Punktspiel-Premiere für neue Sportart in der Stadt

Die Cyndicates nehmen als erstes Baseball-Team aus Chemnitz am Liga- Betrieb teil. Ihre Vorbereitung darauf führt auch an ungewöhnliche Orte.

Wenn sich Ronny Möckel und seine Mannschaft mit Baseball-Schlägern über der Schulter in die Sporthalle an der Ernst-Wabra-Straße in Chemnitz-Hutholz begeben, blickt mancher Passant verdutzt drein. Baseball in der Turnhalle? Da rechnet man mit dem Klirren von berstenden Fensterscheiben oder zerspringenden Lampen an der Deckenwand. Immerhin ist Baseball eine Ballsportart, bei der das Spielgerät schon mal mit 200 km/h durch die Luft zischt und deutlich weiter geschlagen wird, als es die Abmessungen einer Turnhalle zulassen.

Wie hat man sich da ein sogenanntes Indoor-Training vorzustellen? "Die Übungseinheiten finden vor allem im technischen Bereich statt, außerdem wollen wir durch Athletik-Übungen die körperlichen Voraussetzungen für den Spielbetrieb legen", erklärt Ronny Möckel. Der Trainer der Cyndicates lässt sein Team vornehmlich verschiedenste Wurf- und Fangübungen absolvieren. Zum Schläger wird zwar auch gegriffen, aber nicht so, wie im Training auf dem Außengelände. "Wir schlagen den Ball von einem festen Schlagmal aus gegen eine Matte", so Möckel.

Für die Chemnitzer war das Wintertraining ein Novum, wurde der erste Baseball-Klub der Stadt doch erst im Mai 2015 gegründet. Nach ersten Erfahrungen durch Freundschaftsspiele gegen Teams, die schon am regulären Spielbetrieb teilnehmen, steigen die in Orange-Schwarz gekleideten Cyndicates an diesem Wochenende erstmals in den Liga-Betrieb ein. Vor wenigen Wochen war ihre Aufnahme in den Mitteldeutschen Baseball- und Softballverband (MBSV) erfolgt, verbunden mit der Berechtigung, in der Mitteldeutschen Baseball-Liga (MDBL) an den Start gehen zu dürfen. "Wir sind froh, das wir alle Voraussetzungen erfüllen konnten und nun endlich Pflichtspiele bestreiten dürfen", sagte Möckel.

So habe der Verein nachweisen müssen, dass man über mindestens drei Schiedsrichter und einen Scorer für die Aufnahme der Spielstatistik verfügt. Anforderungen an den Platz habe es hingegen nicht gegeben. Das Baseball-Feld der Cyndicates befindet sich auf dem Usti-Field an der Straße Usti nad Labem, wo auch die Chemnitz Crusaders beheimatet sind. "Dort haben wir neben Sanitäranlagen und Verpflegungsmöglichkeiten auch eine Zuschauertribüne", berichtete Möckel.

Derzeit umfasse der Kader 21 Spieler. "Wir würden gern noch weitere aufnehmen", so der Trainer. Die erste Möglichkeit, sich in Chemnitz zu präsentieren, haben die Cyndicates morgen ab 11 Uhr mit der Partie gegen die Leipzig Wallbreakers II. Dabei treten beide Teams gleich zweimal in einem sogenannten "Double-Header" gegeneinander an. Insgesamt gibt es zwölf Spieltage, sodass jede Mannschaft insgesamt 24 Liga-Begegnungen absolviert.

Bliebe zum Abschluss nur noch die Frage, warum es neuerdings eigentlich "Cyndicates", zu deutsch Syndikat, und nicht mehr wie ursprünglich "Cyndicats" heißt. Denn unter diesem Namen traten die Chemnitzer Baseballer bisher auf. "Einigen war der Begriff Cats, also Katzen, etwas befremdlich", erklärt Möckel und ergänzt: "Durch den Begriff Cyndicates kommt die Zusammengehörigkeit auch besser zum Ausdruck."

Informationen zum Chemnitzer Team und zur Sportart gibt es im Internet unter www.baseball-chemnitz.de

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