Eingekeilter Arm verhindert großen Wurf

Bei den Deutschen Meisterschaften im Freistilringen der A-Jugendlichen hat Tim Hamann vom RV Lugau am Titel geschnuppert. Ein Vereinskollege setzte seine Siegesserie indes fort.

Lugau.

Das Finalergebnis ist deutlich ausgefallen. Mit 3:18 unterlag Tim Hamann vom Ringerverein Eichenkranz Lugau seinem Kontrahenten Simon Monz aus Riegelsberg. Wie schon im vergangenen Jahr holte sich der A-Jugendliche damit am Wochenende die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften. In seiner Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm ließ er dennoch 21 andere Ringer hinter sich.

"Wir gratulieren Tim zu seiner starken Turnierleistung und seiner hart umkämpften Vizemeisterschaft", sagte RV-Jugendtrainer Jens Blachut im Anschluss an den dreitägigen Wettbewerb im baden-württembergischen Ladenburg. Im Finale kratzte sein Schützling sogar an der Goldmedaille. Nach einem Beinangriff führte der Lugauer zunächst mit 2:0. Ein weiterer Punkt folgte, als sein Gegner die Kampffläche verließ. In Runde 2 wurde die Gangart härter, jedoch verteidigte der Erzgebirger seine Führung souverän.

Erst ein Beinangriff des Gegners verkürzte seinen Vorsprung auf 3:2. Eine missglückte Bodenverteidigung führte zur Entscheidung. Simon Monz setzte zur Rolle an und beim Abwehrversuch wurde Tim Hamanns Arm eingeschlossen. Der A-Junior konnte weder sich noch seinen Arm befreien. Den folgenden Rollen und Ankippversuchen seines Gegners war er somit ausgeliefert. Der Riegelsberger schraubte das Ergebnis in die Höhe und nach 4 Minuten Kampfzeit siegte er mit 18:3. "Der Kampfrichter ließ den Angriffsversuch gegen Tim weiterlaufen, bis sein Gegner die perfekte Fassart gefunden hatte", sagt Blachut. Selbst Proteste von Fans und Betreuern ob des langen Angriffes hätten daran nichts geändert. Insgesamt ist der Trainer mit der Leistung von Tim Hamann zufrieden: "Tim lieferte in Ladenburg drei Tage Freistilringkampf vom Feinsten ab." In den fünf Kämpfen bis zum Finale habe der Nachwuchsringer sein ganzes Potenzial an Techniken abgerufen. Dabei erzielte Hamann 55 technische Wertungspunkte und ließ lediglich zwei Punkte zu. "Daran lässt sich erkennen, wie gut Tim kämpferisch und taktisch ausgebildet ist", so Blachut.

Noch besser ist es für seinen Vereinskameraden Anton Vieweg in Pirmasens gelaufen. Dort fanden am Wochenende die Deutschen Meisterschaften der A-Junioren in der griechisch-römischen Variante statt. Nach drei Titelgewinnen in den vergangenen Jahren startete der Erzgebirger diesmal als Favorit und landete auf dem Podest erneut ganz oben.

Im Vergleich zum Vorjahr startete Anton Vieweg eine Gewichtsklasse höher. Keiner der 14 anderen Ringer bis 80 kg konnte ihn stoppen. Für die ersten beiden Kämpfe benötigte der Lugauer keine zwei Minuten und schickte seine Gegner überlegen von der Matte. Kampf Nummer 3 gestaltete sich etwas schwerer. Gegen Lucas Lazogianis geriet Vieweg gleich zu Beginn in Rückstand. Doch er kämpfte sich zurück und glich zum 3:3 aus. Da Vieweg die letzte Wertung gelang, holte er sich sogar den Sieg.

"In den nächsten beiden Kämpfen zeigte Anton seine Klasse", sagt Trainer und Vereinspräsident Jan Peprny. Die Würfe und Rollen seien wie aus dem Bilderbuch gewesen. Damit ließ Vieweg Deniz Sahin und Jan Weidemann keine Chance. Er gewann technisch überlegen und stand im Finale.

Im Kampf um Gold traf der Lugauer dann auf Julian Lejkin (KSK Konkordia Neuss). Vieweg geriet zunächst infolge einer Verwarnung in Rückstand und musste in die Bodenlage. Dort blieb er jedoch stabil und gab keine Wertung ab. Im weiteren Kampfverlauf setzte Vieweg seinen Kontrahenten immer mehr unter Druck. Mit der letzten Wertung des Finalkampfes sicherte er sich seine vierte Deutsche Meisterschaft in Folge. "Mit diesem Titel schreibt Anton weiter Geschichte für unseren Verein", sagt Peprny. Im Anschluss wurde der Lugauer vom Bundestrainer für die Europameisterschaften in Mazedonien nominiert, die im Mai stattfinden. (karny/ewer)

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