Kaltstart in die Laufsaison

Fast 250 Teilnehmer sind beim Küchwaldlauf am Start gewesen. Zwei von ihnen hatten eine Anreise von mehr als 450 Kilometern hinter sich.

Temperaturen um null Grad und leichter Schneefall - ideales Laufwetter sieht anders aus. Für Harald Kraut spielte die missliche Witterung keine Rolle. Der Chemnitzer gehörte zu den knapp 250 Teilnehmern, die am Sonntag am 37. Küchwaldlauf teilnahmen. Und Kraut war mit 89 Jahren der älteste Teilnehmer. Obwohl er laufend unterwegs ist, habe er im Vorfeld der Taditionsveranstaltung zusätzlich trainiert. "Statt alle zwei Tage fünf, habe ich jeweils 8,5 Kilometer zurückgelegt", berichtete der Starter vom gastgebenden Postsportverein. Denn im Vorjahr sei er mit seiner Zeit nicht zufrieden gewesen. Das habe ihn gewurmt.

Seit nahezu 40 Jahren hat sich der Chemnitzer dem Laufen verschrieben. Ein Ziel stelle er sich bei jedem Wettkampf - einfach nur mitzulaufen, komme für ihn nicht in Frage. Auch beim Küchwaldlauf hatte sich der 89-Jährige etwas vorgenommen. "Ich will unter einer Stunde und 20 Minuten laufen", sagte er vor dem Start über zehn Kilometer. Das gelang ihm nicht ganz, er verfehlte sein Ziel um gut zwei Minuten. In seiner Altersklasse stand er dennoch ganz oben auf dem Treppchen. Da hat er derzeit keine Konkurrenz.

Anders dagegen Tami Altrogge: Sie war mit 13 Jahren eine der jüngsten Starterinnen und hatte sich mit einer Reihe weiterer Teilnehmerinnen ihrer Altersklasse auseinanderzusetzen. Eigentlich ist Tami Eisschnellläuferin. "Beim Küchwaldlauf war ich zum ersten Mal dabei. Aber ich gebe zu, dass ich lieber mit Schlitt- als mit Sportschuhen auf der Bahn laufe", sagte die Sportlerin vom Eisschnelllauf-Club Chemnitz (ECC). Die zehn Kilometer hätten es in sich gehabt. "Vor allem der letzte Anstieg verlangte einiges ab", so die ECC-Läuferin. Trotzdem konnte sie stolz sein. In ihrer Altersklasse U 16 wurde sie Erste. Darüber freute sich auch ihr Papa Dirk Altrogge, der Mitglied im ECC-Vorstand ist. "Wir waren heute das erste Mal mit einer Trainingsgruppe beim Küchwaldlauf am Start. Es sollte so etwas wie der Übergang von der Winter- in die Sommersaison sein", sagte er. Dass die ECC-Teilnehmer nicht nur auf dem Eis schnell sind, zeigte, dass in vier weiteren Altersklassen Mädchen und Jungen des Vereins die Nase vorn hatten.

Die weiteste Anreise zum Küchwaldlauf hatten mit gut 450 Kilo- metern die 46-jährige Jeanette Liebig und die 60-jährige Bärbel Auxel. Während Liebig in Heidelberg wohnt, kommt Auxel aus Pforzheim. "Wir starten für das Laufteam Rheinhessen-Pfalz", so Jeanette Liebig. Für beide war es die Premiere beim Küchwaldlauf. "Die Strecke war sehr anspruchsvoll", stellten die Starterinnen aus Baden-Württemberg fest. Durch Verwandte seien sie auf die Veranstaltung im Küchwald aufmerksam gemacht worden. Aber ganz unbekannt war ihnen der Lauf nicht, denn beide stammen aus Chemnitz. Auxel ist noch vor der Wende in den Westen gezogen und Liebig nach der deutschen Einheit.

Der Küchwaldlauf bildete erneut den Auftakt für die Chemnitzer Laufsaison. Weitere Höhepunkte sind unter anderem der Nachtlauf am 3. Mai, der 40. Adelsberglauf am 15. Juni und der Firmenlauf am 4. September.

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