Interne Attacken auf AfD-Direktkandidaten

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Das radikale Lager ist anscheinend mit den Personalien in drei Wahlkreisen unzufrieden. Der Landesvorstand reagiert.

Dresden.

Bei der Sitzung des AfD-Landesvorstands am Donnerstagnachmittag war das Meinungsbild laut Teilnehmern schließlich klar. Man solle aufhören, auf irgendeine Weise zu insinuieren oder es für möglich zu halten, dass Direktkandidaten in einzelnen Wahlkreisen ausgetauscht werden könnten. Für die einen in der AfD ist das zwar eine Selbstverständlichkeit, andere nehmen es möglicherweise aber nicht ganz so genau. In der Partei wird jedenfalls seit geraumer Zeit über derartige Planspiele nachgedacht.

Vor allem Personen aus dem deutschnationalen Lager machen Stimmung. Auf drei Direktkandidaten haben sie es anscheinend abgesehen: Carolin Bachmann im mittelsächsischen Wahlkreis 161, Michael Klonovsky im Chemnitzer Wahlkreis 162 und Matthias Moosdorf im Wahlkreis 165 (Landkreis Zwickau). Alle drei werden zu den Moderaten in der AfD gezählt.

Die Aggressivität der radikalen Kräfte gegenüber den drei Kandidaten ist in dieser Qualität neu. Eigentlich hatten sich Mitglieder der mittlerweile aufgelösten und rechtsextremen Parteiströmung "Der Flügel" nach dem Dresdner Landesparteitag im Februar am Ziel gewähnt: Reihenweise waren weniger radikale Bewerber bei der Listenaufstellung zur Bundestagswahl durchgefallen. Die Gemäßigten wussten kaum wie ihnen geschah. Doch durch die aktuellen Umfragen, die die AfD sachsenweit vor der CDU sehen, hat sich der Wind gedreht. Je erfolgreicher die AfD am 26. September ist, umso mehr Direktkandidaten ziehen vielleicht über einen Sieg in den Wahlkreisen in den Bundestag ein. Die Radikalen auf der Liste hätten dann das Nachsehen, weil ihr Listenplatz bedeutungslos wird. Die Schlussfolgerung daraus scheint für die Deutschnationalen zu sein, bereits nominierte Direktkandidaten infrage zu stellen. Was nicht nur rein rechtlich, sondern auch zeitlich schwierig ist. Bis Mitte Juli müssen die Wahlunterlagen beim Landeswahlleiter abgegeben sein.

Über Carolin Bachmann werde intern aggressiv gewettert, erzählen Parteifreunde. Michael Klonovskys Abwahl als Direktkandidat sollte beim Parteitag der Chemnitzer AfD Anfang Juni debattiert werden: Der Tagesordnungsantrag ging allerdings nicht fristgerecht ein. Ob seine Gegner das abschreckt?

Für die größte Aufregung sorgte die Personalie Moosdorf. Sie erhitzte am Donnerstag die Gemüter. Auslöser war ein Brief, den die wenigsten gesehen hatten. Das Schreiben untergrub vermeintlich Moosdorfs Kandidatur in Zwickau. Im Landesvorstand wurde der Brief verlesen und dann über die Zwickauer Zustände gefachsimpelt. Das Ergebnis war die Klarstellung, dass der Landesvorstand keine Luft an die regionalen Kandidaturen lasse. Damit muss die Kampagne gegen die Direktkandidaten aber nicht beendet sein.

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