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EHat gleich zu Beginn der Olympischen Winterspiele in Südkorea Gold im Blick: Biathletin Laura Dahlmeier.

Foto: Hendrik Schmidt

Dahlmeiers Olympia-Mission beginnt: «Go for Gold!»

Eine kleine Biathletin aus Bayern ist die erste ganz große deutsche Gold-Hoffnung. Im Sprint-Wettkampf will Laura Dahlmeier die erste ihrer sechs Gold-Chancen nutzen. Zwei Mütter und eine ehemalige Langläuferin sind am Samstag ihre größten Rivalinnen.

Von Volker Gundrum und Sandra Degenhardt, dpa
erschienen am 09.02.2018

Pyeongchang (dpa) - Vielleicht erfüllt sich Laura Dahlmeiers schon früh geäußerter Berufswunsch bereits in ihrem ersten Biathlon-Rennen in Pyeongchang.

«Olympiasiegerin oder Hüttenwirtin», hat die siebenmalige Weltmeisterin einst als Sechsjährige in ihr Poesie-Album geschrieben. Nun hat die siebenmalige Weltmeisterin am Samstag (12.15 Uhr MEZ) zum Auftakt der Spiele im Sprint-Wettkampf die große Chance, das erste deutsche Gold zu holen.

Deutschlands Sportlerin des Jahres scheint nach einem durchwachsenen Winter mit zwei Krankheitspausen und nur zwei Weltcup-Siegen genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in Form gekommen zu sein. «Ich komme eigentlich sehr gut mit den Bedingungen zurecht und fühle mich ganz gut gewappnet», sagte sie. In der letzten Übungseinheit am Freitag unter Flutlicht war Dahlmeier zum Scherzen aufgelegt, arbeitete aber auch hochkonzentriert.

«Die Trainingseinheit sollte ihr viel Selbstvertrauen geben. Die war richtig gut», sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig, der schwierige Witterungsbedingungen während des Sprintrennens erwartet. «Wenn sie einen Schuss Lockerheit und Frechheit behält, ist es genau der richtige Weg. Sie identifiziert sich mit ihren eigenen hohen Ansprüchen.»

Bei Dahlmeiers WM-Märchen im vorigen Februar gab es fünfmal Gold und einmal Silber für die 24-Jährige. Mit der dreimaligen Olympiasiegerin Darja Domratschewa aus Weißrussland und der zweimaligen Goldmedaillen-Gewinnerin Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei sind auch zwei junge Mütter dabei, die pünktlich wieder in Topform gekommen sind.

Und mit der ehemaligen Langläuferin Denise Herrmann ist noch eine Rivalin aus dem eigenen Team hinzugekommen. «Im Sprint hoffe ich, meine beste Schießleistung abzurufen und an meine Erfolge vom Saisonstart anknüpfen zu können.» Da gewann die 29-Jährige gleich zwei Weltcup-Rennen. Auf die Olympia-Eröffnungsfeier verzichtete die Thüringerin genauso wie Dahlmeier und ihre beiden noch für die 7,5 Kilometer nominierten Teamkolleginnen Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand.

Auf einen Weltcup-Sieg in diesem Winter haben die deutschen Biathleten vergeblich gewartet. Doch die vier Weltmeister Simon Schempp, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Erik Lesser sind im Männer-Sprint am Sonntag (12.15 Uhr MEZ/ARD und Eurosport) für eine Überraschung gut. «Mit Johannes Thingnes Bö und Martin Fourcade legen zwei Athleten die Messlatte derzeit sehr hoch. Eric und Arnd haben es auf das Podest geschafft, die anderen waren jeweils knapp dran. Das lässt uns für Olympia alle Chancen offen», sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

Doch zunächst einmal dreht sich alles um Laura Dahlmeier. «Wenn sie gesund bleibt, ist sie nur schwer zu schlagen oder hat zumindest in jedem Rennen eine Chance auf das Podium», meinte Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner. Eurosport-Experte Michael Greis sagte: «Den Dreifach-Erfolg von mir in Turin 2006 kann sie gerne toppen – und das wird sie schaffen, wenn sie in absoluter Top-Form ist.»

Im Vorjahr hat Dahlmeier in Pyeongchang bei der Generalprobe gleich Sprint und Verfolgung gewonnen. Ihren großen Olympia-Wunsch hat sie da schon einmal verewigt. «Go for Gold und Gesundheit für alle», schrieb die Gesamtweltcup-Siegerin auf eine Kupferplatte, die im Dach des alten Wojeongsa-Tempels in der Olympia-Stadt eingebaut wurde.

Vor vier Jahren bei ihrer Olympia-Premiere kam sich Dahlmeier noch vor wie auf einem «großen Abenteuer-Spielplatz. Es war alles neu, alles spannend, und so habe ich auch Olympia wahrgenommen.» Damals sog Dahlmeier die ganzen Emotionen und das ganze Drumherum auf, auch wenn es sportlich nicht so gut für sie lief. «Natürlich ist mein persönlicher Anspruch diesmal ein anderer, aber auch die Erwartungen von außen. Von daher wird es nicht so ruhig wie noch in Sotschi.»

 
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