H&M eröffnet Schnäppchencenter

T-Shirts vom Discounter, Jeans aus dem Outlet: Beim Modekauf lieben es viele deutsche Verbraucher billig. Darauf reagiert jetzt auch der schwedische Moderiese H&M und stellt die Weichen für eine eigene Outlet-Kette.

Düsseldorf.

"Die deutschen Verbraucher lieben Outlets", weiß Branchenkenner Joachim Stumpf von der Münchner Handelsberatung BBE. "Konzepte, die den Preis in den Mittelpunkt stellen, kommen bei den deutschen Verbrauchern sehr gut an." Tatsächlich gaben bei einer Umfrage des Instituts Allensbach im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" kürzlich mehr als die Hälfte der Befragten an, sich beim Bekleidungskauf nach Sonderangeboten zu richten.

Wohl auch deshalb versuchen inzwischen immer mehr etablierte Händler mit eigenen Outlets auf den Billigtrend aufzuspringen. Der Kaufhof-Mutterkonzern HBC startete bereits vor einiger Zeit mit großen Ambitionen die Outlet-Kette Saks Off 5th in Deutschland. Der Karstadt-Mutterkonzern Signa rundete sein Warenhausangebot mit den Online-Designer-Outlet dress-for-less ab. Und jetzt will auch der Textilriese H&M mit einer eigene Outlet-Kette auf Kundenfang gehen.

In diesem Monat eröffnete H&M in Stockholm und Malmö die ersten Läden seiner neuen Outletmarke Afound. Parallel ging in Schweden der Online-Shop an den Start. Bei Afound gibt es zu reduzierten Preisen nicht nur Bekleidung, Schuhe und Accessoires der Marken des H&M-Konzerns, zu dem neben H&M selbst auch Ketten wie &Other Stories, Monki oder Cos gehören. Angeboten werden auch Markenartikel anderer Hersteller wie Puma oder Tiger of Sweden.
Noch gibt es Afound nur in Schweden. Doch die internationale Expansion soll nach Informationen des Branchen-Fachblatts "Textilwirtschaft" schon im kommenden Jahr beginnen. Deutschland stehe für 2020 auf dem Plan.

Garantiert ist ein Siegeszug für Afound insbesondere in Deutschland aber nicht. Denn das Schnäppchen-Segment ist auf dem deutschen Modemarkt inzwischen hart umkämpft. Nicht nur Outlet-Center auf der grünen Wiese und Ketten wie TK-Maxx oder Saks Off 5th in den Innenstädten machen mit reduzierter Ware Jagd auf Sparfüchse. Auch Textildiscounter spielen im deutschen Textilmarkt eine immer größere Rolle. (dpa)

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