Krankenhäuser Stollberg und Olbernhau werden für Corona-Patienten freigezogen

Die Anzahl der bekannten Corona-Infektionen im Erzgebirge steigt täglich. Um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können, werden zusätzlichen Behandlungskapazitäten geschaffen. Auch weitere Corona-Teststellen sind in Vorbereitung.

Stollberg/Olbernhau.

Die Krankenhäuser in Stollberg und in Olbernhau sollen ab dem heutigen Freitag für die Behandlung von Corona-Patienten Stück für Stück freigezogen werden. Damit will die Krankenhaus Gesundheitsholding Erzgebirge GmbH, zu der auch die Krankenhäuser in Annaberg-Buchholz sowie Zschopau gehören, zusätzliche stationäre Behandlungskapazitäten, rund 500 Betten, schaffen, um so im Bedarfsfall auf die wahrscheinlich noch stark steigende Infektionszahl reagieren zu können.

"Noch musste kein Erzgebirger klinisch untergebracht werden", sagte Landrat Frank Vogel (CDU) auf einer am Donnerstag extra angesetzten Pressekonferenz. Sowohl die aktuell nachgewiesenen Erkrankten als auch weitere circa 1100 Personen seien derzeit noch in häuslicher Isolation. "Nichtsdestotrotz wollen wir aber schon jetzt für alle Eventualitäten vorbereitet sein", sagte Vogel. Die Umstellung eines Krankenhausbetriebs sei nicht in zwei, drei Stunden zu erledigen. Deshalb habe man am Mittwochabend bei einer Krisensitzung die Entscheidung getroffen, die beiden kleinsten Häuser der kreiseigenen Krankenhausholding für Corona-Patienten freizuziehen. Konkret bedeute das, so Vogel, dass vom heutigen Freitag an jene Patienten, die nach Hause können, entlassen werden. Und jene, die weiter versorgt werden müssen, kommen in die Krankenhäuser nach Zschopau oder Annaberg-Buchholz. "Damit haben wir dann zwei separate Häuser, in den ausschließlich Corona-Patienten behandelt werden können", so Vogel. Dr. Jürgen Prager, Ärztlicher Direktor des Erzgebirgsklinikums Annaberg, betonte, dass dadurch Ansteckungsrisiken minimiert und eine bestmögliche Behandlung aller Patienten ermöglicht werde. Zudem minimiere dies auch die Ansteckungsgefahr für das Personal.

In Vorbereitung ist zudem das Einrichten zusätzlicher Entnahmestellen für Corona-Tests an allen vier Krankenhäusern der Holding. Derzeit werden entsprechende Flächen gesucht, auch an Zeltlösungen sei gedacht, so Vogel. Eine Entnahmestelle habe sich bereits am Helios-Klinikum in Aue bewährt. Die Termine, wann und wo zusätzliche Teststellen öffnen, werde alsbald bekannt gegeben. Darüber hinaus sei der Landkreis bemüht, weitere Labor-Kapazitäten zu binden. "Der Druck wächst jedoch", berichtete Vogel. Auch bemühe man sich um ausreichend Schutzkleidung. Doch da müssten Bund und Land bei der Wirtschaft Druck machen.

Corona-Tests werden nach wie vor in ausgewählten Hausarztpraxen vorgenommen. "Kliniken und Hausärzte entscheiden selbst, wer getestet wird", so Vogel. Nach wie vor gelte: Getestet wird, wer aus einem Risikogebiet komme oder mit solchen Personen in Kontakt stand und Krankheitssymptome aufweist.

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2Kommentare
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  • 2
    0
    Alcapone
    20.03.2020

    Im Erzgebirge werden sehr gut die Weichen gestellt! Das klingt sehr vernünftig.

  • 3
    0
    Julk1988
    20.03.2020

    Sehr gute und vorausschauende Entscheidung.