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Als die große Mehrheit wegschaute, schwieg und verdrängte

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Mehr als fünf antisemitische Straftaten pro Tag: Das sei traurige Realität im deutschen Alltag von heute, mahnte Chemnitz' Oberbürgermeister Sven Schulze anlässlich einer Gedenkfeier an dem Ort, wo bis 1938 die Synagoge der Stadt stand. 150 bis 200 Gäste hatten sich am Mittwoch auf dem Stephanplatz versammelt, um dem Geschehen am 9. November vor 84 Jahren zu gedenken, als auch in Chemnitz das jüdische Gotteshaus brannte. 172 jüdische Männer seien damals verhaftet und nach Buchenwald, weitere 14 ins Gefängnis auf dem Kaßberg gebracht worden, erinnerte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Dr. Ruth Röcher. Schulze zitierte aktuelle Zahlen des Bundesinnenministeriums und erklärte: Heute erkenne man leider Parallelen zu damals, als: "Die große Mehrheit wegschaute, schwieg und verdrängte." Ortswechsel: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", mit diesen Worten vom Begründer der Stolperstein-Aktion, Gunter Demnig, ist vor der Oberschule in Lichtenau dreier jüdischer Familien gedacht worden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. 2021 waren sechs Messingtafeln - Stolpersteine genannt - dort verlegt worden. Nun putzten Schüler die Tafeln. Mit dem Verlesen der Biografien sollte die Erinnerung wach bleiben. Dazu wurden Kerzen angezündet. Lichtpunkte in Form von Kerzen wurden am Abend auch an der neuen Synagoge an der Stollberger Straße gesetzt. Mit dabei die letzte Holocaustüberlebende der Stadt, Renate Aris. (suki/bj)

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