Der neue Golf-Konkurrent

Der Mazda 3 ist leicht, windschnittig und verbraucht wenig. Speziell mit dem Diesel haben die Japaner Großes vor.

Bei Volkswagen heißt er Golf, bei Mazda "3". Beide sind die Bestseller ihrer Marken, beide konkurrieren in der heiß umkämpften Kompaktklasse. Nach dem Golf spendiert auch Mazda seinem Verkaufsstar eine Auffrischungskur.

Updates, wie sich Modellverbesserungen in der Mitte eines Auto-Lebenszyklus mittlerweile nennen, versprechen keine grundlegenden Veränderungen. Bei Mazda fällt die Prognose leicht, dass die nächste Generation des "3er" der heutigen recht ähnlich sein dürfte. Denn in dieser Autoklasse umschmeichelt kaum ein Wettbewerber so geschickt das Auge des Betrachters: von der Frontpartie mit dem verbreiterten, dreidimensional wirkenden Kühlergrill über das elegant gewölbte Dach bis zum kraftvoll modellierten Heck.

Kontinuität im bewährten Golf-Stil verträgt sich aber gut mit Innovationen, die der Sicherheit und dem Wohlgefühl der Fahrgäste dienen. So sorgt beim Dreier künftig eine hochauflösende Kamera an der Windschutzscheibe für eine verbesserte Verkehrszeichenerkennung. Dem Fußgängerschutz dient der City-Notbremsassistent, der nun bis Tempo 80 aktiv ist. Und das neue Head-up-Display spiegelt in hoher Auslösung die Informationen der Verkehrszeichenerkennung wider.

Der Golf verkauft sich in Millionenstückzahlen, der Mazda 3 kommt auf eine Jahresproduktion von 460.000. Der Golf präsentiert sich eher sachlich, Mazda spielt auf der Klaviatur der Emotionen und bemüht gern die Sprache des Heimatlandes Japan. Zum Beispiel "Jinba Ittai" - die Einheit zwischen Pferd und Reiter. Einer innigeren Beziehung zwischen Fahrer und Auto soll ein unmerklicher Eingriff in die Motorsteuerung dienen, die das Kurvenverhalten verbessert und auf geraden Strecken Lenk-Korrekturen in Grenzen hält. So dürfen sich auch Fahrer, die ihrem braven Dreier die Sporen geben, über ein feinfühliges Handling freuen. Dem Fahrkomfort dienen eine verbesserte Geräusch-und Vibrationsdämmung.

Mit einem Luftwiderstandswert von Cw 0,26 zählt der Mazda 3 zu den windschnittigsten Serienfahrzeugen und mit Leergewicht ab 1185 Kilogramm zu den Leichtesten in seiner Klasse. Da überrascht ein - theoretischer - Verbrauchswert von 3,8 Litern pro 100 km für den 105 PS (77 kW) starken Dieselmotor und 5,1 Liter für den 100 PS (74 kW) leistenden Benziner nicht mehr.

Mazda hält übrigens dem Diesel-motor eisern die Treue. Während Hersteller wie Mercedes über den Rückzug des Selbstzünders in den USA nachdenken, plant Mazda dessen Einführung in Nordamerika. Ein Grund ist die patentierte Skyactiv-Technologie. Sie ermöglicht hohe Effizienz und in Europa die Einhaltung der EU-6-Norm ohne Einspritzung des Harnstoffes Adblue.

Der runderneuerte Mazda 3 ist mit Preisen von 17.990 bis 30.390 Euro (für den meistverkauften Fünftürer) kein Billigheimer. Auch wenn er im Finish nicht an die Perfektion des Golf heranreicht: Er bietet mit solider Qualität und hohen Restwerten eine ansehnliche, bisher vielleicht unterschätzte Alternative.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...