Der Stress eines jungen Basketballers

Daniel Mixich hat sich nach dem knappen Sieg mit der BV Chemnitz noch am Sonntagabend auf den Weg zur Nationalmannschaft gemacht.

Das Zittern und Bangen hatte seinen Höhepunkt erreicht. Noch 5,8 Sekunden waren am Sonntagabend in der Hartmannhalle zu spielen. Die Basketballer der BV Chemnitz lagen gegen Schlusslicht Ehingen (Baden-Württemberg) mit 58:57 vorn. Doch der Gegner hatte Ballbesitz und damit die Chance, die Partie noch für sich zu entscheiden. Der Wurf ging daneben - die Niners konnten sich von 1546 Fans feiern lassen.

Mitten im Getümmel: Daniel Mixich. Der 17-Jährige konnte den dritten Saisonerfolg jedoch nicht genießen. Er war im Stress. "In einer halben Stunde wollen wir los. Unser Nachwuchsleiter Christian Meichsner fährt mich nach Heidelberg zum Lehrgang der U-18-Nationalmannschaft", berichtete Mixich. Der Aufbauspieler war im Sommer von Drittligist Eintracht Stahnsdorf nach Chemnitz gewechselt und hat hier einen Vertrag bis 2017 unterschrieben. "In den nächsten beiden Jahren mache ich mein Abi, und im dritten Jahr will ich mich auf Basketball konzentrieren", erklärte der gebürtige Berliner. Seine Eltern sind beide Rumänen, die vor gut 20 Jahren nach Deutschland auswanderten. "Meine Großeltern wohnen noch in Siebenbürgen in der Nähe von Timisoara. Im Sommer fahren wir immer für vier Wochen hin", berichtete Daniel Mixich, der fließend rumänisch spricht.

Sein großes Ziel ist es, für die deutsche Nationalmannschaft aufzulaufen. Und der 17-Jährige hat es schon weit gebracht. Bei den Niners erhält er bereits lange Einsatzzeiten. So war er gegen Ehingen knapp 28 der insgesamt 40 Spielminuten auf dem Parkett. "Für mich ist es eine Riesen-Ehre, so viel Spielzeit zu bekommen. Dafür bedanke ich mich beim Trainer", betonte Mixich. Seinen Coach Kai Buchmann kenne er seit seinem achten Lebensjahr. Buchmann war es auch, der Daniel Mixich von dessen erstem Verein BG Zehlendorf zum Männer-Drittligisten nach Stahnsdorf geholt hatte. "Er macht auch in Chemnitz einen sehr guten Job", sagte der Nachwuchs-Korbjäger. Dasselbe treffe auf Felix Schreier zu, der nach fünf Spielen beurlaubt wurde. "Von ihm habe ich viel Neues gelernt", so Mixich.

Gegen die noch sieglosen Ehinger konnte die BV ihre Zweitligatauglichkeit nicht nachweisen. "Wir müssen uns in der Offensive steigern, an den Würfen arbeiten", resümierte der 17-Jährige. Er hoffe, dass Top-Scorer Levi Knutson schnell zurückkehrt. Der US-Amerikaner musste in den letzten beiden Partien wegen Knieproblemen passen. Wie die BV gestern mitteilte, ist bei Knutson nur eine Sehnenreizung diagnostiziert worden, sodass er bald ins Team zurückkehren kann.

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