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Sabine Stieglitz während ihres Weltmeisterschaftsrennens in den USA.

Foto: PrivatBild 1 / 2

Sehmaerin prescht zu erster WM-Medaille

Das Big Sky Resort in den USA wird Sabine Stieglitz in besonderer Erinnerung behalten. Schließlich wurde sie dort Vizeweltmeisterin. Dabei wollte sie bereits aufgeben.

Von Karlheinz Schlegel
erschienen am 16.04.2018

Sehma. Hinter Sabine Stieglitz liegt die aufregendste und erfolgreichste Saison ihres Lebens. Die 53-jährige Alpinskifahrerin von der TSG Sehma darf auf besondere Erfolge zurückschauen, obwohl im Januar und Februar viele Wettbewerbe ausfielen und nur zwei Sachsenmeisterschaftsrennen ausgetragen wurden. Auch die Starts zum Fis-Master-Cup in Österreich und Italien verliefen für sie nicht verheißungsvoll. "Eigentlich wollte ich schon aufhören. Doch dann kamen die Erdmannsdorfer, mit denen mich seit Jahren eine enge Freundschaft verbindet und die gelegentlich in Oberwiesenthal eine Piste reservieren, zum Trainieren. Da habe ich nicht nein gesagt und mich deshalb intensiv vorbereitet", erzählt die Athletin.

Das sollte sich auszahlen. Denn schon in Hochfügen mischte sie zur deutschen Meisterschaft mit. In ihrer Altersklasse, unter den 50- bis 54-jährigen Frauen, schnappte sich die Sehmaerin zwei Silbermedaillen und im Slalom sogar Gold. Diese Erfolge und der Ansporn der Skiläuferinnen aus Bayern, zu denen sie durch viele Wettkämpfe ein kameradschaftliches Verhältnis entwickelt hat, stachelten die Erzgebirgerin derart an, dass sie zu den Weltmeisterschaften in die USA fliegen wollte. Am 17. März ging es über Frankfurt am Main und Chicago weiter hinauf ins Big Sky Resort nach Montana, eines der weltweit größten Skigebiete. Elf weitere Sportler aus Deutschland machten sich mit ihr auf den Weg in das rund 2500 Meter hoch gelegene Areal. "Ich war das erste Mal in den USA. Die Pisten waren der reinste Wahnsinn. Viel länger als bei uns, knüppelhart, anspruchsvoller und breiter. Die besten Bedingungen für so eine Weltmeisterschaft", lautet Stieglitz' Fazit.

Sie hatte mit einer Medaille geliebäugelt. Bei strahlendem Sonnenschein und minus 7 Grad ging es in den Slalom. Die Sehmatalerin erhielt in dem rund 80 Läuferinnen zählenden Feld mittlere Startplätze, preschte mit zwei Superläufen gen Tal und schnappte sich die Silbermedaille - nur hinter der Favoritin und früheren Weltcupläuferin Marianne Ascher aus dem bayerischen Heufeld. Es war für die 53-Jährige die erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. "Glücklich haben wir zwei Deutschen uns in den Armen gelegen", berichtet die Erzgebirgerin.

Gesundheitlich angeschlagen, absolvierte sie einen Tag später den Super G und fuhr hinter Ascher und einer Japanerin mit einer Hundertstel Sekunde Rückstand zu Bronze. Doch den Riesenslalom sagte sie ab. "Da hatte mich die Bronchitis richtig erwischt, ich musste das Bett hüten." Die beiden zuvor gewonnenen Plaketten entschädigten ohnehin, die sieben tollen Tage noch dazu. "Die waren anstrengend. 26 Stunden Transfer, Training, Wettkämpfe, Zeitumstellung - alles nicht so einfach. Aber ich hatte es ja so gewollt", erzählt Sabine Stieglitz lachend.

Jedes Jahr könne sie aber nicht solche Ausflüge unternehmen, immerhin kostete die Reise einen unteren vierstelligen Betrag. Doch die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen in den USA hätten sie begeistert, das tolle deutsche Team ebenfalls. 2019 wird die Weltmeisterschaft im französischen Megeve ausgetragen. "Und da will ich auf jeden Fall wieder dabei sein und meine Platzierungen bestätigen", blickt die Erzgebirgerin voraus. Dann drücken sicher Freunde und Familienmitglieder erneut die Daumen und verfolgen im Livetiming, wie sie abschneidet. Kinder, Enkel und Ehemann Ralf dürfen sich zudem über Souvenirs wie Basecaps und Shirts vom Wettkampfort freuen.

Auf den Pisten in Frankreich hat Sabine Stieglitz übrigens bereits gute Erfahrungen gesammelt. Denn ihren Erfolgen zur Weltmeisterschaft fügte die Sehmatalerin kurz darauf noch einen im Super G hinzu. Der gelang ihr im Finale des Fis-Master-Cups in Chevalier. Es war ihr erster Sieg in der 45 Rennen zählenden Masters-Serie, an der sie in sieben Orten teilgenommen hatte.

 
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