Premiere und Abschied zugleich

Erstmals findet am Sonnabend ein Wettkampf der Turn-Bundesliga in Dresden statt. Für ein Team endet dabei eine Ära.

Chemnitz.

Die Kündigung liegt fristgemäß vor und damit ist es definitiv: Die Damenmannschaft des TuS Chemnitz-Altendorf zieht sich ab der nächsten Saison aus der Turn-Bundesliga zurück. Beim abschließenden Vorrundenturnier, dem ersten in Dresden, gibt es am Sonnabend sozusagen den letzten Auftritt. Das Nachwuchsteam liegt in der Gesamtwertung auf dem siebenten Rang, ein Erreichen des Finals mit den besten vier Mannschaften ist somit nicht mehr gegeben. "Unsere jungen Mädchen haben noch einmal die Möglichkeit, einen schönen Wettkampf zu turnen und ein paar neue Elemente zu probieren", blickte Trainerin Gabi Frehse keineswegs wehmütig voraus.

Natürlich war zum Saisonstart schon klar, dass die Altendorferinnen nicht in der Lage sind, ihre langjährige Erfolgsserie fortzusetzen. Seit 2002 standen bei 14 Finalteilnahmen zwei Siege (2008; 2011), drei zweite sowie sechs dritte Plätze zu Buche. Doch dieses Mal gab es einen neuen Plan. Der Verein einigte sich mit der TG Karlsruhe-Söllingen, gemeinsame Teams zu bilden. So verstärken mit Pauline und Helene Schäfer die aktuell besten TuS-Gerätkünstlerinnen - Sophie Scheder pausiert nach ihrer Knie-OP noch - die Baden-Württembergerinnen, während Talente aus dieser Region in die TuS-Riege kamen. Ziel war es, dem Dauermeister KTV Stuttgart, der mehrere Auswahlturnerinnen und Ausländerinnen im Aufgebot hat, im Kampf um den Titel stärker Paroli zu bieten. "Dieses Vorhaben ist vor allem aus Verletzungsgründen leider nicht aufgegangen", bedauert Gabi Frehse. Die TG Karlsruhe-Söllingen behauptet zwar in der Gesamtwertung Platz zwei und wird sich auch sicher für das Finale qualifizieren. Obwohl dann am 2. Dezember in Ludwigsburg keine Vorwerte zählen, geht der Sieg wohl nur über den KTV Stuttgart.

Die Resultate sind jedoch nicht ausschlaggebend, warum der TuS Altendorf Abschied nimmt. Zum einen liegen die Ursachen im neuen Modus. Analog zu den Herren soll ab 2018 das Score-System (direkte Duelle der Turner) auch bei den Damen eingeführt werden, was für die überwiegend jüngeren Athleten die Sache sehr kompliziert macht. Diese Entscheidung hatten die Funktionäre der Deutschen Turnliga nach einer Abstimmung der Vereine aller Ligen getroffen. Wobei sich die Erstligisten weitestgehend dagegen aussprachen. Inzwischen soll der Modus nochmals diskutiert werden.

Davon machen die Chemnitzerinnen ihre Entscheidung nicht mehr abhängig. Das hat auch finanzielle Gründe. Bereits jetzt müsste die Startgebühr von 1000 Euro überwiesen werden. Zurückliegend waren es generell immer Kraftakte, das Saisonbudget von 15.000 Euro zu stemmen. Einzig von der Sparkasse kam Unterstützung, zudem halfen Überschüsse von Top-Veranstaltungen oder der Verkauf von eigens kreierten Kalendern. Nun soll zudem auch noch die Zahl der Wettkämpfe steigen. "Diese Ausgaben investieren wir lieber in die Arbeit mit den Mädels am Stützpunkt, die wir für internationale Aufgaben vorbereiten", stellt Gabi Frehse klar. Geplant ist jedoch, weiter eigene Veranstaltungen zu organisieren. So findet Ende Juni 2018 die erste EM-Qualifikation in Chemnitz statt.

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