Wenn selbst Rumpelstilzchen keinen Grund zum Meckern hat

Etwa 10.000 Zuschauer haben sich das Chemnitzer Eismärchen angeschaut. Im Hintergrund sorgten eine routinierte und eine junge Trainerin dafür, dass alles klappte. Auf dem Erfolg können sie sich jedoch nicht ausruhen.

Dieses kleine wütende Männlein kennt jedes Kind: Rumpelstilzchen will in Grimms Märchen das Kind der Königin, bekommt es aber nicht, weil sein Name erraten wird. Wütend schreit es schließlich nur noch den einen berühmten Satz : "Das hat dir der Teufel gesagt!" In der Version des Chemnitzer Eislauf-Clubs gibt es für den Titelhelden aber eigentlich keinen Grund zum Meckern. Denn "Rumpelstilzchen" konnte die Zuschauer begeistern. In fünf Vorstellungen waren von Donnerstag bis Samstag mehr als 120 Mitwirkende auf dem Eis, im Schnitt kamen 2000 Besucher zu jeder Aufführung.

"Und es hat alles funktioniert. Weil wir schon so lange verschiedene Eismärchen aufführen, werden wir von Jahr zu Jahr besser", sagte Monika Scheibe. Die erfahrene Eislauf-Trainerin - sie hatte schon Stars wie Mandy Wötzel, Ingo Steuer oder Robin Szolkowy unter ihren Fittichen - war für das Drehbuch und die Musikauswahl zuständig. "Als Stress möchte ich die ganzen Vorbereitungen und auch die Veranstaltungen selbst nicht bezeichnen. Es macht viel Arbeit, aber wir alle machen das gern", sagt die Ehrenpräsidentin des CEC. "Tausend Dank an alle, die mitgeholfen haben. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr."

Welches Märchen dann zur Aufführung kommt, wird in den kommenden Wochen besprochen. "Ich habe schon eines im Hinterkopf, aber das wird noch nicht verraten", sagt Stephanie Schneider. Die 27-Jährige frühere Eiskunstläuferin und hauptamtliche Trainerin hat mittlerweile einen Bürojob, um das Eislaufen kümmert sie sich nebenberuflich. Beim Eismärchen hatte sie bei der Choreografie, also den Abläufen der Tänze, den Hut aus. "Bei mehr als 120 Mitwirkenden ist das natürlich schon eine sportliche Aufgabe, aber wir haben sie gemeinsam gemeistert", sagt Stephanie Schneider. Während der Vorstellung war sie dafür verantwortlich, dass alle Mitwirkenden - vom Kleinkind bis zum Senioren war alles vertreten- zur rechten Zeit auf das Eis kamen und es auch keine Sekunde zu spät oder zu früh wieder verließen. "Das klingt schwieriger als es war, denn alle waren top vorbereitet. Es gab keine Notfälle", sagt die Trainerin.

Zeit zum Durchschnaufen bleibt nur kurz: Bereits in wenigen Wochen starten die Vorbereitungen für das Eismärchen 2018. Nachdem das Thema ausgewählt wurde, geht es ans Schreiben des Drehbuchs, die Auswahl der Musik, das Schneidern der Kostüme, die ersten Proben und vieles mehr. Alles passiert dabei ehrenamtlich. Und wenn Rumpelstilzchen dann nicht mehr auf dem Eis sondern nur noch auf der Zuschauertribüne sitzen sollte, wird es ganz sicher wieder keinen Grund zum Meckern finden.

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