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Paul Hentschel im Jahr 2009. Nach dem Gewinn der Silbermedaille mit der Staffel des SCC hielt sich die Freude noch in Grenzen.

Foto: SC Chemnitz Bild 1 / 2

Vom Mitschwimmer zum Siegertypen

Paul Hentschel gehört zu den besten Chemnitzer Wassersportlern. Einer der ersten Wettkämpfe seiner Karriere war der Telefonbuchpokal. Der findet am Samstag zum 25. Mal statt. Aber ohne Siegchancen für seinen Verein.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 25.10.2017

Als Paul Hentschel 2009 nach den Wettkämpfen des Telefonbuchpokals mit seiner Silbermedaille fotografiert wurde, blickte er noch etwas skeptisch drein. Kein Wunder, schließlich gehörte der damals Zwölfjährige nicht gerade zu den besten Schwimmern seines Vereins. Im Schwimmclub Chemnitz (SCC) waren andere schneller. "Ich durfte in erster Linie in der Staffel ran, wo es auch mal zu einer Medaille gereicht hat", erinnert sich der heute 20-Jährige. "In den Einzelwettkämpfen habe ich nicht viel gerissen."

Doch das sollte sich gewaltig ändern. Hentschel entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem der besten Schwimmer seines Vereins und krönte seine noch junge Karriere mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Europäischen Spielen in Baku im Jahr 2015. Seit Sommer vergangenen Jahres trainiert der Leistungssportler am Bundesstützpunkt in Leipzig, startet aber weiterhin für den SCC und konnte für seinen Heimatverein unter anderem zwei Goldmedaillen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin im Juni dieses Jahres gewinnen.

"Mein nächstes Ziel ist, bei den Senioren gute Leistungen zu bieten und auch international Erfolge feiern zu können", sagt Hentschel, der sich aktuell in Rostock aufhält, wo er am Wochenende beim Internationalen Neptunschwimmfest an den Start gehen wird. "Deshalb kann ich auch nicht als Gast beim diesjährigen Telefonbuchpokal dabei sein."

Der Anlass für einen Besuch wäre auf jeden Fall gegeben, denn einer der größten Schwimmwettkämpfe für Kinder in ganz Sachsen feiert am Samstag Jubiläum. Zum 25. Mal wird der Telefonbuchpokal ausgetragen. Namensgeber ist der langjährige Sponsor Telefonbuchverlag. Mehr als 6500 Kinder aus ganz Sachsen und darüber hinaus sind in all den Jahren um die Medaillen geschwommen, wie Schwimmclub-Trainer Steffen Uhlich ausgerechnet hat. "Das ist eine beachtliche Zahl und eine tolle Leistung des Vereins, so lange durchzuhalten. Inzwischen schwimmen schon die Kinder der ersten Teilnehmer hier mit", sagt er.

Zahlreiche Talente haben hier erstmals chlorgetränkte Wettkampfluft geatmet und sich auf ihre spätere Karriere im Becken vorbereitet. So auch Paul Hentschel. "Wenn du beim Telefonbuchpokal weit vorn gelandet bist, hattest du später auch immer Chancen bei größeren Wettbewerben. Das Niveau dort war immer sehr hoch", sagt er und muss selbst ein wenig lachen. Wissend, dass er selbst ja nicht wirklich unter den Besten zu finden war, als er beim Heimturnier dabei war. "Das lag auch daran, dass ich damals neu in Chemnitz war und noch ein wenig gebraucht habe, bis ich das Niveau der anderen hatte", erzählt Hentschel. Geboren wurde er in Ehrenfriedersdorf, doch einen Großteil der Kindheit verbrachte er mit seiner Familie in Belgien. "Dort habe ich auch die Leidenschaft für das Schwimmen entdeckt", sagt er.

Gefördert wurde diese dann beim SCC, der in Sachen Nachwuchsausbildung zu den besten Vereinen in Deutschland zählt. "Sachsenweit sind unsere jungen Talente so gut, dass sie den Telefonbuchpokal seit Jahren immer wieder gewonnen haben", sagt Steffen Uhlich. Der Verein geht zum Jubiläum deshalb einen ungewöhnlichen Weg. "Wir werden mit unserer Mannschaft teilnehmen, aber nicht in die Wertung eingehen. Den Pokal gewinnt dieses Mal ein anderer Club", sagt Uhlich. Die angemeldeten 241 Sportler aus 20 Vereinen wird das gern hören.

Telefonbuchpokal Samstag ab 10 Uhr in der Schwimmhalle im Sportforum. Nach der Mittagspause mit Kinderfest wird es 13.45 Uhr das Jubiläumsrennen mit Staffeln aus Eltern, Ehemaligen und Trainern geben.

 
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