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Die Plakate sind gedruckt, mit dem Karl-Marx-Denkmal an der Brückenstraße ist der perfekte Start- und Zielbereich gefunden: Das Organisationsteam um Klaus Kleinertz, Peggy Baumann und Martin Arzt (von links) fiebert dem Internationalen Chemnitzer Citylauf am 9. September entgegen.

Foto: Toni SöllBild 1 / 2

Nachtlauf statt Marathon mit Start und Ziel am Marx-Kopf

Um die Laufveranstaltung in Chemnitz wieder attraktiver zu machen, hat sich das Organisations- team jetzt Profis ins Boot geholt. Die Neuauflage soll zu einem bunten Großereignis werden.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 09.08.2017

Es ist nicht mal mehr ein Viertel so viel Strecke zu laufen, doch der Weg soll steil nach oben gehen: Der Chemnitz-Marathon soll in diesem Jahr erstmals durch einen Internationalen Chemnitzer Citylauf (ICC) ersetzt werden. Mit Strecken über 3,33 und 10 Kilometer sowie einem Kinderlauf über 400 Meter. Premiere soll am 9. September sein, Start ist 19 Uhr. Und nicht nur die deutlich kürzeren Strecken - beim Marathon werden 42,195 Kilometer zurückgelegt - sollen wieder mehr Läufer anlocken. Auch das gesamte Ambiente soll den Lauf attraktiver machen und wieder mehr Interesse für die Veranstaltung wecken.

Im vergangenen Jahr waren 1200 Läufer beim Chemnitz-Marathon am Start, beim eigentlichen Hauptlauf über die knapp 42 Kilometer aber nur noch knapp 100 Starter. "Damit stagnierte die Teilnehmerzahl, der Lauf war nicht mehr wirklich interessant", sagt Mitorganisator Martin Arzt. Der 30-Jährige arbeitet für die Firma Larasch, die große Laufveranstaltungen plant und durchführt. Und genau diese Firma hat sich die Chemnitz-Marathon-Gesellschaft jetzt ins Boot geholt, um ein neues Konzept umzusetzen. "Es soll alles ein wenig professioneller werden", sagt Arzt. "Und es soll mehr Event-Charakter bekommen."

Das bedeutet zum Beispiel, dass es zum eigentlichen Lauf ein Rahmenprogramm geben wird. Trommlergruppen und Tänzer werden auftreten, dazu ist eine Kooperation mit den Chemnitzer Modenächten geplant, die am 8. und 9. September stattfinden. "Sport und gutes Aussehen passt ja zusammen", sagt Martin Arzt.

Mit ihm kümmert sich in erster Linie Klaus Kleinertz um die Organisation des Internationalen Citylaufs. Er bedauere zwar das Aus des Chemnitz Marathons, sehe aber eine große Chance in der Neuauflage des Citylaufes, den es unter dieser Bezeichnung bereits 2003 und 2010 gab, allerdings in anderer Form. Wie auch beim Marathon sollen beim ICC Spenden für gemeinnützige Zwecke gesammelt werden. Und zwar auf eine ganz besondere Art, wie Martin Arzt erzählt: "Eine Säule der neuen Veranstaltung ist der Vereinspokal." Hier stünden insgesamt 3000 Euro für die sechs besten Vereine zur Verfügung. Sie könnten so viele Teilnehmer wie sie wollen in die Rennen schicken. Am Ende gewinne der Verein, der die meisten Kilometer gesammelt hat, das höchste Preisgeld.

Eine weitere Säule sei der Event-Charakter. Dieser komme auch durch die späte Startzeit zustande, sagt Arzt. "Ein Nachtlauf hat immer etwas Besonderes." Die Strecke soll dabei mit der Hilfe von Studenten aus Weimar künstlerisch beleuchtet und in Szene gesetzt werden: Projektionen an den Hauswänden sind geplant.

Als dritten Ansatzpunkt, um wieder mehr Begeisterung für den Laufsport quer durch Chemnitz zu wecken, nennt Arzt die Teilnahme namhafter Sportler am ICC. Wie Klaus Kleinertz bereits Anfang des Jahres verkündet hatte, verzichten die Organisatoren in diesem Jahr auf die ganz großen Namen, beispielsweise aus Afrika. "Stattdessen haben wir erfolgreiche deutsche Sportler verpflichtet", sagt Martin Arzt und nennt als Beispiele den deutschen Meister im Halbmarathon Philipp Baa oder Franziska Reng, EM-Teilnehmerin von Amsterdam. "Wir hoffen auf 700 bis 800 Teilnehmer", sagt Arzt. "Diese Zahl soll sich dann in den nächsten Jahren steigern."

 
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