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Konzentriert und engagiert: Anton Fink, gegen Zwickau wieder Kapitän des Chemnitzer FC.

Foto: Kerstin Kummer/PICTURE POINT

Mit oder ohne Kapitänsbinde - CFC-Profi Anton Fink ist in der Pflicht

Erst ein Tor hat Anton Fink 2017 erzielt - ein Fakt, der den nach Fabian Stenzel dienstältesten CFC-Profi wurmt. Fans wie Spieler selbst hoffen, dass der Knoten bald wieder richtig platzt. Am besten schon am Samstag in Kiel.

Von Thomas Scholze
erschienen am 21.04.2017

Chemnitz. Plötzlich lag die Kapitänsbinde wieder vor seinem Spind. Anton Fink streifte sie über den linken Arm, führte seine Mannschaft aufs Feld und zum 2:1-Sieg im Halbfinale des Sachsenpokals gegen Zwickau. Wie in alten Tagen. 20 Monate lang war Fink bis März 2016 schon einmal Spielführer des himmelblauen Ensembles. Dann, mitten im Abstiegskampf, in der eigenen Torkrise, zwei Wochen nach dem Trainerwechsel und direkt nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Würzburg, beschloss der Bayer, nicht mehr Kapitän zu sein, damit einen Impuls zu setzen, das Team aufzurütteln. Das Ergebnis ist bekannt: Der CFC befreite sich aus dem Drittligakeller, Anton Fink traf wieder die Kiste (bis Saisonende noch viermal), der Frust war verflogen.

Kann man so etwas wiederholen? Ein neues Signal, diesmal andersherum? "Das ist zu viel der Interpretation", sagt Fink selbst, "aus dem Mannschaftsrat stand am Mittwoch keiner in der Startelf, ich war derjenige, der am längsten im Verein und deshalb in der Pflicht ist. Davor drücken werde ich mich nicht." Das erwartet auch sein Trainer. "Anton ist mit seiner Klasse und seiner Erfahrung einer unserer wichtigsten Spieler, einer, mit dem mit auch abseits der Spieltage Dinge bespricht und von dem man erwarten muss, dass er auf dem Platz eine Führungsrolle übernimmt", sagt Sven Köhler.

"Fußballgott", rufen die CFC-Fans, wenn der Stadionsprecher bei der Ansage der Mannschaftsaufstellungen Anton Finks Namen nennt. Zwölf Tore hat der 29-Jährige in dieser Saison erzielt, zudem zehn Treffer vorbereitet - trotzdem hat das Denkmal Kratzer bekommen. "Die Hinrunde war ordentlich, mit der Rückrunde kann ich nicht zufrieden sein", sagt die Chemnitzer Nummer 9 selbst, "nur ein Tor, per Elfmeter beim 1:0 in Mainz - das ist natürlich zu wenig. Ich werde nun mal an Toren gemessen. Andererseits ist es auch ein bisschen zu einfach, das Thema darauf zu reduzieren: Fink schießt ein Tor - also war er gut. Fink trifft nicht - also war er schlecht. Solche Einschätzungen höre ich, sie gefallen mir nicht."

Sven Köhler weiß, warum beim 113-fachen Rekordtorschützen der 3. Liga in dieser Saison nicht alles rundläuft: "Anton hat erst durch eine Erkrankung aussetzen müssen, war auch zu Beginn der Rückrunde angeschlagen. Trotzdem hat er zum Beispiel gegen Zwickau großen Einsatz gezeigt. Und er ist nach wie vor an den meisten Toren beteiligt. Wenn er jetzt selbst noch trifft, wäre das freilich nicht schlecht."

Zum Beispiel am Samstagnachmittag (Anstoß 14 Uhr) in Kiel. 2:2 trennten sich die Mannschaften im Hinspiel, Fink legte beide Chemnitzer Tore für Daniel Frahn auf. "Das wird eine harte Nuss", weiß Anton Fink, "vor allem nach dem langen Pokalfight und der kurzen Regenerationszeit. Aber wir wollen dort etwas holen." Anders als im Vorjahr, als der CFC an der Ostsee nach 1:0-Führung noch 2:5 baden ging. Philip Türpitz, damals Doppeltorschütze, fehlt am Samstag ebenso verletzt wie mit Kevin Conrad, Marc Endres, Berkay Dabanli und Jamil Dem ein ganzes Defensiv-Quartett. Aufs Feld führen wird das Team wahrscheinlich Tim Danneberg (er gehört neben Conrad und Frahn zum Mannschaftsrat), Anton Fink dürfte das Kapitänsamt schon wieder los sein. "Das spielt keine Rolle", sagt er, "ich hänge mich voll rein und sage, was ich denke - ob mit oder ohne Binde."

Voraussichtliche CFC-Aufstellung: Kunz - Bittroff, Reinhardt, Mbende, Cincotta - Danneberg, Jopek - Mast, Fink, Grote - Hansch.

 
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