Nach Tod einer Vierjährigen beim Lkw-Tauziehen: Strafverfahren gegen Fahrer eingestellt

Schwarzenberg/Aue.

Der tragische Unfalltod eines vierjährigen Mädchens aus Schwarzenberg beim Tauziehen mit einem Lkw ist am Donnerstag am Amtsgericht Aue aufgearbeitet worden. Am Ende wurde das Strafverfahren gegen den 37-Jährigen eingestellt, der damals am Steuer des W50 gesessen hatte. Er muss aber 2000 Euro an die Kreisverkehrswacht Aue-Schwarzenberg zahlen. Dem Mann war kein Fehlverhalten nachzuweisen. Der Richter sah ein "ganz, ganz geringes Maß an Schuld". Es bleibe nur der Vorwurf: "Hätte das Seil vielleicht länger sein müssen? Hätten Sie schon angesichts des Geländes Stopp sagen müssen?"

Die Verteidigung hatte zuvor argumentiert, der Fahrer habe nichts falsch gemacht. Es gebe keine Anhaltspunkte, die für eine Verurteilung ausreichen. Der Staatsanwalt stimmte dieser Sichtweise letztlich zu. Ursprünglich lautete die Anklage auf fahrlässige Tötung.

Das Mädchen gehörte im Juni 2017 zu etwa 40 Jungen und Mädchen, die in Schwarzenberg an der Kinderrüstzeit einer Religionsgemeinschaft teilnahmen. Bei einem Spiel sollten die Kinder einen Lkw ziehen. Obwohl mehrere Aufsichtspersonen an der Strecke standen, geriet das Kind plötzlich unter eines der Vorderräder des langsam rollenden W50 und wurde etwa einen Meter mitgeschleift. Es starb an seinen schweren Verletzungen.

In der Verhandlung wurde festgestellt, dass der Fahrer auf den ersten Warnruf einer Ordnerin sofort eine Vollbremsung eingeleitet hatte. Wie das Mädchen aus der Kinderschar am Seil vor den Lkw fallen konnte, ließ sich nicht mehr aufklären. (mu)

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