Chemnitz verbietet Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen

Chemnitz.

Chemnitz hat als erste sächsische Großstadt ein Verbot für die Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen verhängt. Bei Verstößen gegen das Verbot drohen laut Rathaus Bußgelder von 1000 bis zu 50 000 Euro.Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sind die Wasserstände in Chemnitzer Gewässern derzeit aufgrund der anhaltenden Trockenheit sehr niedrig. Werden sie komplett trocken, gefährde das Pflanzen und Tiere, heißt es weiter in der Mitteilung. Der Grund: Durch niedriges und immer wärmeres Wasser sinkt der Sauerstoffgehalt, sodass Gewässer sich selbst weniger gut reinigen können. Die Folge: Mehr Algen wachsen. Fische und Kleinstlebewesen sterben. Das Abpumpen oder Ableiten von Wasser aus den Bächen verschärft diese Situation.

Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie betrug der Pegelstand der Zwönitz im Stadtteil Altchemnitz nur noch 13 Zentimeter. An der Würschnitz in Harthau wurden 69 Zentimeter gemessen. Der Pegel der Chemnitz stand in der Stadt bei 17 Zentimetern.


Nach den Wettervorhersagen sei auch weiterhin nicht mit größeren Niederschlagsmengen zu rechnen, so die Stadtverwaltung. Lokal begrenzte Regenschauer und Gewitterregen können kaum zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation beitragen. In diesem Zusammenhang weist die Untere Wasserbehörde darauf hin, dass es generell untersagt ist, Wasser mittels Pumpvorrichtungen zu entnehmen und dies in jedem Fall einer Erlaubnis durch die Untere Wasserbehörde bedarf. Auch das im Regelfall zulässige Schöpfen mit Handgefäßen - sogenannter Gemeingebrauch - sollte unterbleiben. Bei anhaltender Trockenheit und entsprechend niedrigen Wasserständen können bereits geringfügige Wasserentnahmen nachteilige Auswirkungen auf die Gewässerökologie haben. Die Wasserentnahme ist dann nicht mehr durch den Anlieger-, Eigentümer- und Gemeingebrauch gedeckt und somit unzulässig. Auf keinen Fall dürfen Bachläufe durch das Wasserentnehmen austrocknen. Dies gilt auch für die Entnahme durch Eigentümer und Nutzer von Grundstücken an Bächen, Kleingärtner und Kleingartenvereine.

Werden bei Gewässerkontrollen Verstöße festgestellt, kann dies als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und ein Bußgeld von 1000 bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. (fp/mit dpa)

Fragen zum geltenden Wasserrecht an die Untere Wasserbehörde des Umweltamtes unter Telefon 0371 4883601 oder per E-Mail an die Adresse umwelt.wasser@stadt-chemnitz.de. Für die Hauptfließgewässer Chemnitz, Zwönitz und Würschnitz können die aktuellen Daten zum Durchfluss und zu den Wasserständen über die Online-Präsenz des Landeshochwasserzentrums abgerufen werden. 

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