Coronatest beim Zahnarzt ist in Sachsen jetzt möglich

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Patienten lassen aus Angst die Zahnvorsorge sausen, zeigen Kassendaten. Die Ausweitung der Testmöglichkeiten soll das aber ab jetzt verhindern.

Auch wenn die Fallzahlen langsam sinken, haben viele Sachsen immer noch Angst, sich bei einem Zahnarztbesuch mit Corona zu infizieren, denn die Körperliche Nähe ist doch recht groß. Neue Daten der Kaufmännischen Krankenkasse zeigen, dass die Bereitschaft zur Zahnvorsorge in der Pandemie so stark zurückgegangen ist wie seit Jahren nicht: So nahmen im ersten Quartal 2020 rund zwölf Prozent weniger Sachsen als im Vorjahreszeitraum einen Kontrolltermin wahr. Im zweiten Quartal waren es sogar 17 Prozent weniger. Jahrelang war der Freistaat bundesweiter Spitzenreiter bei der Zahnvorsorge. Der Krankenkasse zufolge suchten 2019 mehr als 65 Prozent der Sachsen mindestens einmal den Zahnarzt zur Kontrolle auf.

"Seit Ende 2020 entspannt sich die Lage etwas, und es nutzen wieder mehr Patienten die Kontroll- und Behandlungstermine", sagt Dr. Thomas Breyer, Präsident der Landeszahnärztekammer Sachsen. Das Vor-Corona-Niveau sei aber noch nicht überall erreicht.

Um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen, wurde die Corona-Testverordnung geändert. Danach sind Zahnärzte jetzt berechtigt, ihre Beschäftigten bis zu zehnmal pro Monat mit einem Antigen-Schnelltest auf eine mögliche Coronainfektion zu untersuchen. "Davon wird in Sachsen auch Gebrauch gemacht", sagt Breyer. Die sichereren PCR-Tests gehörten aber weiter in die Hände von speziell geschultem Personal. Zudem ist es für Patienten und Personal Pflicht, in den Praxisräumen medizinische Masken zu tragen.

Die Testverordnung sieht auch vor, dass Zahnärzte Coronatests bei Patienten vornehmen können. "Voraussetzung dafür ist aber ein Auftrag vom Öffentlichen Gesundheitsdienst, etwa dem Gesundheitsamt. Seit gestern gibt es diesen auch für Sachsen", so der Zahnärztepräsident. So besteht eine solche Testmöglichkeit für Patienten auf Kassenkosten, die Kontakt zu Coronainfizierten hatten, oder bei denen größere Eingriffe geplant sind, die einer ambulanten Operationen gleichzusetzen sind. Zahnärzte dürfen auch Schnelltests für Personen anbieten, die sich auf eigenen Wunsch testen lassen wollen. Ein solcher Test sei allerdings eine Privatleistung und müsste vom Patienten selbst bezahlt werden.

Den besten Schutz vor einer Corona-Erkrankung bietet die Impfung. Zahnärzte und ihre Teams sind deshalb in die zweite Prioritätengruppe der Impfverordnung eingeordnet worden, gleichauf mit niedergelassenen Ärzten, informiert die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen. "Die Impfbereitschaft der Praxiskollegen ist sehr hoch", so Breyer. Das Personal in den sieben Corona-Schwerpunkt-Zahnarztpraxen sei schon komplett geimpft worden. Laut neuer Impfverordnung ist es in die oberste Prioritätsstufe aufgerückt.

Bis auch alle anderen, die es wünschen, geimpft sind, rät Breyer zur Vorsicht. Patienten, die Kontakt zu Infizierten hatten oder selbst Symptome aufweisen wie Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden, Luftnot, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit sollten sich telefonisch anmelden. Dann könne man Termine für Zeiten vergeben, die weniger stark frequentiert sind. Zudem könne man diese Personen jetzt auch testen, was die Sicherheit der Behandlung weiter erhöht.

"Vorsorglich aufgeschoben werden sollten Kontroll- oder Behandlungstermine jetzt nicht mehr", sagt Breyer. Denn wenn Zahnprobleme rechtzeitig erkannt werden, verhindere das oft schmerzhafte, langwierige Behandlungen. "Und in Zahnarztpraxen gelten generell sehr hohe Hygienestandards, was das Risiko einer Infektion stark reduziert." Die Hygienemaßnahmen seien sogar noch erweitert worden.

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