Neue Coronaregeln in Sachsen beschlossen: So lockert der Freistaat ab Freitag

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Touristische Übernachtungen, Kino und Theater, Restaurantbesuche bis zum späten Abend - es wird wieder einiges möglich, aber nicht für alle. Die Beschränkungen im Versammlungsrecht werden auch unabhängig vom Infektionsgeschehen gelockert.

Chemnitz/Dresden.

In Sachsen werden am Freitag zahlreiche Verbote und Beschränkungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie aufgehoben. Auf einer Pressekonferenz in Dresden stellte die Landesregierung am Mittwoch die ab 14. Januar gültige neue Coronanotverordnung vor. Danach kommt es, wie bereits vergangene Woche angekündigt, zu Lockerungen auf vielen Gebieten - jedoch fast ausschließlich für Menschen mit Corona-Impfung und unter Beachtung des Infektionsgeschehens. Nahezu alle Neuerungen gelten unterhalb der Überlastungsstufe der Krankenhäuser. Als Grenzwerte gelten hier 1300 Patienten auf der Normalstation und 420 Betten auf der Intensivstation.

 

Auf folgende Regelungen hat sich das Sächsische Kabinett verständigt:

Touristische Übernachtungen sind in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen nach der 2G-plus-Regel, also für Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem Test möglich. Die Testpflicht bei 2G plus entfällt für Menschen mit Booster-Impfung, für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres, für Personen für die keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission vorliegt, für Personen, die über einen vollständigen Impfschutz verfügen und zusätzlich einen Genesenennachweis vorweisen können sowie für vollständig Geimpfte, deren letzte Einzelimpfung mindestens 14 Tage und maximal drei Monate zurückliegt.

Der Zutritt zu Museen und Gedenkstätten ist mit 2G erlaubt, für alle anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen, darunter Kinos und Theater, gilt 2G plus. Auch in der Gastronomie gilt künftig 2G plus - die Sperrstunde wird allerdings nach hinten verschoben: Restaurants und Kneipen dürfen künftig bis 22 Uhr öffnen. Klubs, Bars und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen.

Beim Sport in Innenräumen - einschließlich Schwimmbäder und Saunen - gilt 2G plus und Kontakterfassung, in Außenbereichen 2G. Letzteres betrifft auch die Skigebiete. Auch hier ist eine Kontakterfassung vorgeschrieben.

Körpernahe Dienstleistungen können nach der 2G-Regel unabhängig vom aktuellen Infektionsgeschehen in Anspruch genommen werden. Für den Friseurbesuch gilt 3G.

Im Versammlungsrecht gilt: Bis zu 200 Menschen können uneingeschränkt demonstrieren. Versammlungen bis 1000 Personen sind möglich, so lange die Krankenhäuser nicht überlastet sind.

Sollten die Infektionen stark zunehmen, gelten Hotspotregelungen für einzelne Landkreise und kreisfreie Städte. Der Schwellenwert für die regionale Rücknahme der Lockerungen liegt bei einer Wocheninzidenz von über 1500. Dann gilt auch automatisch eine nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte zwischen 22 Uhr und 5 Uhr.

"Wir ermöglichen viele Öffnungen bei niedrigen Inzidenzen", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Sie verwies darauf, dass Sachsen aktuell die bundesweit niedrigsten Coronazahlen hat. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut am Mittwoch im Freistaat bei 239,5. Die Bettenbelegung in den Krankenhäusern, so Ministerin Köpping, sei jedoch mit 772 Personen auf der Normal- und 349 Personen auf der Intensivstation immer noch sehr hoch. Zudem starben am Vortag 87 Menschen im Freistaat an Corona - das waren 22 Prozent aller Coronatoten bundesweit. Ende der nächsten, Anfang der übernächsten Woche müsse man mit hohen Fallzahlen von Infizierten mit der Omikron-Variante des Coronavirus rechnen.

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