Kreuzritter nach Heimsieg auf Aufstiegskurs

Die American Footballer haben Wernigerode bezwungen und die Tabellenspitze behauptet. Nun stehen zwei Höhepunkte an.

Es hatte schon ein bisschen was von Aufstiegsfeier: Minuten vor Ende der Partie klatschen die Spieler des Chemnitzer American-Football-Teams rhythmisch zum Queen-Hit "We will rock you". Und nach dem Schlusspfiff musste sich der Cheftrainer der Crusaders (Kreuzritter), Ralph Dietrich noch auf dem Spielfeld eine Dusche - mit Wasser - gefallen lassen. Die Feierstimmung war berechtigt, schließlich hatten die Chemnitzer im Heimspiel Wernigerode deutlich mit 44:7 in die Schranken gewiesen.

Die Gastgeber waren den Sachsen-Anhaltinern in allen Belangen überlegen. Immer wieder liefen sie Würfe des Gegners ab und leiteten so eigene Angriffe ein. Quarterback Vincent Kahle, der in dieser Spielzeit den verletzten Spielmacher Jan Doant vertritt, brachte seinerseits mehrfach Pässe zu seinen Mitspielern, denen so Touchdowns gelangen. "Wernigerode ist in der Defensive geschwommen. Wir haben sie dominiert", meinte Kahle.

Mit fünf Siegen und einem Unentschieden stehen die Kreuzritter an der Tabellenspitze der Oberliga. In dieser Spielklasse hatten sie in der vergangenen Saison noch zahlreiche Niederlagen einstecken müssen. Im Winter wurde die Oberliga aber neu aufgeteilt; es gibt nun eine Nord-Staffel mit Mannschaften aus Brandenburg und Berlin sowie eine mitteldeutsche mit Teams aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, in der die Chemnitzer antreten. Weil starke Teams nach oben in die Regionalliga gingen, blieben die Kreuzritter als nominell stärkste Mannschaft in der Oberliga zurück. Die Favoritenrolle nahmen sie an - und füllen sie bislang aus. "Wir haben mit Erfolgen gerechnet. Aber dass wir noch ohne Niederlage dastehen, davon war nicht auszugehen", sagt Ralph Dietrich. Einen Grund für den Erfolg sieht der Trainer in einer veränderten Mentalität. Er habe bei der Auswahl der Spieler für diese Saison und beim Training die Zügel etwas angezogen. Die Folge: Nicht jeder blieb dabei. Diejenigen aber, die zur Stange hielten, seien umso motivierter, sagt Dietrich.

Die Kreuzritter steuern nun auf den Aufstieg in die Regionalliga zu. "Wenn wir es schaffen, steigen wir auch auf", sagt Dietrich. Weil die Regionalliga ebenfalls räumlich neu gegliedert wurde, kämen die Gegner wie bisher aus Mitteldeutschland, es wären also keine längeren Auswärtsfahrten nötig. "Einige der Regionalligateams kennen wir zudem aus der vergangenen Saison. Das ist unser Niveau", sagt der Trainer.

In der Liga stehen noch zwei Auswärtspartien an, in Wernigerode und - zum Abschluss - bei der punktgleichen zweiten Vertretung der Dresden Monarchs. Es könnte auf ein Finale um den Aufstieg hinauslaufen. "Wenn wir richtig ranklotzen, können wir dort gewinnen", sagt Quarterback Kahle. Kurz darauf folgt der zweite Höhepunkt: Am 7. September tragen die Kreuzritter ein Freundschaftsspiel gegen die Vogtland Rebels aus. Spielort ist das Stadion an der Gellertstraße.

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