Ryanair verteidigt strenge Handgepäckregel

Die neue Handgepäckregelung von Ryanair steht in der Kritik. Verbraucherschützer sehen darin eine indirekte Erhöhung der Flugpreise und eine Irreführung der Passagiere. Der irische Billigflieger will das System dennoch beibehalten.

Berlin (dpa/tmn) - Die Fluggesellschaft Ryanair wird in Deutschland bei ihrer neuen strengen Handgepäckregel bleiben. Das sagte Marketingchef Kenny Jacobs auf der Reisemesse ITB in Berlin (6. bis 10. März).

Bei dem irischen Billigflieger dürfen Passagiere seit November nur noch eine kleine Tasche, die unter den Vordersitz passt, kostenlos mitnehmen. Wer einen Trolley in der Kabine mitnehmen will, muss Priority Boarding buchen oder das Gepäckstück aufgeben - beides kostet extra. Wizz Air hat kürzlich eine ähnliche Regel eingeführt.

Die Praxis steht in der Kritik: Das italienische Kartellamt hat Ryanair und Wizz Air im Februar wegen der neuen Gepäckregeln mit einer Geldstrafe belegt. Die Airlines waren einer Aufforderung der Wettbewerbsbehörde nicht nachgekommen, das neue Handgepäck-Preismodell zu stoppen. Verbraucherschützer auch in Deutschland werfen Ryanair eine indirekte Erhöhung der Flugpreise und Irreführung der Passagiere vor. «Ich glaube, die Kunden sind sehr gut darin Preise zu vergleichen», sagte Jacobs dazu auf der ITB.

Die deutschen Kartellwächter überprüfen die neuen Gepäckregeln von Ryanair nicht. Dazu fehlt es an Zuständigkeiten und Eingriffsrechten im Verbraucherschutz - anders als in anderen EU-Ländern.

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