Mittweida erhöht Elternbeitrag für Krippe um 30 Prozent

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Die Stadträte haben beschlossen, dass es für Familien in Mittweida teurer wird, ihre Kinder in Krippe, Kindergarten oder Hort betreuen zu lassen. Eltern reagieren unterschiedlich.

Mittweida.

Seit Oktober 2016 sind die Kita-Gebühren in städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen in Mittweida nicht angehoben worden - anders als in vielen anderen Orten im Umland. Am Donnerstagabend entschieden die Stadträte nun mehrheitlich, dass die Beiträge in Mittweida steigen sollen. Für Familien wird es also teurer. "Das alles ist nicht schön. Vor allem, weil gerade alle Kosten steigen und den Menschen in sämtlichen Bereichen in die Tasche gegriffen wird. Aber es ist leider notwendig", sagt Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU). 

Weil die Stadt den Elternanteil für die Kinderbetreuung viele Jahre nicht erhöht habe, sei der Kostensprung jetzt mit knapp 60 Euro im Krippenbereich sehr hoch. Nun sei die Stadtverwaltung von Seiten des Freistaates verpflichtet, die Elternbeiträge anzuheben. "Denn die Kosten für einen Betreuungsplatz müssen vom Freistaat, von der Kommune und den Eltern mit jeweils festgelegten Anteilen gemeinsam getragen werden", erklärt der Oberbürgermeister. Eltern müssten laut Gesetz 15 Prozent der Gesamtkosten tragen. Derzeit zahlen Eltern für den Krippenplatz 188 Euro. Das seien aber nur 14,5 Prozent der Kosten. "Wir wollen die Erhöhung auf einen festen Betrag aber vor der diesjährigen Wintersaison machen, denn wir erwarten erheblich höhere Betriebskosten. Würden wir die Elternbeiträge erst nächstes Jahr erhöhen, müssten wir diese höheren Betriebskosten auch in den Elternbeitrag einbeziehen", erläutert Ralf Schreiber. 

Die Linke fordert Änderung 

Bei der Sitzung des Stadtrates diskutierten die Räte lange über die Höhe der Beiträge für Krippe, Kindergarten und Hort, die die Stadtverwaltung vorgeschlagen hatte. Die Fraktion Die Linke beantragte, im Krippenbereich den Elternbeitrag nicht um 58 Euro zu erhöhen, sondern nur um 12 Euro. "58 Euro sind aus unserer Sicht den Eltern in der jetzigen Situation nicht zumutbar", sagte Fraktionschef Torsten Bachmann mit Blick auf derzeit in vielen Bereichen steigende Lebenshaltungskosten. Der Antrag wurde allerdings mehrheitlich vom Rat abgelehnt.

CDU-Fraktionschefin Katrin Schütte entgegnete dem Antrag der Linken, dass die Stadträte auch eine Verantwortung für die Finanzen der Stadt haben. "Dennoch ist uns allen klar, dass es für die Eltern nicht schön ist", sagte sie.

Das haben die Stadträte beschlossen:

Elternsprecher hat eine Idee

Ronny Strey ist Elternsprecher im Kindergarten in Ringethal sowie in der Pestalozzi-Grundschule und im Hort "Elsa Brändström" in Mittweida. Er hat drei Kinder. "Mittweida ist eben an die Vorgaben des Freistaates Sachsen gebunden und muss das umsetzen. Schön ist das nicht", sagt der 35-Jährige. Wie er berichtet, haben viele Familien in der Stadt nicht damit gerechnet, dass die Elternbeiträge erhöht werden. "Das hat einige schon überrascht", sagt er. "Gerade im Krippenbereich wird es ja sehr viel teurer. Den ein oder anderen wird das treffen. Ich denke da an Familien, in denen die Eltern nicht so viel verdienen. Die merken dann, dass das Geld fehlt", sagt Ronny Strey. Die Kosten für das Essen seien schließlich auch gestiegen. 

Der Elternsprecher fordert die Stadtverwaltung und die Stadträte auf, eine Vorreiterrolle in Sachsen einzunehmen. Sein Vorschlag: Im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung müssen Familien die Elternbeiträge nicht bezahlen. "In anderen Bundesländern gibt es das schon. Und manche erheben sogar gar keine Kita-Gebühren. So weit muss man ja am Anfang nicht gehen. Aber ich finde, das wäre mal ein Zeichen", sagt Ronny Strey. 

Familie kann es stemmen

"Eine Erhöhung der Kita-Gebühren bedeutet für uns natürlich weniger Geld", sagt Fanny Groke aus Mittweida. Ihr Sohn Eddi ist zwei Jahre alt. Derzeit geht er in Frankenberg in die Kita. Auch dort sind die Kosten gestiegen. Ab dem kommenden Jahr wird Eddi Groke dann eine Kita in Mittweida besuchen. "Aber wir können es verkraften", sagt die junge Mutter. Denn sie und ihr Mann seien beide Vollzeit berufstätig.

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