Augustusburger Bürgermeister will für zwei Wochen harten Lockdown

Statt einer möglichen Verlängerung um zwei Monate, wie sie vom Bundeskanzleramt angekündigt wurde, will Dirk Neubauer nun eine andere Strategie. Mit konsequenter Ausgangssperre.

Augustusburg .

Der Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer zeigt sich besorgt angesichts der Ankündigung aus dem Bundeskanzleramt, den Lockdown möglicherweise um weitere zwei Monate zu verlängern. "Wir können keinen weiteren zwei Monate in dieser Form verkraften. Jedenfalls nicht mit der vagen Aussicht, dass dann alles irgendwie vielleicht gut ist", schrieb Neubauer am Dienstag im sozialen Netzwerk Facebook und in seinem Internet-Blog. Der Bürgermeister fordert eine Strategie, um so gut wie möglich mit der Pandemie zu leben. "Alles andere bewältigen wir nicht mehr", sagt er und macht einen eigenen Vorschlag für die kommenden Tage: Neubauer plädiert für einen zweiwöchigen harten Lockdown mit konsequenter Ausgangssperre. Nur die notwendigen Einkäufe von Waren des täglichen Bedarfs sollten erlaubt sein. Arbeiten dürfen sollen nur systemrelevante Berufe. "Der Rest ruht und wird entschädigt."

Danach soll innerhalb von weiteren zwei Wochen, der Alltag langsam wieder hochgefahren werden. Schulen und Kitas sollen im eingeschränkten Betrieb bleiben. Danach könnte Neubauer zufolge weitgehende Normalität einziehen: Mit Hygienekonzepten und konsequent digitalen Kontaktverfolgungssystemen in Einzelhandel, Kulturbetrieben, Gastronomie und Tourismusbranche. Begleitende Bausteine sind eine forcierte Schutzimpfung, ein flächendeckendes Schnelltest-Regime, das auch durch private betriebene Testzentren ergänzt wird, sowie der Ausbau der digitalen Lernsysteme für Schüler und die Verwendung von ausschließlich medizinischen Mund-Nasen-Masken im Alltag - keine Schals oder ähnliches, so Neubauer. Er fordert zudem, Verstöße gegen die Abstands- und Hygieneregeln konsequent zu verfolgen und zu bestrafen.

Das alles seien Vorschläge, so Neubauer. "Ich behaupte nicht zu wissen, wie es geht. Ich rege an. Weil ich denke, das die Suche nach langfristigen Lösungen das ist, was wir brauchen, um irreparable Schäden zu begrenzen."

Die ersten Reaktionen auf die am Dienstag veröffentlichten Thesen waren Zustimmung. Zuletzt hatte der Augustusburger Bürgermeister mit seinen Veröffentlichungen und den Aufrufen zu mehr Disziplin bei der Einhaltung der Corona-Regeln häufig kontroverse Debatten ausgelöst. Er wünsche sich eine Diskussion, sagt der Bürgermeister. "Wir brauchen eine Aussicht, die realistisch ist." Er habe zuletzt in vielen Gesprächen viel Müdigkeit und wenig Hoffnung gespürt. Das bereite ihm große Sorgen. (mbe)

www.dirkneubauer.de

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44 Kommentare
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  • 1
    0
    DG81
    14.01.2021

    Die Lösung des harten Lockdowns funktioniert auch in anderen Ländern nicht. Gerade jetzt im Winter ist das Niveau gleich egal ob Lockdown oder nicht.

    Punkt Entschädigungen: Es laufen ja jetzt erst die Auszahlungen der Hilfen vom November an. Wie soll man da nun alle Entschädigen. Unmöglich lösbar.

    Punkt 14 Tage: Auch bei einen kompletten Lockdown kann keiner sagen ob nach 14 Tagen die Zahlen niedrig genug sind. Was machen wir dann ? Auch immer weitere 14 Tage verlängern ?

    Punkt Digitale Systeme: Sehr gute Idee, denke aber in Deutschland schon rechtlich nicht umsetzbar und eine technische Zulassung würde auch Monate dauern.

    Vorschlag: einfach weniger Panik verbreiten und mal 1 Monat noch so lassen. Zahlen sinken aktuell und auf die Steigerung von Weihnachten wartet man weiterhin. Die Mutation haben wir bereits seit Anfang Dezember wenn man sich die Zahlen anschaut. Aktuell sucht man danach und wird sie auch finden was in erneuter Panik münden wird.

  • 3
    3
    Tom123
    13.01.2021

    Dieser Unsinn hat in keinem anderen europäischen Land funktioniert. Zahlen gehen danach sofort wieder hoch. Siehe Tschechien und Irland.

  • 4
    2
    Lola
    13.01.2021

    Ich wäre auch dafür! In anderen Ländern funktioniert es doch und zum teil zumind. erfolgreich!

    Ich hab´s wzb.: die ganze Zeit nicht verstanden, dass die Regierung trotz notwendigen Lockdown die Menschen in den Auslandsurlaub weiter fliegen lassen.

    Wzb.: der Radius von 15km könnte auch auf 1 km oder die nächstgelegende Lebensmitteleinkaufsmöglichkeit begrenzt werden. Hat doch in anderen Ländern auch funktioniert!

  • 5
    1
    1624480
    13.01.2021

    Bin dabei. Ich stimme voll zu.