Geburt in Mittweida: Das gehört in die Kliniktasche

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Rechtzeitig packen und ja nichts vergessen - das denken werdende Mütter über die Kliniktasche. Was Schwangere unbedingt mit in den Kreißsaal im Mittweidaer Krankenhaus bringen sollten und was zuhause bleiben kann, berichtet die leitende Hebamme Peggy Kruggel.

Mittweida.

"Woran muss ich denken, was darf ich auf keinen Fall vergessen?" Wer sich auf die Geburt seines Kindes vorbereitet, wird dazu verleitet, die Suchmaschinen im Internet zu befragen. Gesucht wird dabei eine Antwort auf die Frage: "Was gehört in die Kliniktasche?". Schwangere finden viele Ratschläge online. Doch was davon ist tatsächlich relevant, wenn die Entbindung im Landkreis Mittelsachsen Krankenhaus LMK in Mittweida geplant ist?

Peggy Kruggel, die leitende Hebamme im Klinikum Mittweida, fasst die wichtigsten Inhalte einer Kliniktasche zusammen. Die 50-Jährige ist seit 2015 in Mittweida als Hebamme tätig. Geboren in Döbeln hat sie ihre Ausbildung zur Hebamme in Leipzig 1994 abgeschlossen. Im Gespräch mit der "Freien Presse" sagt sie über die Geburt: "Je mehr man plant, desto weniger läuft es nach Plan." Dennoch benötige die Kliniktasche etwas Vorbereitungszeit.

Der beste Zeitpunkt, um die Tasche zu packen

Am besten, da sind sich die Google-Suchergebnisse und das Krankenhaus Mittweida einig, sollte die Tasche vier bis sechs Wochen vor errechnetem Geburtstermin fertig gepackt sein. Bei Mehrlingen empfiehlt Peggy Kruggel, die Tasche zeitiger vorzubereiten, da eine Frühgeburt wahrscheinlicher sei. 

Aus Erfahrung erzählt die leitende Hebamme, dass am häufigsten die Hausschuhe vergessen werden. Sie empfiehlt daher, einen Zettel mit der Erinnerung "Hausschuhe einpacken" auf die bereits gepackte Tasche zu legen, um die sobald es los geht, nicht zu Hause stehen zu lassen.
 

Was gehört tatsächlich zur Geburt im Kreißsaal im Krankenhaus Mittweida in die Kliniktasche?

  • Versicherungskarte und Mutterpass sind zwingend notwendig
  • Zur Anmeldung des Babys durch die Klinik beim Standesamt: Stammbuch, Heirats- oder Geburtsurkunde, Vaterschaftsanerkennungsurkunde, Sorgerechtserklärung falls vorhanden, gegebenenfalls Scheidungsunterlagen
  • Ausgefüllten Aufklärungsbögen, die man zur Anmeldung erhält
  • Handy inklusive Ladekabel, um Kontakt zu halten, Fotos machen und für eine Playlist mit der Lieblingsmusik
  • Hausschuhe, da die Mutter viel zwischen Liegen, Stehen und Laufen wechselt
  • Haargummis und Haarbürste
  • Lippenpflege oder Cremes, die man gern nutzt
  • Kopfhörer mit Kabel und Aux-Anschluss

Dringend empfiehlt die Hebamme für den Partner auch, Snacks mitzubringen. Im Krankenhaus gibt es lediglich einen Automat. Handtücher bekommen Schwangere im Kreißsaal gestellt, ebenso ein Nachthemd. Wer sich aber in den eigenen Klamotten wohler fühlt, könne sich etwas mitbringen. Später auf der Station nach der Geburt sollten die Waschtasche, eigene Handtücher sowie gemütliche Kleidung nicht fehlen. 

Für das Neugeborene liegen erste Strampler, Socken und Mützen bereit. Peggy Kruggel betont, dass diese nicht wie "typisch Krankenhaus" aussehen, sondern von Eltern dagelassen wurden. Für die Station und den Heimweg sollten Eltern dann aber die eigenen Strampler und der Witterung angepasste Sachen mitbringen.

Geburtsplan aus dem Internet, Kopfhörer und der Mythos Ohrstöpsel

In einem sogenannten Geburtsplan formulieren Schwangere manchmal ihre Wünsche für die Geburt. Peggy Kruggel erzählt, dass etwa einmal in der Woche eine Schwangere so einen Plan in den Kreißsaal mitbringt. Es sei also eher selten der Fall. In dem Plan, der auch als vorformulierter Vordruck im Internet zu finden ist, geht es zum Beispiel darum, in welcher Position die Geburt stattfinden soll, ob der werdenden Mutter Schmerzmittel angeboten werden sollen oder welche sonstigen Details der Schwangeren wichtig sind. Die Hebamme sagt, dass darin oft Dinge stehen, die für die Hebammen bei der LMK bei selbstbestimmten Geburten selbstverständlich sind. "Wir gestalten die Geburt als schönes Erlebnis", so Kruggel.

Wer die TV-Anlage im Zimmer nutzen will, sollte dringend Kopfhörer mit Kabel und Aux-Anschluss mitbringen. "Viele haben inzwischen Airpods, die funktionieren an der Anlage nicht", weist Peggy Kruggel hin. Im Internet findet sich auch die Empfehlung, Ohrstöpsel mitzubringen. Diese könnten auf Station in einem Doppelzimmer hilfreich sein. Peggy Kruggel bezweifelt die Empfehlung, da die Mutter dann zwar andere Geräusche im Zimmer ausblenden kann, aber auch ihr eigenes Kind nicht mehr hört. Wer mehr Ruhe wünscht, könne allerdings eines der verfügbaren Familienzimmer buchen.

Was kostet ein Familienzimmer im Krankenhaus Mittweida?

Zum Tag der offenen Kreißsaaltür am vergangenen Samstag besichtigten etwa 150 Gäste über den Tag verteilt die Geburtenstation, wie Krankenhaus-Sprecherin Ines Schreiber mitteilte. Auch laut Peggy Kruggel war es eine gelungene Veranstaltung. Die Hebammen führten die Interessierten in kleinen Gruppen durch die Räumlichkeiten und zeigten auch die Familienzimmer. Standardmäßig kommen Mütter in Doppelzimmer, für 40 Euro pro Nacht können sie eines der Familienzimmer buchen. Wenn Paare zusammen übernachten wollen, steht dort ein Sofa im Raum, das zu einer Schlafmöglichkeit umfunktioniert werden kann. 

Eine Anmeldung zur Geburt im Krankenhaus kann etwa in der 35. Woche geschehen. "Aber wir schicken niemanden weg, der spontan vor der Tür steht", so Peggy Kruggel. Informationen erhalten Schwangere, die die Geburt in Mittweida planen, jeden Montag,18 Uhr. Um eine Anmeldung bei Peggy Kruggel unter der Telefonnummer 03727 991121 wird gebeten.

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