Lesen in der Coronakrise: Diese Lektüre lohnt sich

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Diese Heimatlektüre vertreibt nicht nur die Zeit, sondern öffnet neue Horizonte.

Die Coronakrise verlangt vieles ab. Die Welt ist nicht gewohnt offen und der Alltag sieht schon lang anders aus. Mit dieser Seite wollen wir ein vergnügliches Angebot machen: Lesen im Lockdown, und das fast geschenkt. Denn jedes Buch, das hier vorgestellt wird, kostet nur zwei Euro. Heimatlektüre, die nicht nur die Zeit vertreibt, sondern neue Horizonte eröffnet. Denn wie formulierte es die amerikanische Dichterin Emily Dickinson so treffend: "Um weit zu reisen, gibt es kein besseres Schiff als ein Buch."

Und so laden wir zu einer Buchreise ein: nach Sachsen, nach Afrika, auf Türme und Berge. Es gibt Entdeckerlust, Sportsgeist, Brauchtum, frische Luft und die große Liebe. Viel Vergnügen beim Lesen im
Lockdown mit den Werken aus dem Chemnitzer Verlag, der natürlich noch viele andere Buchtitel aktuell nur im Online-Shop bereithält.

Kutten, Kohlen und Karpfen

Bräuche erzählen uns von Traditionen und dem Leben früherer Generationen: Dieses Buch bringt sie uns wieder näher.

"Hier bin ich zu Hause. Das ist meine Heimat", schreibt Autorin Ute Krebs im Vorwort zu ihrem Buch "Das Bilderbuch der Bräuche". Und wie der Titel schon sagt, fangen die Fotos von Wolfgang Schmidt gelebte Traditionen in Sachsen ein.

Das Abfischen am Horstsee ist das größte Event seiner Art in Deutschland. 100.000 Besucher schauen zu. Auf das Prozedere hatte schon Kurfürst August um 1550 ein Auge, wenn die Ernte eingebracht wurde: Denn er wollte genau wissen, was aus seinen Teichen zu holen war, galt er doch als einer der erfolgreichsten Wirtschaftspolitiker auf einem deutschen Fürstenthron.

14 sächsische Bräuche stellt die Autorin vor, wunderbare Bilder halten jene Menschen fest, die diese Traditionen vor dem Vergessen bewahren. Das Bilderbuch der Bräuche ist eine Zeitreise durch den Freistaat. Die Schifferfastnacht bei Prossen, die Vogelhochzeit, Ostern bei den Sorben oder die Mönchszüge auf den Berg Oybin erzählen vom Leben vor hunderten Jahren. In Kutten laufen die Mönche noch heute singend durch den Ort und erinnern an ein Leben fernab der Welt. In so eine vergangene Welt entführen auch die Köhler von Sosa, wenn sie Holzkohle wie vor 700 Jahren herstellen und erzählen, dass vor der Nutzung der Steinkohle, die Holzkohle das "schwarze Gold" war. Gelebte Traditionen sind auch gelebte Geschichte, weil Menschen und ihr Alltag lebendig werden und wer das nächste Mal Holzkohle kauft, wird sich bestimmt an die Köhler erinnern ...

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Reise ins Ungewisse

August der Starke wollte der Welt zeigen, wozu er fähig war: finanziell, diplomatisch, organisatorisch. Doch das Ende der von ihm ausgesandten Afrika-Expedition erlebte er selbst nicht mehr.

August der Starke hatte viele Visionen - und er ließ sie sich etwas kosten. Eines der abenteuerlichsten Unternehmen, dass der polnische König und sächsische Kurfürst in Auftrag gab, war eine Expedition nach Afrika. Sieben Männer unter Leitung des Leipziger Mediziners Johann Ernst Hebenstreit, bei Reiseantritt gerade mal 29 Jahre alt, machten sich im November 1731 auf den Weg nach Tunis, um seltene Pflanzen und exotische Tiere für den sächsischen Hof zu beschaffen und, unausgesprochen, womöglich das Terrain für künftige Kolonien zu sondieren.

Doch die Expedition stand unter keinem guten Stern. Beinahe wären die Männer gar nicht angekommen, weil der Kapitän ihres Schiffes den Hafen von Algier verfehlte. Doch dann erlebten sie einen fremden Kontinent, eine fremde Kultur und fremde Religionen, die ihnen eine Ahnung davon gaben, dass es die Menschen auf der Erde mit all ihren Unterschieden gemeinsam aushalten müssen. Und ein paar Löwen schickten sie schließlich auch nach Dresden ...

Eberhard Görner erzählt nach Tagebüchern der Expeditionsteilnehmer und historischen Dokumenten eine Episode sächsischer Geschichte - spannend wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Der Chemnitzer Grafiker Ingolf Höhl hat sie kongenial illustriert.

Am Ende der Reise blieben mehr Fragen als Antworten, und ein langes Leben hatten die aus Afrika mitgebrachten Sammlungen auch nicht. Die Devotionalien wurden im Naturalienkabinett des Dresdner Zwingers der Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht. Doch beim Dresdner Maiaufstand 1849 vernichtete ein im Zwinger ausgebrochener Brand die dort untergebrachten Sammlungen dieser Expedition zu einer der ersten zur wissenschaftlichen Erforschungen Afrikas. Für Johann Ernst Hebenstreit, den Expeditionsleiter, aber blieb die weit über seine Zeit hinausreichende Erkenntnis: "Wir haben beim Besuch der nördlichen Provinzen Afrikas begriffen, dass die besten Länder ohne die Sorgfalt weiser Fürsten arm und unfruchtbar werden. Auch werde ich mich nicht mehr zu Vorurteilen hinreißen lassen, dass man über die Sitten anderer Länder immer eine schlechtere Meinung als über die eigenen hat. Da wünsch ich mir eine ganz neue Sittenlehre in der Politik."

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Die Kraft der Liebe

Helga Kadens Roman nach einer wahren Geschichte

Weltgeschichte geschieht auch vor unserer eigenen Haustür. Davon handelt der berührende Roman "Stark wie der Tod" der Seiffenerin Helga Kaden über "eine Liebe in dunkler Zeit". Es ist die Liebe der Katharina Rauschenbach zu dem Halbjuden Alfred Kalwo während des Nationalsozialismus. Beispielhaft für das Leben vieler schildert die Autorin, wie sich das Paar findet, verliert, wiederfindet. Unterwegs erleben die beiden Bedrohung, Verfolgung, Hass und Feindschaft, aber auch Tapferkeit, Hilfe und Solidarität. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, die sich in Sachsen und im erzgebirgischen Olbernhau zugetragen haben.

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Hoch hinaus

Aussichtstürme rund um Sachsen

Manche stehen einsam mitten in der Landschaft, andere ragen in der Stadt über die Dächer der anderen Häuser hinaus. Autor Robert Dick hat mehr als 100 Türme rund um Sachsen - in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und in der Tschechischen Republik erklommen. Im Band 2 der "Turmtour" stellt er sie in Wort und Bild vor. Vom luftig-modernen Haidemühlturm in Brandenburg über den Entdecker- und Kletterturm im thüringischen Ronneburg, den Asenturm auf dem bayerischen Ochsenkopf bis zum "Bauwerk des Jahrhunderts" im tschechischen Liberec laden bekannte und unbekannte Türme zum Besuch ein.

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Titel, Tore und Enttäuschungen

Fußball, vielleicht Sport überhaupt, soll ja die schönste Nebensache der Welt sein. In einigen Büchern des Buchprogramms der "Freien Presse" aber ist er aber zur spannenden Hauptsache geworden.

"Die großen Derbys" von Erik Kiwitter blickt auf legendäre Kämpfe zwischen den Oberliga-Mannschaften BSG Wismut Aue, FC Karl-Marx-Stadt und BSG Sachsenring Zwickau zurück. In beeindruckenden Fotos von Frank Kruczynski werden die heiß umkämpften Schlachten lebendig, die von Spielern wie Konrad Schaller, Dieter Schüßler, Jörg Weißflog (Aue), Jürgen Bähringer, Joachim Müller, Hans Richter (Karl-Marx-Stadt) oder Jürgen Croy, Michael Glowatzky, Alois Glaubuitz (Zwickau) geprägt wurden.

Um manchmal sogar unerwünschte Siege und unerwartete Niederlagen geht es in einem weiteren Buch von Erik Kiwitter: "Tragik und Triumph" erzählt zum Teil fast vergessene Sportgeschichten - eine ungewöhnlicher als die andere. Da ist der verunglückte Motorradrennfahrer Jonas Hähle, dessen Organspenden fünf anderen Menschen Leben rettete. Da ist der einst stärkste Mann der DDR, Werner Arnold aus Oberlungwitz, der bis heute noch einen Juniorenrekord im Gewichtheben hält. Oder Fußballer Gotthard Zölfl, der als großes Talent galt, aber jäh abstürzte und fast unbemerkt starb. Und nicht zuletzt die Geschichte des Radrennfahrers Bernhard Eckstein, der überraschend die Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring 1960 gewann, für den aber ein anderer gefeiert wurde.

Manchmal hatten auch der Chemnitzer Fußballklub und seine Vorgänger-Mannschaften etwas zu feiern. Daran erinnert "Träume, Titel, tausend Tore" mit"Chemnitzer Fußballgeschichten" von Christoph Schurian. Der Autor hat die Geschichte des Fußballs vom ersten Kick im Küchwald über die Auswirkungen der Nazi-Herrschaft und des Krieges bis in die DDR-Zeit samt Stasi-Einfluss sehr anekdotenreich beschrieben.

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Kompakt und informativ

Die "Sächsischen Wanderführer" von Hans-Gerd Türke vereinen gut lesbare, konzentrierte Wegbeschreibungen mit ausführlichen Informationen über Natur und Kultur.

Der "Sächsische Wanderführer Band 7" beschäftigt sich mit Elbsandsteingebirge und Sächsischer Schweiz. Die acht Routen im siebenten Band führen zu zahlreichen Aussichtspunkten. Besucht werden unter anderem der Pfaffenstein und Gohrisch, die Kaiserkrone und die Zschirnsteine, die zu den schönsten Erhebungen in der Sächsischen Schweiz gehören.

Auch der "Sächsische Wanderführer 8" vermittelt mit seinen 14 Touren großartige landschaftliche Eindrücke: Vom Kirnitzschtal mit dem Lichtenhainer Wasserfall über die Schrammsteine, zu den Affensteinen, am Kuhstall und Kipphorn entlang führt der Wanderführer durch die schöne sächsisch-böhmische Landschaft.

Im "Sächsischen Wanderführer 10" führt der Autor ins Mittlere Vogtland. Er bewandert unter anderem landschaftliche Sehenswürdigkeiten wie die Vogtländische Schweiz, die Talsperren Pöhl und Pirk sowie das Burgsteingebiet und begibt sich in die Syrauer Drachenhöhle. Dem kulturhistorisch interessanten Plauen ist ein ausführlicher Rundgang gewidmet.

Im "Sächsischen Wanderführer 11" beschäftigt sich Hans-Gerd Türke mit den vielfältigen Reizen des Oberen Vogtlandes einschließlich der Kurbäder Elster und Brambach, dem Elstergebirges zwischen Posseck im Westen sowie Schöneck im Osten und Schönberg im Süden an der böhmischen Grenze.

Wanderführer 3, 6, 7, 8, 9, 10, 11 (je zwei Euro) unter: www.freiepresse.de/meinshop

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