Greenpeace-Aktivisten klettern auf NRW-Staatskanzlei

Aktivisten sind aus Protest gegen den Braunkohletagebau Garzweiler auf die Staatskanzlei in Düsseldorf geklettert. Sie werfen Ministerpräsident Laschet vor, trotz Klimakrise die Ausweitung des Tagebaus Garzweiler II nicht zu stoppen.

Düsseldorf (dpa) - Greenpeace-Aktivisten sind aus Protest gegen den Braunkohletagebau Garzweiler auf das Dach der Staatskanzlei in Düsseldorf geklettert.

An der Fassade brachten die Demonstranten am Donnerstagmorgen ein Banner mit der Aufschrift «Staatskanzlei NRWE: Klima verheizt, Heimat zerstört» an. Die Polizei war mit Dutzenden Streifenwagen im Einsatz.

Rund 20 Aktivisten seien vor Ort, berichtete eine Polizeisprecherin am Vormittag. Mit ihnen seien die Beamten im Gespräch. Bis wann die Aktion dauern werde, sei aber noch unklar. Die Aktivisten erklommen mit einer alten Feuerwehr-Drehleiter und einer Hebebühne noch vor dem Morgengrauen die Regierungszentrale. Einige kletterten auf das Dach des Arbeitsplatzes von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Die Aktivisten werfen Laschet vor, trotz Klimakrise und drohender Zerstörung weiterer Dörfer die Ausweitung des Tagebaus Garzweiler II nicht zu stoppen. Ein neues Gutachten der Organisation zeige, dass die Landesregierung durchaus über den notwendigen Spielraum verfüge. RWE dürfe sich bei Ministerpräsident Laschet nicht länger wie zu Hause fühlen, hieß es. 

Deutschland will bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen. Erste Braunkohlekraftwerke sollen noch in diesem Jahr stillgelegt werden. Für den von RWE betriebenen Tagebau Garzweiler II im Rheinischen Revier sieht das im August in Kraft getretene Kohleausstiegsgesetz aber eine Bestandsgarantie vor. Begründet wird das mit der «energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Notwendigkeit».

Eine Folge: Mehrere Dörfer sollen dem Tagebau weichen. Betroffene hatten nach eigenen Angaben dagegen Anfang September in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingereicht.

1010 Kommentare
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  • 4
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    Malleo
    25.09.2020

    Mops :-)

  • 3
    1
    klapa
    25.09.2020

    'Unterdessen hat ein Schweizer Gericht zwölf Klimaschützer wegen Hausfriedensbruch zu Geldstrafen verurteilt, wie die NZZ berichtete.

    Sie hatten 2018 in einer Filiale der Credit-Suisse Bank in Lausanne Tennis gespielt, um gegen die Investitionspolitik der Bank zu protestieren, die sich mit Werbeträger Roger Federer ein positives Image verschaffe, während sie Geld in klimaschädliche Projekte und Unternehmen investiere.'

    Das möchte ich endlich auch in DEU erleben!

  • 3
    2
    mops0106
    25.09.2020

    Malleo, Reichstagsstufenstürmer, so viel Korrektheit muss sein ;-).

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    1
    Malleo
    25.09.2020

    Tauchsieder
    Linke Aktivisten sind doch nicht mit den Reichstag Stürmern gleich zu setzten!
    Wo kämen wir da hin!
    Wer erklärt mal, was ein Aktivist ist ? (nach 1989)

  • 2
    2
    Nixnuzz
    25.09.2020

    Solche Aktionen nutzen sich doch langsam ab. Schön - die sind dem Laschet aufs Dach gestiegen und haben Plakate hingehängt. Abgesichert wie am Matterhorn und geschützt eben wie die unbestiegende Kanzlei. Keine Ahnung ob nach der Personalienfeststellung noch größere "Staatsaktionen gemäß Strafgb" erfolgen. Meldung lief über die Ticker und wahrscheinlich waren wdr und n-tv mal kurz auf Stippvivite dabei. Ein verärgter InMin Reul mit seiner Polizei und Laschet mit dem Virus dürften mehr Probleme haben...

  • 5
    4
    Tauchsieder
    25.09.2020

    Staatskanzlei scheint nicht BT zu sein. Wo bleibt der Aufschrei der Presse, ist es doch ein Angriff auf staatliche. Einrichtungen. Verlogenheit wo man hinsieht.

  • 4
    3
    franzudo2013
    25.09.2020

    Wenn sie runterkommen, würden sie in einem Rechtsstaat in den Bau einfahren.
    Da sie aber offensichtlich schon den Schlüssel haben, um hoch zu kommen, werden sie unbeschadet rauskommen.

  • 5
    3
    Lesemuffel
    24.09.2020

    Diese "Aktivisten" sollten einfach einer produktiven Arbeit nachgehen, ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Das wäre das Allerbeste für das Klima, in der Natur und in der Gesellschaft.

  • 8
    3
    censor
    24.09.2020

    Bringt der Laschet ihnen Verpflegung nach oben?

  • 14
    3
    klapa
    24.09.2020

    Wenn es ihnen da oben gefällt? Wie lange wollen sie bleiben?

    Mit Störung der öffentlichen Ordnung hat das offenbar nichts gemein. Deshalb sind sie ja auch 'Aktivisten' und keine Normalbürger.

    Wenn's zu kalt wird, kommen sie wieder runter.