1. FC Erzgebirge Aue hält Unentschieden in Unterzahl

Der FC Erzgebirge Aue spielt beim Karlsruher SC unentschieden. Im Montagabendspiel stand neben FCE-Routinier Jan Hochscheidt der Videoassistent im Fokus.

Das 1000. Pflichtspiel der Veilchen unter dem Namen FC Erzgebirge Aue, die Rückkehr von FCE-Trainer Dirk Schuster zu dem Club, bei dem er seine größten Profierfolge feierte, und ein Flutlichtspiel am Montagabend: Das Auswärtsspiel der Erzgebirger beim Karlsruher SC bot genug Gesprächsstoff. Am Ende wurde nach dem 1:1 (0:1) über den Videobeweis diskutiert.
Schuster wechselte im Vergleich zum 1:1 gegen Heidenheim am vorangegangenen Spieltag auf zwei Positionen: Pascal Testroet stürmte statt Philipp Zulechner und Florian Krüger besetzte anstelle von Tom Baumgart den rechten Flügel. Und Krüger hatte großen Anteil an der frühen Führung. Der 20-Jährige hebelte mit einem starken Pass in die Tiefe die komplette KSC-Abwehr aus, Hochscheidt umkurvte Torwart Benjamin Uphoff und zeigte seine Klasse, indem er aus ganz spitzem Winkel zum 1:0 vollendete (7.).

Die Badener mühten sich nun, überhaupt einmal in die Partie zu finden. Es sprang viel Ballbesitz heraus, aber zunächst keine Torchance. Die hatten die Auer: Testroet prüfte Uphoff erst aus der Drehung (18.), fünf Minuten später spielte der FCE-Angreifer Verteidiger Daniel Gordon schwindelig und setzte Dimitrij Nazarov mustergültig in Szene - doch auch der ehemalige KSC-Stürmer scheiterte an Uphoff. Die Gastgeber durften sich zu diesem Zeitpunkt bei ihrem Torhüter bedanken, dass es lediglich 0:1 für die Gäste stand.

Die Veilchen ließen vor dem eigenen Tor über mehr als eine halbe Stunde gar nichts anbrennen. Erst nach 35 Minuten kamen die Karlsruher zu einem nennenswerten Abschluss: Marc Lorenz schoss die Kugel ans Außennetz. Als Gordon kurze Zeit später nach einem Eckball frei köpfen durfte, hatte die Schuster-Elf Glück, dass die Kugel an die Latte krachte und nicht ins Netz zischte (39.).

Trotz der beiden Schüsse des KSC wirkten die Erzgebirger im gewohnten 4-2-3-1-System stabil. Doch dann änderte sich die Formation zwangsläufig, denn Torschütze Hochscheidt wurde vom Schiedsrichter vorzeitig zum Duschen geschickt. Der Routinier war nach einem bereits entschiedenen Laufduell Gegenspieler Marco Thiede in die Hacken gelaufen. Schiedsrichter Sven Waschitzki hatte dem Blondschopf die Gelbe Karte gezeigt, bekam dann aber einen Hinweis vom Videoassistenten. Nachdem sich der Unparteiische die Szene am Spielfeldrand angesehen hatte, erhöhte er das Strafmaß und zückte den roten Karton - eine harte Entscheidung (41.).

Die Gäste zogen sich in Unterzahl weit zurück, retteten sich bis zum Halbzeitpfiff. Allerdings änderte sich auch nach der Pause nichts am Spielgeschehen: Die Karlsruher drückten auf den Ausgleich, konnten sich aber keine Chancen herausspielen. Es kam die Brechstange zum Einsatz: Bei Marvin Wanitzeks Flatterball aus großer Distanz streckte sich FCE-Torwart Martin Männel vergeblich - die Kugel flog an den Pfosten und sprang wieder ins Feld (50.). Der Ausgleich fiel bezeichnenderweise nach einer Standardsituation: Der gerade erst eingewechselte Anton Fink behielt im Chaos im Anschluss an einen Eckball die Übersicht und vollstreckte aus kurzer Distanz (64.).

Die Gastgeber waren in Überzahl das überlegene Team, den zweiten Treffer hatten beide auf dem Fuß: Nazarov (71.) für die Auer und Pourié (77.) für den KSC scheiterten jedoch an den Torhütern. Und dann rückte noch einmal Waschitzki in den Fokus: Der Schiedsrichter hatte bei einem Zweikampf von Sören Gonther und Pourié im Auer Strafraum ein Foul des FCE-Verteidigers gesehen. Wie schon bei Hochscheidt funkte ihm der Videoassistent ins Ohr, er solle sich die Szene noch einmal am Bildschirm anschauen - und wieder korrigierte er seine Entscheidung: Er nahm den Strafstoß und die Gelbe Karte für Gonther zurück (83.). In den verbleibenden Minuten retteten die Veilchen das Remis über die Zeit und fuhren den 20. Punkt in dieser Saison ein.

Statistik Karlsruhe: Uphoff - Thiede (90.+3 Grozurek), Gordon, Pisot, Roßbach (62. Fink) - Stiefler, Wanitzek, Fröde (46. Choi), Lorenz - Hofmann, Pourié. Aue: Männel (V) - Rizzuto (V), Mihojevic, Gonther, Kempe - Fandrich, Riese (V) - Krüger (73. Daferner), Nazarov (80. Samson), Hochscheidt (41. Rot: grobes Foulspiel) - Testroet (66. Zulechner). Schiedsrichter: Waschitzki (Essen); Zuschauer: 12.358; Tore: 0:1 Hochscheidt (7.), 1:1 Fink (64.).

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