Bernsbach gestellt.)

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