Wie Thalheims Stadtchef beim FC Erzgebirge hilft

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Bürgermeister Nico Dittmann ist seit dem Rücktritt von Präsident Helge Leonhardt beim FCE im Interimsvorstand - und widmet sich nun der Rettung des Vereins.

Thalheim/Aue.

Mit seiner direkten Art stößt er Menschen manchmal vor den Kopf. Das weiß Nico Dittmann (parteilos). "Aber ich kann nicht anders. Ich bin eben geradeheraus, wie man im Erzgebirge so schön sagt. Ich spreche Probleme lieber direkt an", gibt der Thalheimer Bürgermeister unumwunden zu. Aktuell mutet sich der Stadtchef eine Zusatzaufgabe zu. So gehört Dittmann seit dem Rücktritt von Präsident Helge Leonhardt zum fünfköpfigen Interimsvorstand des FC Erzgebirge Aue.

Der Fußball-Drittligist befindet sich in Schieflage. Das schmerzt Dittmann zu allererst als Fan der Veilchen sehr. "Eingetreten bin ich in den Verein 2014, aber schon vorher war ich viele Jahre treuer Fan und habe einige Höhen und Tiefen erlebt", sagt er. Zuletzt hospitierte er ein Jahr lang im Aufsichtsrat, weil er in das Gremium nachrücken sollte. Nun kam alles anders. "Ich wurde gefragt, ob ich helfe. Und zögerte nicht", sagt Dittmann. Die Veilchen seien ein wertvolles Aushängeschild für die ganze Region. "Sie haben Aue und das Erzgebirge bundesweit bekannt gemacht. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Verein wieder auf Kurs bringen." Im Interimsvorstand seien vor allem seine Qualitäten als Behördenleiter gefragt. "Ich bin ein Mann, der Strukturen kennt, kann organisieren und gehe Probleme offensiv an", sagt Dittmann. 2013 war Dittmann mit 28 Jahren jüngster Bürgermeister in Sachsen und wurde 2020 wiedergewählt.

Beim krisengebeutelten FCE obliegt ihm in erster Linie die Organisation der Mitgliederversammlung inklusive der Neuwahlen aller Vereinsgremien. "Es ist nicht mehr lang hin und viel vorzubereiten", sagt er mit Blick auf den Termin am 12. November. "Doch aufschieben bringt nichts. Das wäre der falsche Weg. Der FCE braucht sofort einen Neuanfang", so der 37-Jährige und hofft, dass sich sportliche Erfolge bestenfalls noch schneller einstellen.

Dem Fußball ist er vielseitig verbunden. So sitzt er im Vorstand des SV Tanne Thalheim, dessen erste Männermannschaft in der Landesklasse West kickt. Auch selbst schnürt er die Töppen - dienstlich sogar, ausdrücklich abgesegnet von seinem Stadtrat. Dittmann spielt als Mittelfeldmann in der Nationalmannschaft der Bürgermeister. Mit dieser Elf ist er dieses Wochenende bei einem Turnier in Rheinstetten bei Karlsruhe. Das Toreschießen sei dabei nur ein Aspekt. "Ich nutze solche Kontakte, um Netzwerke aufzubauen und zu schauen, wie es anderswo läuft. Manchmal kann man sich Strategien und Dinge abschauen", so Dittmann. Zudem erfahre man, wie das Erzgebirge andernorts gesehen und bewertet wird.

Entscheidungen braucht es auch beim FCE. Wobei Dittmann mit Blick auf den Neuanfang ein gutes Gefühl hat. "Es ist eine einmalige Chance." Mit Matthias Heidrich als neuem sportlichen Leiter sei eine Baustelle erledigt. "Nun geht es noch um Trainerfrage, Mitgliederversammlung, Wahl der Gremien und eine gute Besetzung aller Fachbereiche." Eine Mammutaufgabe. "Aber auf Zeit, deshalb lässt es sich für mich stemmen." Und in Zukunft? Da legt sich Dittmann nicht fest. "Ich kann mir vorstellen, weiterhin im Verein mitzuwirken", sagt er. "Aber nur in einer Position, die ich neben meiner tagesfüllenden Aufgabe als Bürgermeister leisten kann."

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