Das Derby - Triumphe und Tränen

Zum 14. Mal kreuzen Aue und Dresden am Sonntag in der 2. Fußball-Bundes-liga die Klingen. Es geht um wichtige Punkte im Abstiegskampf, aber auch ums Prestige. So wie in vielen Duellen zuvor.

Aue.

Die Derby-Bilanz spricht für den FC Erzgebirge Aue. In 13 Zweitligapartien gegen Dynamo Dresden verließen die Lila-Weißen das Spielfeld siebenmal als Sieger. Viermal gewannen die Schwarz-Gelben, zweimal trennten sich beide Mannschaften remis. In den Derbys fielen bisher 39 Tore. Aus Sicht der Veilchen lautet das Torverhältnis 22:17. Keines der Spiele ging 0:0 aus. Das erste Aufeinandertreffen der sächsischen Traditionsvereine im Unterhaus des deutschen Fußballs gehörte gleich zu den torreichsten. "Freie Presse" blickt zurück auf dieses Spiel und weitere packende Duelle - auf Triumphe und Tränen.

28. November 2004: Aue - Dresden 4:1. "Ich dachte: Ich hau' einfach mal drauf. Na ja, das Ding hat halt gepasst", kommentiert Aues Matthias Heidrich cool sein Traumtor. Der "Notlibero", der die nacheinander verletzt ausgeschiedenen Jörg Emmerich und Holger Hasse auf dieser Position glänzend vertritt, trifft aus 25 Metern zum 4:1-Endstand ins Dreiangel. Zuvor schlägt der polnische Torjäger Andrzej Juskowiak vor 16.500 Zuschauern zweimal zu und auch Ersin Demir ist für Aue erfolgreich. Klemen Lavric netzt für die Dynamos ein, die das brisante Duell um die "Nummer eins" im Freistaat deutlich verlieren.

1. November 2005: Dresden - Aue 1:4: Im dritten Zweitligaspiel gegeneinander - davor hat Dresden mit 1:0 gewonnen - zeigt das Team von Coach Gerd Schädlich vor knapp 20.000 Fans eine starke taktische und spielerische Leistung. Schon nach sechs Minuten köpft Juskowiak zum 1:0 ein. Demir besorgt das 2:0, erneut Juskowiak und Tomas Klinka erzielen die weiteren FCE-Tore, ehe dem Australier Joshua Kennedy der Ehrentreffer gelingt. Die Dresdner schleichen mit hängenden Köpfen vom Platz und Trainer Christoph Franke drückt seinen Frust deutlich aus: "Wir haben, auf deutsch gesagt, beschissen gespielt."

30. September 2012: Dresden - Aue 3:1: "Veilchen gehen an der Elbe baden", titelt die "Freie Presse" nach der Partie, nach der FCE-Trainer Karsten Baumann in der Kritik steht. Der damalige Aue-Präsident Bernd Keller stützt ihn jedoch: "Der Trainer steht nicht zur Disposition, niemals." Niemals ist im schnelllebigen Fußballgeschäft indes ein gefährliches Wort. Immerhin hält Baumann noch sieben Monate im Lößnitztal durch, dann wird er entlassen. In Dresden, wo der FCE zunächst viele Chancen ungenutzt lässt, trifft der Franzose Roman Brégerie zum 1:0 und 2:0. Jakub Sylvestr schafft vor knapp 30.000 Zuschauern den Anschlusstreffer, doch Tobias Jänicke versetzt zehn Auern den K.o.-Schlag. Kevin Schlitte hatte in der 61. Minute Gelb-Rot gesehen.

17. April 2014: Aue - Dresden 2:0: Nach dem wichtigen Spiel können die Gastgeber, die die 40-Punkte-Marke knacken, für das zehnte Jahr in der Zweiten Liga planen. Aue biegt durch ein Kopfballtor von Michael Fink - nach Eckball des heutigen Dresdners Rico Benatelli - auf die Siegerstraße ein. Frank Löning besorgt nach einem Patzer von Benjamin Kirsten das 2:0. Der Dynamo-Keeper boxt weit vor seinem Tor stehend den Ball zum Auer Stürmer, der aus etwa 30 Metern ins leere Gehäuse trifft. "Genau auf diese Situation habe ich spekuliert", verrät Löning nach dem Sieg augenzwinkernd. Dresden muss am Saisonende in die Relegation gegen Bielefeld und steigt in die 3. Liga ab. Trainer Olaf Jansen wird entlassen.

18. September 2016: Dresden - Aue 0:3: Erneut erklingt das Steigerlied im Dynamo-Stadion. Nach dem 3:0 im Sachsenpokal gewinnen die Veilchen auch das Punktspiel mit drei Toren Unterschied - und die lila-weißen Fans schmettern begeistert die Bergmannshymne. Fabio Kaufmann, Simon Skarlatidis und Pascal Köpke erzielen die Treffer für die clever agierende Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev. Vor über 30.000 Zuschauern versuchen die Elbestädter zwar alles, so landet noch ein Kopfball von Marco Hartmann am Aluminium, doch nach der Partie muss Trainer Uwe Neuhaus konstatieren: "Das ist bitter und tut weh."

26. Februar 2017: Aue - Dresden 1:4: Bittere Momente erleben diesmal die Erzgebirger, die nach der deftigen Klatsche ausgepfiffen werden. "Das hat mir sehr wehgetan. Dafür bin ich verantwortlich und kann nicht so tun, als ob nicht passiert wäre", sagt Pavel Dotchev drei Tage später auf einer Pressekonferenz, auf der er seinen Abschied aus Aue verkündet. Nachfolger wird Domenico Tedesco, der mit dem Team die Klasse hält. Die Niederlage gegen Dresden, die Jannik Müller, Niklas Kreuzer und Stefan Kutschke (2) - den Ehrentreffer erzielt Dimitrij Nazarov - besiegeln, schmerzt trotzdem.

3. Dezember 2017: Dresden - Aue 4:0: Erneut muss Martin Männel viermal hinter sich greifen und Verantwortliche und Spieler sind schwer enttäuscht. "Diese Nieder- lage gehört zu den negativen Top 3 meiner Karriere", sagt Christian Tiffert. Dennis Kempe lässt beim Gang in die Kabine seine Wut mit einigen nicht druckreifen Ausdrücken heraus. Vom äußerst schwachen Auftritt seiner Männer ist auch Trainer Hannes Drews bedient. Ziemlich hilflos muss er mit ansehen, wie die Partie bereits kurz nach der Halbzeit durch Tore von Lucas Röser, Rico Benatelli und Florian Ballas entschieden ist. Erich Berko setzt den Schlusspunkt.

6. Mai 2018: Aue - Dresden?

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