Training unter erschwerten Bedingungen

Handball: Eigene Halle steht dem Zwönitzer HSV 1928 zurzeit nicht zur Verfügung - Bauarbeiten bis zum Saisonstart noch nicht abgeschlossen

Für die Handballer des Zwönitzer HSV 1928 steht in reichlich einer Woche die erste Standortbestimmung für die neue Saison auf dem Plan: der Sparkassencup vor heimischem Publikum. Antje Flath hat mit Vereinschef Ralf Beckmann darüber und über die erschwerten Bedingungen in der Vorbereitung gesprochen.

"Freie Presse": Der Zwönitzer HSV bereitet sich derzeit unter erschwerten Bedingungen auf die neue Saison in der Verbandsliga vor. Die Halle ist nicht verfügbar. Wie sieht der aktuelle Stand bei den Bauarbeiten aus? Wird bis zum Saisonstart alles fertig sein?

Ralf Beckmann: Nein. Aber es war von vornherein seitens der Stadtverwaltung Zwönitz kommuniziert worden, dass es voraussichtlich nicht vor Mitte September wird. Durch einen Lieferverzug der Firma, die die Tribünenteile fertigt, verschiebt sich das Ganze leider um weitere 14 Tage. Die ersten Tage, an denen die Halle wieder genutzt werden kann, sollen nun der 30. September und 1. Oktober sein. Bis dahin werden alle Heimspiele getauscht oder verlegt.

Wie wird die fehlende Halle kompensiert? Wie sieht momentan das Training aus?

Im ersten Teil der Vorbereitung ging das noch, da ohnehin überwiegend Konditionseinheiten anstanden und es dabei in der Regel ins freie Gelände geht. Das Wetter spielte auch recht gut mit. Jetzt wird nun wieder der Ball in die Hand genommen. Für Taktik-, Wurftraining und ähnliches können wir zurzeit nur den Gymnasiumsportplatz nutzen, was aber nur bei schönem Wetter funktioniert. Bei Regen haben wir nur die kleine Halle zur Verfügung. Wir behelfen uns im August nun vermehrt mit gemeinsamen Trainingseinheiten bei anderen Vereinen beziehungsweise Trainingsspielen in deren Hallen.

Wie fällt die Bilanz nach den ersten Testspielen aus?

Die Männer hatten erst ein Testspiel beim TSV Oelsnitz, das zweite gestern Abend beim VfB Lengenfeld, beides Bezirksligisten. In Oelsnitz konnten wir knapp gewinnen, allerdings war das Ergebnis für Trainer Frank Riedel zweitrangig, da es mehr darum geht, die vier Neuzugänge gut zu integrieren, was viele taktische Versuche erfordert. Die Frauen haben ihre ersten beiden Testspiele bei der SG Nickelhütte Aue und beim SV Mittweidatal recht klar gewonnen. Allerdings waren in den Spielen sowohl unsere Mannschaft als auch die Gegnerschaft durch die Urlaubssituation nicht in Bestbesetzung, womit die Ergebnisse zwar gut sind, aber keine Aussagekraft über den Trainingsstand besitzen.

Eine erste Standortbestimmung wird der Sparkassencup um den Pokal der Stadtverwaltung Zwönitz sein, der am 12./13. August ausgetragen wird. Sind die Vorbereitungen ohne eigene Halle eine besondere Herausforderung?

Ja, dieses Turnier ist die erste richtige Standortbestimmung. Es gibt sowohl bei den Herren als auch bei den Damen sehr gute Gegnerschaft. Die Spiele werden in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums Aue-Neustadt ausgetragen. Ich bin aber dennoch überzeugt, dass das Turnier wieder bestens vorbereitet sein wird. Und ich hoffe, dass sich trotz der kleinen Fahrstrecke viele Fans auf den Weg nach Aue machen.

Die Männer des HSV haben als Vizemeister die vorangegangene Spielzeit beendet. Welches Ziel ist für die neue ausgegeben?

Wir haben den Meistertitel nur denkbar knapp verspielt. Diesmal wollen wir es packen. Wichtig dafür ist, dass sich die Mannschaft mit den Neuzugängen schnell einspielt und in den ersten Punktspielen optimal in die Saison startet. Dafür gilt es insbesondere, die beiden Turniere am 2. und 3. Augustwochenende und das Pokalauftaktspiel am 26. August in Radebeul optimal zu nutzen.

Wie stellt sich die Situation in der zweiten Männermannschaft beziehungsweise bei den Damenteams dar? Gibt es personelle Veränderungen?

Die kommende zweite Männermannschaft hat mit dem letztjährigen HSV II nichts mehr zu tun. Durch das gleichzeitige Karriereende vieler erfahrener Spieler hat sich das Durchschnittsalter der Truppe gleich mal um gefühlte acht bis zehn Jahre verringert. Die Entscheidung der Abteilungsleitung, die Mannschaft auf dieser Basis nicht in der Bezirksliga starten zu lassen, war sicher richtig. Die jungen Spieler müssen nun ran und wachsen, haben aber viel Spaß und Elan in den Trainingseinheiten. Wie sich das Ganze in der Saison leistungsmäßig darstellt, wird man sehen. Die Frauen streben in der Bezirksliga einen Podestplatz an. Die Mannschaft ist in der Rückrunde der zurückliegenden Serie zusammengewachsen, hat nur gegen den Meister aus Oberlosa verloren. Zudem entfällt die Doppelbelastung einiger Spielerinnen, die in der zu Ende gegangenen Serie noch bei der weiblichen B-Jugend und bei den Frauen am Start waren. Die zweite Frauenmannschaft spielt hoffentlich wieder eine gute Mittelfeldrolle in der 1. Bezirksklasse.

Wie ist der Nachwuchs für die neue Spielzeit aufgestellt?

Bei den Mädchen sind die Altersgruppen D- bis B-Jugend besetzt. Dort ist man auch für die Zukunft der beiden Frauenmannschaften auf einem guten Weg. Die Jungs starten auf Bezirksebene mit einer A-Jugend und B-Jugend. Die B-Jugend hat die Qualifikation für die Sachsenliga leider knapp verpasst. Das Team will nun auf Bezirksebene vorn mitspielen. In der A-Jugendstaffel startet im Grunde eine gemischte A/B-Mannschaft. Unter anderem soll mit der teilweisen Doppelbelastung der 16-jährigen B-Jugend-Spieler deren Entwicklung gefördert werden. Darüber hinaus hat im Frühjahr eine neue E-Jugend den Spielbetrieb aufgenommen. Perspektivisch gilt es für die Abteilungsleitung Handball, wieder viel Energie in die Talentesichtung bei den Sieben- bis Zehnjährigen zu investieren.

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