CFC-Junioren müssen für den Klassenerhalt über hohe Hürden

Schon die ersten zwei Spiele haben gezeigt: In der Bundesliga gibt es für die Spieler der Chemnitzer B-Junioren keine leichten Gegner mehr. Und schon am Samstag wartet die nächste schwere Aufgabe.

Der Reiseweg ist im Gegensatz zur sportlichen Aufgabe ein Klacks. Denn die B-Junioren des Chemnitzer FC müssen morgen weniger als 100 Kilometer zurücklegen, um ihr zweites Auswärtsspiel in der noch jungen Saison der Bundesliga Nord/Nordost bestreiten zu können. Der Gegner heißt Rasenballsport Leipzig und liegt aktuell mit vier Zählern auf dem vierten Tabellenplatz. Der himmelblaue Fußballnachwuchs konnte bisher aus zwei Spielen keinen Punkt erkämpfen und ist auf dem 14. und damit letzten Tabellenplatz notiert.

Im ersten Heimspiel der neuen Saison gegen Energie Cottbus präsentierten sich die jungen CFC-Kicker am vergangenen Mittwoch jedoch keinesfalls wie ein Punktelieferant. Die Mannschaft von Trainer Torsten Wappler, die Aufsteiger ins deutsche Fußball-Oberhaus ist, hatte viel Ballbesitz und Chancen - doch die Gäste gewannen 2:0 (1:0) und nahmen die Punkte in die Lausitz mit. "Das Ding lag heute in unseren Händen, das haben wir selbst verspielt", sagt Stanley Keller.

Der 16-Jährige begann im Alter von fünf Jahren bei den Himmelblauen Fußball zu spielen und hat bis zum heutigen Tag keinem anderen Verein angehört. Über die Feriencamps am Neubauernweg und ein Probetraining fand er zum Club. "Zu Beginn der zweiten Halbzeit bekommen wir durch eine lächerliche Ecke das zweite Gegentor. Hätten wir das nicht kassiert, wäre die Sache gegen Energie bestimmt anders gelaufen", sagt der Mittelfeldspieler. Seinem Trainer waren die Tormöglichkeiten seiner Elf nicht verborgen geblieben. Doch der Coach weiß, was sich ändern muss, wenn Chemnitz in dieser Saison das Ziel Klassenerhalt schaffen möchte. "Wir müssen schnellstmöglich effektiver werden. Gegen Cottbus haben sich meine Jungs in vielen Situationen zu naiv angestellt. Sie müssen auch lernen, konsequenter zur Sache zu gehen", analysiert der Trainer und betont, dass seine B-Junioren einen Reifeprozess durchlaufen .

Seinen Schützlingen ist es durchaus bewusst, dass sie noch deutlich zulegen müssen, damit die Saison-Bilanz am Ende stimmt. "Ich muss sicherlich an meiner Zweikampfführung arbeiten, entschlossener werden und noch vorausschauender agieren", sagt zum Beispiel Kevin Wadewitz, der einst in Klaffenbach mit dem Kicken begann und seit acht Jahren das himmelblaue Trikot trägt. Doch mit dem Blick auf den morgigen Auswärtsauftritt bei RB Leipzig zeigt sich der Mittelfeldspieler auch entschlossen. "Wir wissen, dass in den kommenden Monaten jedes Spiel schwer wird. Aber wir fahren nach Leipzig mit dem Ziel, das Spiel zu gewinnen", gibt sich der Sportgymnasiast kämpferisch. Und auch Teamkollege Keller versprüht die notwendige Portion Zuversicht. "Wir gehen mit Mut an die Aufgabe", kündigt er an.

Am Saisonende wird es drei Absteiger geben, Chemnitz soll aus Sicht von Torsten Wappler möglichst nicht dabei sein. Ihm sei klar, dass ein großer Berg Arbeit vor ihm liegt, um das Klassenziel erreichen zu können. Dennoch versprüht er Zuversicht. Der 23 Spieler umfassende Kader sei fit, Langzeitverletzte gibt es nicht zu notieren. "Die Truppe präsentiert sich geschlossen. Die Jungs sind willig und haben das Bewusstsein, sich weiter entwickeln zu wollen. Bei allen Fehlern, die passieren, macht es viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten", sagt Wappler.

Morgen steht nun der dritte Auftritt auf der Bundesligabühne in Leipzig an. Vielleicht schafft es die Mannschaft gegen RB sogar , das erste Mal in dieser Saison in Führung zu gehen. Das würde den CFC-Talenten sicherlich Flügel verleihen.


A-Junioren starten gegen Aufsteiger

Nach dem Abstieg aus der Junioren-Bundesliga starten die U-19-Fußballer des Chemnitzer FC am morgigen Samstagvormittag in die neue Saison der Regionalliga Nordost. Gegner ist ab 13 Uhr im Hauptstadion des Sportforums der SC Staaken 1919.

Die Gastmannschaft aus dem Osten von Berlin ist im Frühjahr mit nur einer Saisonniederlage Meister der Verbandsliga Berlin geworden und somit in die Regionalliga aufgestiegen - für den CFC und Trainer Kay-Uwe Jendrossek also absolutes Neuland. Im Kader der Chemnitzer U 19 stehen mit Erik Tallig, Valentino Schubert und Paul-Luis Eckardt auch drei Spieler, die bereits im Trainingsbetrieb der Regionalliga-Männermannschaft teilgenommen haben und dort zum erweiterten Kader gehören. (tre)

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