Erst kommt das Fressen

Worauf Wellensittichdamen bei der Männerwahl achten

Schielt ein Mensch, dann hat er uns etwas zu sagen: sein schiefer Blick. Und zwar je nachdem, über welche Schulter er fällt. Links bedeutet: Das Gegenüber denkt über die Zukunft nach. Rechts heißt: Ich weiß im Moment nicht, wie ich mich entscheiden soll, wäge ab. Psychologen lieferten die Deutung solcher Körpersignale - und vor allem Verkäufer bekommen diese Theorie vom Rechts-links-Schulterblick beigebracht, damit sie ihren Kunden ein wenig in die Köpfe schauen können.

Auch Mona Lisa schielt. Und das war bisher eines ihrer vielen Rätsel neben dem nebulösen Lächeln. Nun haben Wissenschaftler der Universität Bielefeld der Dame auf Leonardo da Vincis Gemälde tief in die Augen schauen lassen. Haben ihre Probanden gefragt: Wohin blickt "La Gioconda"? 2000 Messwerte wurden dabei gesammelt. Woraus sich ergab: Mona Lisa sieht nicht direkt in die Augen ihrer Betrachter, ihr Blickwinkel liegt exakt 15,4 Grad daneben - über der Schulter, rechts!

Man weiß bis heute nicht, wer die Porträtierte wirklich gewesen war. Oder ob sich Leonardo da Vinci, der vor 500 Jahren starb, die mutmaßliche Italienerin nur ausgedacht hat. Als Idealfrau sozusagen. Wie auch immer: Die Blickrichtung der Dame, die in Öl im Pariser Louvre hängt, wäre also geklärt. Und damit indirekt auch, warum sie so hintersinnig lächelt. Sie schaut über die rechte Schulter des Gegenübers. Sie will was. Oder wen. Einen Mann vielleicht. Und wägt ab. Den oder den?

Zu den mindestens 1000 Theorien, die "La Gioconda" umranken, kommt somit eine weitere Vermutung hinzu: Mona Lisa war auf Männerfang. Welchen Typ hätte sie bevorzugt. Einen schönen? Einen reichen. Einen klugen? Was Wellensittichweibchen wünschen, haben chinesische und niederländische Forscher im Magazin "Science" publiziert: Die Vogeldame findet Männchen attraktiv, die clever sind - und lässt dafür selbst ihren alten Partner sitzen. Einigen Männern im Pulk wurde beigebracht, wie man Futterboxen mit dem Schnabel öffnet. Diese Schlauheit, so stellten die Wissenschaftler fest, mache sie begehrenswert. Auf innere Werte kommt es also an! Wirklich? Dazu Bert Brecht: Erst kommt das Fressen - dann die Moral.

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