Nun ist auch am Fichtelberg Finale

Helferrennen, Ehrungen, Danksagungen: Denen, die wochenlang in der Kälte standen, haben wärmende Worte gut getan.

Oberwiesenthal.

Die meisten wollen mit dem Winter nichts mehr zu tun haben, sehnen sich nach Sonnenschein und dem erwachenden Grün. Doch traditionell gibt es in diesen Zeiten eine Veranstaltung, die dennoch auf die Schneesaison reflektiert: das Abwintern.

Die Oberwiesenthaler haben es genutzt, um erfolgreiche Aktive aus dem Leistungsbereich zu verabschieden, die Ergebnisse Revue passieren zu lassen, auf Kommendes zu verweisen, den Helfern zu danken und zwei neue Ehrenmitglieder zu küren: Dagmar Höfling, durch deren Schule zahlreiche Kinder gegangen sind, und Peter Großer, der seit 1977 am Fichtelberg aktiv ist. "Da waren aber ganz andere in der Skiarena, die das vor mir verdient hätten", sagte der 65-Jährige, der seit zwei Jahren die Abteilung Skilanglauf leitet. Stolz ist er natürlich genauso wie seine Ehrenmitgliedskollegin. Die 68-Jährige betreut noch immer Kindergruppen als Übungsleiterin.

Den beiden, aber auch allen anderen dankten die WSC-Vorsitzende Heike Smolinski und Geschäftsführer Christian Freitag für all die Stunden, die sie für den Sport opfern. Das Bierchen und das Gegrillte, das es für alle in der Skiarena gab, hatten sie sich in jedem Fall verdient. Ganz ohne Sport aber lief es trotzdem nicht ab. Diesmal durften Trainer und Helfer angefeuert werden, die sich auf den letzten Krümeln zu Zweierteams formiert hatten. Die Sieger: Heiko Hennig/René Sommerfeldt.


Länger als ein halbes Jahrhundert als Kampfrichter aktiv - für Wettkämpfe in Oberwiesenthal und an anderen Orten

Gerd Häuer gehört zu jenen, die seit Jahren ihren Mann stehen - stellvertretend hier für alle, die als Kampfrichter und Helfer dafür sorgen, dass Wettkämpfe überhaupt ausgetragen werden können. Ohne Ehrenamtler würde vieles nicht möglich sein in den Vereinen des Landes.

Vor wenigen Tagen ist der Oberwiesenthaler 75 Jahre alt geworden. Als Kind hat Gerd Häuer Fußball gespielt, daheim in Neudorf, wo auch der Skisport zuhause ist. Aufgewachsen ist er in einer Familie mit zwei Schwestern und zwei Brüdern, hat bis 1962 in Neudorf gewohnt. Drei Jahre später kam er nach Oberwiesenthal, nachdem er ein vierjähriges Lehrerstudium an der Karl-Marx-Universität in Leipzig abgeschlossen hatte. Russisch und Geografie waren dann die Fächer, die er an der Kinder- und Jugendsportschule unterrichten durfte. Deshalb hat es ihm vor allem Spaß gemacht, wenn Sportler aus dem Osten am Fichtelberg waren. "Für Russen, Bulgaren und Tschechen habe ich gern gedolmetscht, dabei manche Barrieren abgebaut", erzählt er. Seitdem er in Oberwiesenthal lebt, ist Gerd Häuer im Kurort fest verwurzelt. Nicht nur, weil er als Lehrer eine Unmenge Nachwuchssportler kennengelernt und unterrichtet hat, sondern vor allem, weil er auch als Kampfrichter da war, wenn er gebraucht wurde. In den Disziplinen des nordischen Skisports und auch im Rennrodeln ist sein Wissen und Können als Kampfrichter noch immer gefragt. Denn obwohl er vor 15 Jahren aus seinem Beruf des Pädagogen in den Vorruhestand gehen durfte, hat er sich nicht wirklich zur Ruhe gesetzt. Zu eng ist der Fan des FC Erzgebirge Aue, der möglichst kein Heimspiel seines Lieblingsvereins verpasst und die Auswärtspartien mit Gleichgesinnten am Sky-Stammtisch anschaut, mit dem Wintersport verknüpft. Wie am Freitagabend: Da trug er zwar stolz die Lila-Weiß-Montur, war aber selbst beim Gaudiskilauf als Rundenzähler aktiv. 20 bis 25 Einsätze kommen pro Jahr zusammen, länger als ein halbes Jahrhundert schon steht Gerd Häuer für die Clubs aus Oberwiesenthal bereit. Aber nicht nur für sie, sondern auch bei Schulsport- und Leicht- athletikveranstaltungen hilft er. "Oft sind die an Wochentagen. Rentner sind dann besonders gefragt", sagt er mit einem Schmunzeln. Episoden könnte er viele erzählen. "Einmal musste ich als Streckenposten zur Seite springen, konnte das Feld nicht mehr dirigieren. Alle sind falsch abgebogen. Ich hab's gemeldet, und weil keiner einen Vorteil hatte, wurde gewertet wie der Einlauf war", erzählt er eine davon. Sorgen macht ihm der fehlende Nachwuchs, auch in der Gilde der Kampfrichter. Er selbst aber will so lange es geht da sein, wenn er gebraucht wird. Denn das Herz schlägt für den Wintersport generell: "Im Museum K3 habe ich auch mitgeholfen und für die nordischen Skidisziplinen viel Wissenswertes zusammengetragen." (mas)

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