Der Mann hinter dem Mega-Hit

Mit dem Song "Die immer lacht" landete das Duo "Stereoact" einen bundesweiten Chart-Erfolg. Der Entdecker der Band ist Torsten Katzschner. Er mischt längst weltweit in der Musikszene mit.

Annaberg-Buchholz/Chemnitz.

Er ist Discjockey, Musikmanager, Betreiber eines eigenen Plattenlabels und Hit-Produzent. Er steht hinter dem Duo Stereoact und deren Hit "Die immer lacht". Als Entdecker und Manager der Band hat Torsten Katzschner einen Riesencoup gelandet. Doch eine große Welle will er deshalb nicht schlagen.

Platin-Status! Kürzlich klingelte Katzschners Handy. Da erfuhr er, dass sich der Immer-lacht-Song sage und schreibe 400.000 Mal verkauft hat. "Der Erfolg gebührt natürlich in erster Linie den Interpreten und der Urheberin des Songs", sagt Torsten Katzschner. Das Duo Stereoact, zu dem die Musiker Rico Einenkel aus Gornsdorf und Sebastian Seidel aus Annaberg-Buchholz gehören, mixte im vergangenen Jahr das Lied der Sängerin Kerstin Ott neu ab. Sie hatte es für eine erkrankte Freundin geschrieben und online gestellt. Ohne die Hintergrundarbeit von Katzschner wäre der Elektro-Mix des Songs jedoch kaum so durch die Decke gegangen. Mit seinem Chemnitzer Label Tokabeatz betreute er Stereoact seit Jahren. "Ich habe den Jungs immer gesagt, wer fleißig ist und kontinuierlich arbeitet, landet irgendwann einen großen Knaller", erinnert sich der Chemnitzer. "Mit der aktuellen Nummer war es jetzt soweit." Aber: Ohne großes Musiklabel und ohne Verlag geht auf dem weltweiten Markt gar nichts. Deshalb brachte Katzschner seine über Jahre hinweg aufgebauten, exzellenten Kontakte ins Spiel, vermittelte die Jungs aus dem Erzgebirge an das größte deutsche, auf elektronische Musik spezialisierte Plattenlabel Kontor-Records in Hamburg. Die Mitarbeiter dort betreuen bekannte Künstler wie DJ Antoine oder Die Atzen. Katzschner weiß: "Um Alben in großen Elektronikmärkten zu platzieren, um Radio- und TV-Sender aufmerksam zu machen, um Konzertveranstalter auf den Plan zu rufen, da braucht es die großen Plattenfirmen." Es sei eine seiner Aufgaben als Labelbetreiber, Promoter und Manager, Künstler genau an diese Unternehmen zu vermitteln. Diese Zusammenarbeit funktioniere nicht nur bei Stereoact, wo Tokabeatz und Kontor-Records kooperieren, sondern auch bei dem Erfurter DJ-Duo Gestört aber Geil.

Auch die Musiker sind deutschlandweit mit ihren Musik-Mixen gefragt. Erst vor einigen Wochen füllten sie den Großen Saal der Chemnitzer Stadthalle. Auch sie wurden ursprünglich von Katzschner unter Vertrag genommen, bei Tokabeatz betreut, wo sie Aufmerksamkeit erregten. Heute vermarktet ebenfalls Kontor-Records die Aufsteiger.

Torsten Katzschner vergisst bei der Vermittlung jedoch seine eigene Musikkarriere nicht. Im Jahr 1989 startete der heute 43-Jährige als Discjockey durch. "Ich bin auf die bekanntesten Musikmessen der Welt gefahren, um auf mich und mein Label aufmerksam zu machen, habe eine Menge Zeit und Geld investiert", erinnert er sich. Bis die ersten Veranstalter dachten: Den gucken wir uns mal genauer an. Torsten Katzschner legte daraufhin als Discjockey bei Festivals auf der ganzen Welt auf. In Russland zum Beispiel, in Polen, in Taiwan, auf Ibiza - mal vor 100.000 tanzwütigen Fans, dann mal vor 50.000. Erst vor ein paar Wochen flog er nach Miami zum größten Musikspektakel des US-amerikanischen Sonnenstaates, der Miami-Music-Week. Im Mai steht wieder Mallorca an, wo er den Videodreh zur neuen Single von Stereoact begleitet. Zudem geht es ins Studio, um den Matthias-Reim-Song "Alles was ich will" mit seinem Musikerkollegen Steve Murano gemeinsam elektronisch aufzupeppen. "Darüber habe ich mich mit Matthias Reim erst vor einigen Tagen am Rande der Echo-Preisverleihung abgestimmt", so der Produzent.

Dass er ständig durch die Welt jettet, gehört für ihn längst zum Alltag. Denn insgesamt hat Torsten Katzschner etwa 300 andere Künstler unter Vertrag, mit ihnen knapp 460 Songs publiziert. Manche werden auf gemischten Dance-Alben veröffentlicht, andere weltweit in Clubs gespielt. Was einen richtigen Hit ausmacht? Katzschner sagt: "Ein Titel muss zunächst sehr gut sein, das gewisse Etwas haben und vor allem polarisieren." Beispiel Stereoact. Der Song "Die immer lacht" wurde in den sozialen Netzwerken auch mit Karikaturen und ablehnenden Sprüchen kommentiert. "Aber damit waren wir die ganze Zeit über präsent. Die Leute haben drüber geredet", freut sich der Produzent. Seine Heimat Chemnitz will er trotz seiner weltumspannenden Arbeit nicht verlassen. "Wieso sollte ich? Meine Familie lebt hier, meine Freunde." Er führe ein wunderbar ruhiges Privatleben und könne entspannt seine Arbeit erledigen. Schnell am Flughafen sei er von Chemnitz aus allemal. "Was soll ich also in Rom, Paris oder Miami?"

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