Wie die Spielerfrauen des CFC Eiseskälte und Pleiten ertragen

Fünf Pflichtspiele in Folge haben die Fußballer des Chemnitzer FC verloren. Doch nicht nur sie leiden darunter. Auch die Damen an ihrer Seite zittern mit. Schlechte Laune daheim wird aber nicht akzeptiert.

Manchmal genügt ein Lächeln. Und schon bleibt Fußball zwar das Wichtigste im Leben eines Profikickers, und die erneute Niederlage nervt weiterhin. Aber wenigstens nimmt er die schlechte Laune nicht mit nach Hause. Das nämlich ist nicht erwünscht.

Damit die Laune der Fußballer von Drittligist Chemnitzer FC trotz der aktuellen Pleitenserie nicht im Keller bleibt, sind sie da: die Frauen an ihrer Seite. Auch am vergangenen Samstag haben viele von ihnen mitgezittert, als der CFC gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:3 verloren hat. Mitgezittert im doppelten Sinn, denn es war nicht nur spannend, sondern auch eiskalt. "Gegen die Kälte helfen Decken und mehrere Schichten Klamotten", sagt Alina, Freundin von Abwehrspieler Laurin von Piechowski, der sich das Spiel dieses Mal ebenfalls nur von draußen anschauen durfte. "Gegen die schlechte Laune nach einer Niederlage hilft in erster Linie für den Partner da sein", ergänzt Alina.

Neben ihr hatte es sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch Maxi eingemummelt, sie durfte den ersten Startelf-Einsatz ihres Freundes Tom Baumgart live miterleben. Wie dessen Laune am Abend sein würde, konnte sie schon erahnen. "Natürlich wird er nicht gerade fröhlich sein, aber er bringt die schlechte Laune auch nicht wirklich mit heim", sagt die junge Frau. "Wir machen uns meistens einen gemütlichen Abend, dann kann er sich erholen." Gleiches gilt übrigens auch für Laurin von Piechowski und seine Freundin Alina. Die lässt bei der Abendgestaltung dem Aufkommen von schlechter Laune gar nicht erst eine Chance. "Immerhin wohne ich in Berlin und komme nur wegen ihm nach Chemnitz. Da sollte er sich schon auch freuen", sagt sie und lacht augenzwinkernd.

Nicht ganz so schnell abschalten kann und will CFC-Torhüter Kevin Kunz nach einem Spiel, wie seine Freundin Vanessa verrät. Als ehemalige Leichtathletin des LAC interessiert auch sie sich sehr für Sport. "Wenn wir gemeinsam nach Hause kommen, schauen wir meist das Spiel des CFC noch einmal im Fernsehen an und werten es aus. Manchmal will Kevin aber auch einfach nur seine Ruhe haben. Das verstehe ich natürlich auch."

Wenn es am kommenden Sonntag zum Auswärtsspiel nach Rostock geht, werden die drei Damen aber nicht dabei sein. "Zu weit, zu kalt", sagen sie einstimmig.


Der Ex-Trainer im Chemnitzer Stadion: Rückkehr mit gemischten Gefühlen

Mitten im Trubel und dennoch allein saß Sven Köhler am vergangenen Samstag im Presseraum der Chemnitzer Community-4-you-Arena. Noch bis Juni dieses Jahres war der 51-Jährige dort regelmäßig zu Gast, um sich den Fragen der Journalisten zu stellen. Doch im Sommer wurde der Vertrag des Cheftrainers des Chemnitzer FC nicht verlängert. "Das ist nicht gut gelaufen", sagt Köhler noch heute.

Ins Chemnitzer Stadion sei er mit sehr gemischten Gefühlen zurückgekehrt. "Gegen Würzburg war ich das erste Mal wieder hier, vorher habe ich das vermieden", sagt der gebürtige Freiberger, der das Traineramt beim CFC im März 2016 von Bernd Heine übernommen und den CFC vor einem Jahr auf Rang 6 und in diesem Sommer auf Rang 8 der 3. Liga geführt hatte. Dass ihn die Auflösung seines Vertrags noch immer beschäftigt, daraus macht er keinen Hehl. "Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen und muss mich hier beim CFC vor niemandem verstecken", sagt Köhler, der derzeit als Experte für den MDR bei Liveübertragungen arbeitet.

Einen neuen Trainerjob habe er aktuell nicht in Aussicht, sagt Köhler, der noch immer in Chemnitz lebt. "Aber ich hätte große Lust, wieder in dieser Position zu arbeiten." (tre)

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