Warum ein Schwimmer auf Hockey steht

Pit Grohmann leistet beim Postsportverein Chemnitz ein Freiwilliges Soziales Jahr. Der 16-Jährige sieht das als gute Vorbereitung auf das Berufsleben.

In der Turnhalle der Diesterwegschule haben die neun- und zehnjährigen Hockey-Mädchen vom Postsportverein (PSV) Chemnitz Training. Doch bevor sie den Schläger in die Hand nehmen, ist Erwärmung angesagt. Das Kommando übernimmt Pit Grohmann - obwohl er kein Trainer oder Übungsleiter ist. Der 16-Jährige absolviert in der Abteilung Hockey beim PSV ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). "Es ist für mich ein Überbrückungsjahr. Ich hatte mich bei der Polizei beworben, merkte aber bei den Tests, dass mir in meinem jungen Alter noch ein paar Menschenkenntnisse und vor allem das Selbstbewusstsein gefehlt haben. Bei der nächsten Vorstellung hoffe ich, dass ich angenommen werde", sagt Grohmann.

Deshalb hat er sich entschieden, erst einmal ein FSJ anzugehen. "Ich denke, das ist eine gute Vorbereitung aufs Berufsleben. Der Umgang mit Menschen, in meinem Fall mit Kindern, stärkt das Selbstbewusstsein. Zudem sehe ich darin eine gute Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen", sagt der 16-Jährige. Und auch die Weiterbildung spielt eine Rolle beim FSJ. "Ich kann mir einige Lehrgänge heraussuchen, an denen ich teilnehmen will", sagt Grohmann.

Eigentlich hat sich der junge Mann einer ganz anderen Sportart verschrieben - dem Schwimmen. "Von 2010 bis 2016 gehörte ich dem Schwimm-Club Chemnitz an, belegte sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Wettkämpfen vordere Plätze. Doch jetzt betreibe ich keinen Leistungssport mehr, schwimme nur noch hobbymäßig", erzählt er. Eigentlich wollte er das FSJ beim Schwimm-Club absolvieren. "Aber dort verlangte man unter anderem einen Führerschein, denn man musste auch Kinder zum Training fahren", so Grohmann.

Und wie ist er zum Hockey gekommen? "Ich wollte irgendetwas in Sachen Sport machen und stieß dabei im Internet auf die Stelle beim PSV", erzählt der FSJler. Und er fand schnell Gefallen an dieser Sportart. Grohmann betreut Kinder und Jugendliche an sieben Schulen, versucht innerhalb von Ganztagsangeboten und Arbeitsgemeinschaften, Mädchen und Jungen für Hockey zu begeistern.

Froh darüber, dass es bis Ende August dieses Jahres wieder einen FSJler beim Postsportverein gibt, zeigt sich Nachwuchstrainer Stephan Lippmann. "Wir sind seit 2017 anerkannte Einsatzstelle für das FSJ der Sportjugend Sachsen", sagt er. Man beschäftige zum dritten Mal einen jungen Mann, der freiwillig mitarbeitet. "Mit Jari Schramm von Handwerk Rabenstein hält uns ein ehemaliger FSJler heute noch die Treue. Er betreut als Trainer die Jüngsten." Lippmann hofft, dass auch im nächsten Jahr beim Postsportverein wieder ein FSJler angestellt wird. "Sonst hätten wir ein Problem. Wer sollte denn am frühen Nachmittag an die Schulen gehen?", so der Nachwuchscoach.


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