Werbung/Ads
Menü
Fast könnte man meinen, so dicht über der Grasnarbe sucht Nils Haase nach Pilzen. Stattdessen hat es der junge Weißbacher aber auf Titel im Motocross abgesehen. Und seine Jagd war in diesem Jahr erfolgreich.

Foto: Mathias Matz Bild 1 / 2

Erfolgsjagd führt nach Kalifornien

Kein anderer Fahrer hat in der Ostdeutschen Motocross-Meisterschaft so viele Rennen bestritten wie Nils Haase. Und der junge Weißbacher wurde für seinen Fleiß belohnt - nicht nur mit Pokalen.

Von Andreas Bauer
erschienen am 13.09.2017

Weißbach. Angeln ist ein großes Hobby von Nils Haase. "Mit meinen Kumpels geht es rund um Ostern ab an den See", beschreibt der 17-jährige Weißbacher die ruhige Seite seiner Freizeit. Die fällt aber äußerst kurz aus, denn vor und nach diesem Ausflug bleibt kaum Zeit zum Entspannen. In der kälteren Jahreszeit widmet er sich dem Training für die Motocross-Saison, die im Frühjahr beginnt. Dann ist der Gymnasiast 16 Wochenenden ununterbrochen im Einsatz. Tipps und technische Hilfe gibt es von Vater Heiko Haase, doch auch Mutter Mandy darf bei den Rennen nicht fehlen.

Für ein Fazit zur aktuellen Sai-son ist es fast noch zu früh, denn in der Landesmeisterschaft von Nordbayern und Thüringen sind noch nicht alle Punkte vergeben. Mit den Rängen 3 und 1, die Nils Haase am vergangenen Wochenende in Teuchern erreichte, bleibt er allerdings auf Vizemeisterkurs. "Noch zwei Läufe in Apolda, dann ist es geschafft", sagt der Elftklässler, der trotz des Restprogramms schon jetzt vollauf zufrieden ist. Schließlich hat er die Ostdeutsche Meisterschaft, die für ihn ohnehin im Vordergrund stand, bereits als Sieger beendet. Und zwar nicht nur in einer, sondern gleich in zwei Klassen. Während er der Youngster-Kategorie mit sieben Tagessiegen ganz klar seinen Stempel aufdrückte, ging es in der MX2-Klasse etwas enger zu. Doch auch hier gab die Konstanz letztlich den Ausschlag zugunsten des Erzgebirgers: "Ich bin fast immer unter den ersten Drei gelandet."

Der Doppelstart brachte eine enorme Belastung mit sich. Während seine Konkurrenten aus dem ersten Rennen verschwitzt und ermüdet durchschnaufen konnten, konzentrierte sich Haase schon auf den Start für den nächsten Vergleich. Los ging die Quälerei aber schon tags zuvor im Zeittraining, wobei der Weißbacher einmal heftig einstecken musste. Eine kurze Unachtsamkeit - und schon war es in Roitzsch passiert. Während dem Junior im Krankenwagen die Hüfte verbunden wurde, schob der Vater die 250er-Maschine schon wieder Richtung Startareal. Und tatsächlich schaffte es Nils Haase noch rechtzeitig in den Sattel, bei 35 Grad Celsius fuhr er sogar zu Bronze. Um Prellung und Schürfwunden kümmerte er sich hinterher.

"Zum Glück blieb das mein einziger Sturz", sagt der Doppel-Meister, der die Strapazen und das Risiko in Kauf nimmt. Schließlich verfolgt er ein großes Ziel. In zwei Jahren würde er gern in der Deutschen Meisterschaft starten, später im ADAC Masters sogar auf internationaler Ebene. "In der DM dauern die Rennen 30 statt 20 Minuten", nennt der 17-Jährige einen Grund für sein jetziges Doppelprogramm. Außerdem will er die Wettkampfpraxis nutzen, um ein psychologisches Problem in den Griff zu bekommen: "Abläufe, die im Training passten, haben in den Rennen anfangs nicht so gut funktioniert." Inzwischen hat der Weißbacher auch das im Griff, zumal er ohnehin "nie aufgeregt" sei.

Das zumeist tägliche Training - egal, ob beim Jogging im Wald, während des Urlaubs in Spanien, am Olympiastützpunkt in Dresden oder mit seinem von Bob Pudor geführten BP-Line-Team - zahlt sich ebenso aus wie die vielen Rennen. Neben den Siegerpokalen freute sich Nils Haase in der Ostdeutschen Meisterschaft noch über eine ganz besondere Auszeichnung. Weil er von allen Fahrern die meisten Punkte sammelte, spendiert ihm der Veranstalter eine USA-Reise nach Kalifornien, wo der Erzgebirger im Februar eine Woche lang in der Motocross-Hochburg Los Angeles trainieren darf. Darauf freut sich Haase ebenso wie auf seinen nächsten Angel-Ausflug.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 17.11.2017
Francisco Seco
Staatsanwaltschaft will Puigdemont an Spanien ausliefern

Brüssel (dpa) - Die Staatsanwaltschaft in Belgien hat die Auslieferung des entmachteten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und vier seiner Ex-Minister an Spanien gefordert. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 12.11.2017
Emilio Morenatti
Rajoy erstmals seit der Entmachtung Kataloniens in Barcelona

Barcelona (dpa) - Spaniens Ministerpräsident Marriano Rajoy hat  erstmals seit der Kontrollübernahme in Katalonien die Regionalhauptstadt Barcelona besucht. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 04.11.2017
Ralf Hirschberger
Bilder des Tages (04.11.2017)

Grau statt grün, Lichtspektakel, Schwerelos?, Auf in die Freiheit!, Im Nebel, Gefühl von Unendlichkeit, Im Fluß ... ... Galerie anschauen

 
  • 28.10.2017
Manu Fernandez
Rajoy übernimmt Amtsgeschäfte Puigdemonts

Madrid/Barcelona (dpa) - Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat an diesem Samstag offiziell die Amtsgeschäfte des von Madrid abgesetzten katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont übernommen. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm