HSV: "Wir sind wieder da!"

Die Zwönitzer Handballer haben ihre letzte Chance genutzt: Nach zwei Siegen in der Relegation gegen Hartha kehrt das Team in die Sachsenliga zurück.

Zwönitz.

Die Rückkehr ist perfekt. Die Handballer des Zwönitzer HSV 1928 sind zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Sachsenliga wieder zurück in der höchsten Spielklasse im Freistaat. Nach dem 26:21-Erfolg im Hinspiel in eigener Halle setzte sich das Team von Trainer Frank Riedel auch im Rückspiel in Wilsdruff gegen die SG Kurort Hartha durch. Der Tabellenzweite der Verbandsliga West bezwang das Schlusslicht der abgelaufenen Sachsenligasaison am späten Sonntagnachmittag mit 29:26. Nach der hektischen letzten Spielminute mit mehreren Fouls und zwei Roten Karten für Harthas Felix Just und Tommy Löbner, dem mit neun Treffern besten Zwönitzer Torewerfer, war das Spiel aus. Und die Freude bei den Gästen riesig.

Die weißen Aufstiegs-T-Shirts waren bereits vier Minuten vor Spielende ausgepackt und nach der Partie schnell übergestreift: "Wir sind wieder da!", stand in großen grünen Lettern darauf. Die Jubeltraube mit Spielern, Trainern und Betreuern hüpfte über das Parkett. Die etwa 80 mitgereisten, lautstarken Fans ließen ihre Mannschaft hochjubeln. In der Gästekabine, vor der Halle und später im Bus feierten die Aufsteiger stundenlang lautstark mit ihren Anhängern und ein paar Flaschen Bier. Somit nahm eine Saison, in der die Erzgebirger wie schon 2017 als Verbandsliga-Zweiter den Aufstieg eigentlich erneut knapp verpasst hatten, doch noch eine positive Wendung. "Als wir vor drei Wochen in Leipzig nur remis gespielt hatten und damit der Gegner aufstieg, war das extrem bitter", sagt der Zwönitzer Toni Schlömer. "Dass wir mit der Relegation nachträglich doch noch die Chance bekommen und die nun auch genutzt haben, ist eine tolle Sache." Der Sieg sei verdient. Die Harthaer hätten es seinem Team aber nicht leicht gemacht: "Ich verstehe nicht, wieso die nicht besser dastanden in der Sachsenliga."

Der Aufstieg der Erzgebirger in der Wilsdruffer Saubachtalhalle war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr. Schon von Beginn an zeigten die Gäste, dass sie sich nicht auf Rechenspiele einlassen wollten und setzten voll auf Sieg. Zwönitz trat selbstbewusst und druckvoll gegen etwas verunsicherte Gastgeber auf. Die 2:0-Führung der Erzgebirger nach gut vier Spielminuten sollte dabei bereits richtungsweisend sein. Die Gastgeber konnten die Rückstände im ersten Durchgang zwar immer wieder verkürzen, den Spielstand auszugleichen oder gar einmal selbst in Führung zu gehen, gelang der SG jedoch nicht. Auch eine offensive Deckung gegen Jiri Brecko half nicht, da die Zwönitzer nun die größeren Räume zu Treffern nutzten oder nur auf Kosten von Siebenmetern aufgehalten werden konnten. Im Defensivverhalten knüpfte der HSV beeindruckend an der zweiten Hälfte des Hinspiels an.

In Wilsdruff bauten die Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit ihre Führung zunächst erstmals auf vier Tore aus (14:10). Doch dann schlich sich der Schlendrian ein. Hartha, auch angetrieben von einer Roten Karte für Brecko (Foulspiel), witterte Morgenluft und glich zum 23:23 aus. Es folgte eine Auszeit, nach der die Hausherren alles auf einer Karte setzten, um den nötigen Vorsprung doch noch herauszuwerfen. Doch es waren stattdessen die Zwönitzer, die die Räume zu weiteren Treffern nutzten. "Wir waren gehemmt in der ersten Halbzeit. Vielleicht fehlte da der Glaube, mit sechs Toren zu gewinnen", sagt Harthas Chefcoach Jan Wunsch hinterher. Sein Zwönitzer Kollege Frank Riedel zollte seinem Team hingegen riesigen Respekt. "Bis auf die paar Minuten zu Beginn der Schlussviertelstunde war das heute noch einmal eine ganz starke Vorstellung. Wenn von 24 Saisonspielen nur ein einziges verliert, ist der Aufstieg verdient." In der kommenden Spielzeit geht es für sein Team um den Klassenerhalt. "Aber ich gehe davon aus, dass wir das packen", sagte Rückraumspieler Toni Schlömer. "Die Mannschaft ist gefestigter als letztes Mal." (mit bral)

Statistik Zwönitz: Kerner, Treuter; Brecko (5/3), Treitschke, Anger, Fritsch (4), Hartenstein (5), Langer (1), Becher, Kotesovec (2), Schlömer (2), Löbner (9/5), Lieberei (1)

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