Floorballer hofft auf WM-Teilnahme

Erik Schuschwary ist für sein großes Ziel extra zum Bundesligisten nach Chemnitz gewechselt - und muss sich aus einem bestimmten Grund ein wenig zurückhalten.

Sicher nimmt er im Floorball- Bundesliga-Spiel der Floorfighters Chemnitz gegen Weißenfels den kleinen Kunststoffball an und schlägt einen präzisen Pass auf seinen Mitspieler. Der schießt sofort aufs Tor - doch der Keeper kann den Ball abwehren. Wenig später ist der Weißenfelser Schlussmann gegen Erik Schuschwary machtlos. Der 23-Jährige erzielt sein erstes Tor für Chemnitz, kann aber die 3:14-Niederlage der Floorfighters gegen den Serienmeister nicht verhindern. "Die Gäste waren uns in der Schnelligkeit und vor allem technisch überlegen", resümiert er.

Schuschwary ist zweifelsohne der spektakulärste Neuzugang in dieser Saison bei den Chemnitzern. Und er hat ein großes Ziel vor Augen: "Ich möchte bei der Weltmeisterschaft im Dezember in Riga dabei sein." Derzeit gehört der Neu-Chemnitzer bereits zum erweiterten Kader. "30 Spieler sind nominiert, 20 bleiben am Ende übrig und ich hoffe, dass ich zu den Letzteren gehöre", betont der Stürmer. Wenn es klappt, wäre es für den gebürtigen Dresdner die dritte Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft.

Um sich diesen Traum erneut zu erfüllen, hat er sich für einen Wechsel zu den Floorfighters entschieden. Vorher spielte er eine Saison in Usti nad Labem in der zweiten tschechischen Liga. "Ich denke, in der Bundesliga kann ich mich besser auf die WM vorbereiten, obwohl ich anfangs doch ein wenig nachgedacht habe, ob ich zu den Floorfighters gehe", gesteht der 23-Jährige. Als einen Grund für den Wechsel nannte er die Kommunikation in Usti: "Die ist nicht immer einfach gewesen, weil wenig Englisch gesprochen wurde."

Das Niveau im Floorball sei in Tschechien höher als in Deutschland. "Zum einen gibt es hinsichtlich der Qualität der Mannschaften keine großen Unterschiede, es kann jeder jeden schlagen. Und zum anderen wird körperbetonter als in Deutschland gespielt", begründet der Chemnitzer Neuzugang. Mit letzterem habe er darum noch Probleme. "Ich muss mich in der Bundesliga oftmals ein wenig zurück- halten, was das Zweikampfverhalten betrifft", meint Schuschwary. Reserven sieht er noch in der Schnelligkeit. "Schneller kann man immer werden, sowohl in den Beinen als auch im Kopf", betont der Floorballspieler.

In Chemnitz fühle er sich wohl. "Es ist eine sehr junge und vor allem dynamische Mannschaft. Ich hoffe, dass ich mit meiner Erfahrung hilfreich sein kann", nennt er eine wichtige Aufgabe. Zudem wolle er mithelfen, dass die Floorfighters die Play-offs erreichen. Seinen Wohnsitz hat der gelernte Physiotherapeut weiterhin in Dresden. Dort habe Schuschwary bei den Igels vor zehn Jahren mit dem Floorballspielen begonnen. "Ich durchlief in dem Verein viele Altersklassen und wurde mit der U 17 Deutscher Meister", erzählt der 23-Jährige. Aber auch international hat sich der Dresdner schnell einen Namen gemacht, holte mit der U-19-Auswahl den Weltmeistertitel.

Bei der diesjährigen WM in Riga will er, falls er nominiert wird, mit Deutschland im 16-er Feld so weit wie möglich vorn einkommen. In Vorbereitung auf die Titelkämpfe freut sich der 23-Jährige noch auf ein besonderes Ereignis: "Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet am 26. November einen Trainingstag in Chemnitz. Zum Abschluss findet in der Schloßteichhalle ein Länderspiel gegen Tschechien statt." Und Schuschwary hofft, dass er im Nationaltrikot mit auflaufen kann.

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