Bahnlinie nach Leipzig rechnet sich

Lange wurde geprüft, ob die Strecke Chemnitz-Leipzig ausgebaut werden kann. Nun liegt wohl ein Ergebnis vor. Das scheint besser als gedacht.

Beim geplanten Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig scheint die nächste und größte Hürde geschafft: Das Vorhaben, mit dem die Region an das IC-Netz angeschlossen werden soll, hat offenbar bei der vom Bundesverkehrsministerium geforderten Kosten-Nutzen-Analyse eine positive Bewertung erhalten. Eine Voraussetzung, dass das Projekt die entsprechende Priorität im Verkehrswegeplan bekommt und finanzierungswürdig für den Bund ist.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte gestern jedenfalls bei einem Empfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Chemnitz, dass die Bewertung positiv ausgefallen sei. Der Ausbau werde kommen, so Kretschmer. Er dankte den IHK-Vertretern für ihr Engagement im Kampf um die Strecke. Die Bewertung hat dabei wohl sogar ein klares Ergebnis gebracht. Bei einem Wert von unter 1,0 wäre das Projekt durchgefallen. Herausgekommen ist aber Kretschmer zufolge ein Wert von 1,6, wie Gäste des Empfangs berichteten. Damit würde die Strecke automatisch in den vordringlichen Bedarf des Plans aufsteigen.

Beim Bundesverkehrsministerium wollte man die Nachricht weder bestätigen noch dementieren: Der Bewertungsprozess für die Projekte, die noch im potenziellen Bedarf und damit auf der Warteliste stehen, laufe derzeit noch. Sobald dieser abgeschlossen sei, werde man über die Ergebnisse berichten, hieß es. Im Verkehrsministerium in Dresden gab man sich derweil unwissend: Bisher habe man keine verlässlichen Informationen vorliegen, hieß es.

"Überschäumende Freude" äußerte indes der Chemnitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich. "Wenn dem so ist, zeigt es, dass wir erfolgreich miteinander gekämpft haben", so Heinrich. Sein SPD-Kollege Detlef Müller sprach von einem "Riesenerfolg", das Vorhaben durchgebracht zu haben.

Um Ausbau und Elektrifizierung der 81-Kilometer-Strecke wird seit Jahren gerungen. Das Projekt hatte es erst im zweiten Anlauf in den Verkehrswegeplan geschafft. Nach einer ersten Vorplanung aus dem Jahr 2014 würde der Ausbau acht Jahre dauern. Um die Bedingungen auf der Strecke schon in absehbarer Zeit zu verbessern - das alte Wagenmaterial der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) sorgt regelmäßig für Kritik - bemüht sich der Betreiber nach Informationen der "Freien Presse" derzeit darum, anderes, gebrauchtes Wagenmaterial zu beschaffen.

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3Kommentare
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    Zeitungss
    17.02.2018

    Die beiden "Kämpfer" von CDU & SPD sollten sich mit ihrer Vorfreude etwas zurückhalten, es handelt sich hier NUR um die Bahn und NICHT um die Autobahn, warten wir es ab.

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    Zeitungss
    15.02.2018

    Kam endlich die Zustimmung vom Chef des VDA ??????

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    Märzenhase
    15.02.2018

    Sehr schön!!!



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