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An der Spitze: Yannik Schuhmacher (rechts) holte drei Mal Gold bei den Landesjugendspielen.

Foto: Sven Mehnert Bild 1 / 2

Feuer und Flamme für schnelle Runden

Yannik Schuhmacher ist eines der größten Talente des Eisschnelllauf-Clubs aus Chemnitz. Auf seinem Weg zu weiteren Erfolgen muss er bald eine wichtige Entscheidung treffen.

Von Peggy Schellenberger
erschienen am 14.02.2018

Am kommenden Montag werden die Chemnitzer Eislaufsportler den Wettkampf von Nico Ihle bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang mit besonderer Spannung verfolgen. Denn dann tritt der Chemnitzer Lokalmatador in seiner Paradedisziplin, den 500 Metern, an. Auch für Eisschnelllauftalent Yannik Schuhmacher gehört der Vizeweltmeister zu den Vorbildern.

Tag für Tag drehen die zahlreichen Talente des Eisschnelllauf-Clubs (ECC) auf der Freiluftbahn im Eissportkomplex Küchwald ihre Runden und feilen an Technik und Bestzeiten. Yannik Schuhmacher, der dreimal pro Woche am Bundesstützpunkt trainiert, gehört zu den besten Nachwuchssportlern des Vereins. Dem Zehnjährigen wurde kürzlich eine große Ehre zuteil. Er durfte während der Eröffnungszeremonie der Landesjugendspiele in Chemnitz die Fackel von seiner Trainingskollegin Mia Meinig übernehmen und das Feuer entzünden. "Ich war ziemlich aufgeregt, ob das alles gut geht. Aber es hat geklappt, und ich bin ziemlich stolz auf solch ein Erlebnis", berichtet er. Und der junge Sportler räumte anschließend gleich drei Goldmedaillen bei den Titelkämpfen ab.

Seine Jagd auf Edelmetall hat er vor zweieinhalb Jahren begonnen, als er über ein Schnuppertraining zum ECC kam. "Davor war ich mit meinen Eltern oft beim öffentlichen Eislaufen, sodass es nicht ganz neu für mich war", so der Kufenflitzer. Es sei die Geschwindigkeit auf dem Eis, die ihn so fasziniere, erklärt der Viertklässer. Natürlich ist der dreifache Weltcupsieger Nico Ihle, der für die Chemnitzer Skatergemeinschaft startet, sein größtes Vorbild. "Ich war leider nicht da, als er mal zu Besuch in unserem Verein war, aber die Chance kommt bestimmt noch einmal", hofft Yannik Schuhmacher.

Der 1,47 Meter große Eisschnellläufer träumt wie alle seine Vereinskollegen davon, einmal in die Fußstapfen des Idols zu treten. "Für mich wäre der Sieg beim Sachsen-Thüringen-Pokal ein wichtiges Ding. Bisher führe ich nach drei Läufen", berichtet er. Mit dem aktuell Zweitplatzierten Fritz Mehnert sitzt ihm der beste Kumpel als größter Konkurrent im Nacken. Anfang März steigt in Erfurt der vierte und letzte Lauf der Pokalserie.

Vorerst nicht mehr dabei sein wird Ingrid Maeser, die Trainerin von Yannik und Co. Sie wurde nach 50 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit in der vergangenen Woche feierlich von allen Mitgliedern des ECC verabschiedet. "Ich hatte schon eine Träne im Auge, meine Trainingsgruppe zurücklassen zu müssen", sagte die 70-Jährige, die nach einer ausgedehnten Urlaubspause ab Herbst allerdings auf ehrenamtlicher Basis zurückkehren möchte.

In der Zwischenzeit steht für Yannik Schuhmacher eine ganz wichtige Entscheidung an. "Er ist derzeit hin- und hergerissen, ob er ab der fünften Klasse auf die Sportschule geht oder weiter mit seinen Klassenkameraden am Chemnitzer Schulmodell bleibt", erklärt seine Mutter Daniela Schuhmacher. Tägliches Training inklusive Profilsport und dem Lernen mit weiteren Leistungssportlern reize den Eisschnellläufer. "Ich bin derzeit zu 75 Prozent für die Sportschule. Ein bisschen Zeit bleibt ja noch", sagt er.

Unabhängig davon, wo die schulische Laufbahn hingeht, bekommt er vollste Unterstützung von seiner Familie. Sogar Oma Brigitte Eisold ist als Fahrdienst zum Training und als lautstarke Anhängerin bei den Wettkämpfen immer voll eingespannt. "Das ist mein kleiner Fanclub, und sie sind fast immer dabei", sagt der Zehnjährige, der auch am kommenden Wochenende bei den Sächsischen Meisterschaften in Dresden wieder auf seine Eltern und die begeisterte Oma zählen kann. Und auch die Auftritte von Nico Ihle bei den Olympischen Spielen in Südkorea wird die Familienbande mit gedrückten Daumen gemeinsam am TV verfolgen.

 
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