Chemnitzer will beim Ironman auf Hawaii aufs Treppchen

Erst im vergangenen Jahr hat Robin Schneider seine Premiere beim ältesten Triathlon der Welt erlebt. Da er die Qualifikation für das diesjährige Rennen schon jetzt in der Tasche hat, will er voll angreifen.

Die Lachmuskeln haben noch ohne Probleme funktioniert, als Robin Schneider vor wenigen Tagen die Ziellinie des Ironman Triathlon im kalifornischen Santa Rosa überquert hat. Der Rest des Körpers war zwar ziemlich am Ende, doch die Freude über den zweiten Platz in der Gesamtwertung und den Sieg in seiner Altersklasse mussten einfach alle sehen.

Und nicht nur der Tageserfolg in Santa Rosa machte den Chemnitzer glücklich: Mit diesem sehr guten Ergebnis hat der 30-Jährige auch das Ticket für das berühmteste Triathlon-Rennen der Welt gelöst: Wie schon im vergangenen Jahr fährt Robin Schneider auch im Oktober dieses Jahres zum Ironman auf die Insel Hawaii. "Mit meiner Zeit von acht Stunden, 56 Minuten und 47 Sekunden habe ich die direkte Qualifikation geschafft", sagt Schneider. "Und ich war gleich mal einen Batzen Geld ärmer, denn mit der Qualifikation muss man auch sofort das Startgeld von 1000 Euro bezahlen."

Den finanziellen Aufwand - trotz der Unterstützung einiger Sponsoren muss Schneider einen Großteil der Reise- und Übernachtungskosten sowie Antrittsgelder noch selbst bezahlen - nimmt der Chemnitzer aber gern in Kauf, denn er hat ein großes Ziel vor Augen. "Ich will es in diesem Jahr auf das Treppchen schaffen", sagt Schneider. Dabei wird die Aufgabe im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht gerade einfacher. Denn bis zum Ironman auf Hawaii, der am 12. Oktober stattfindet, wird Robin Schneider seinen 30.Geburtstag gefeiert haben und damit in die nächst höhere Altersklasse eingestuft.

Im Gegensatz zu 2018, als er bei seiner Hawaii-Premiere noch gegen 25- bis 29-Jährige schwimmen, radfahren und laufen musste, geht es in diesem Jahr gegen 30- bis 34-Jährige. Während das in manch anderen Sportarten ein Vorteil wäre, gilt beim Triathlon: Erfahrung macht sehr viel aus - Vorjahres-Gesamtsieger Patrick Lange ist mit seinen 32 Jahren das beste Beispiel dafür. "Es wird also noch etwas schwerer, in meiner Altersklasse unter die besten Drei zu kommen", sagt Robin Schneider, der im vergangenen Jahr eine Stunde und 18 Minuten nach Lange ins Ziel kam. Dies bedeutete Rang 169 in der Gesamtwertung und den 16. Platz in seiner Altersklasse. Woher kommt also der Optimismus, dass es jetzt, wo die Konkurrenz noch stärker sein wird, mit dem Platz auf dem Treppchen klappt? "Weil ich mich schon so zeitig im Jahr qualifiziert habe, kann ich mich länger und ganz gezielt auf den Ironman vorbereiten - ohne den Druck, noch einmal weit vorn landen zu müssen", liefert Robin Schneider die Begründung.

Neben seinem Job als Büro-Mitarbeiter in einer großen Catering-Firma trainiert der gebürtige Geraer, der seit 2017 in Chemnitz lebt, jeden Tag. "Mal mache ich das vor der Arbeit, mal danach", sagt er. "Die Schwimmeinheiten absolviere ich noch in der Halle, ich hoffe aber, dass es bald warm genug ist, um rausgehen zu können." Unterstützung erhält er von der SG Adelsberg. Im Chemnitzer Verein ist er Mitglied, allerdings startet er weiter für seinen Heimatclub aus Gera. "Wenn ich gut durch den Sommer komme, sollte ich auf Hawaii konkurrenzfähig sein", sagt Schneider.

Seit dem vergangenen Herbst weiß der 29-Jährige auch aus eigener Erfahrung, was ihn über 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen erwartet. "Diese Erfahrung ist ein weiterer Punkt, warum ich optimistisch bin", sagt er. "Ich kann jetzt einschätzen, was dort auf mich zukommt und dementsprechend trainieren."

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