Zwischen Spektakel und Leichtsinn

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Vor der Länderspielpause haben die Basketballer der Niners Chemnitz in der Bundesliga ein straffes Programm zu absolvieren. Der Auftakt gelang, wenn auch unnötig spannend.

Chemnitz.

Es steht 4:3 für seine Mannschaft, als sich Niners-Spieler George King rückwärts an den Korb hängt und den Ball spektakulär per Dunking versenkt. Diese Szene aus der Anfangsphase des so wichtigen Duells der Niners Chemnitz am Mittwochabend gegen den SC Rasta Vechta zeigte, dass der Aufsteiger durchaus Selbstvertrauen und Spaß am Spiel hat, sich von den vielen Problemen nicht unterkriegen lässt.

Nur Sekunden später. Es steht 6:3 für die Niners, die sich den Ball mit einer starken Verteidigung erobert haben. George King zieht zum Korb, will dann mit einem No-Look-Pass einen Mitspieler in seinem Rücken bedienen. Dort ist aber niemand. Der Ball springt ins Aus. Turnover nennt man im Basketball Ballverluste ohne Wurfversuch. 20 davon werden die Niners am Ende des Spiels auf dem Konto haben - 15 allein in den beiden Mittelvierteln. Die besten Mannschaften der Liga kommen im Durchschnitt auf etwa zehn Turnovers - im gesamten Spiel.

Es ist dieses Wandeln zwischen Spektakel und Leichtsinn, das das Spiel der Niners derzeit prägt. Und so wurde es beim 89:77-Sieg gegen Vechta unnötig spannend, weil die Gastgeber in entscheidenden Situationen oft die falschen Entscheidungen trafen. Kurz vor Ende des dritten Viertels - die Gäste hatten sich gerade auf 65:53 herangekämpft - waren noch zehn Sekunden zu spielen. Statt in Ruhe auf einen letzten Wurf zu gehen, versuchte ausgerechnet der erfahrene Niners-Spieler Virgil Matthews, das Spiel noch einmal schnell zu machen. Sein Pass landete beim Gegner. Statt mit 65:53 ging es mit 65:56 ins letzte Viertel.

"Wir haben viele Dinge richtig gemacht, aber auch zu viele Turnovers kassiert", sagte Niners-Trainer Rodrigo Pastore nach dem Spiel. Generell hätten seine Spieler in den wichtigen Phasen des Spiels aber gut reagiert, fügte der Argentinier noch an. Er meinte damit wohl auch die letzten Minuten, als vor allem Marcus Thornton treffsicher war und den am Ende doch noch recht deutlichen Sieg sicherte.

Pastore weiß, dass er dem Team nicht zu viele Vorwürfe dafür machen kann, dass es ligaweit die meisten Ballverluste hat. Nach der missglückten Verpflichtung von John Gillon fehlt weiter ein Point Guard, der das Spiel lenkt. Auf der Center-Position wird Jonas Richter nur vom angeschlagenen Joe Lawson (Achillessehnenprobleme) unterstützt. Angesichts dieser Personalsorgen ist Pastore froh, dass die Balance zwischen Spektakel und Leichtsinn noch passt. Das wird auch am Freitag gegen Bamberg und am Sonntag gegen München entscheidend sein, um mit weiteren Erfolgserlebnissen in die Länderspielpause zu gehen.

Liveticker Zu den Heimspielen der Niners gegen Bamberg am heutigen Freitag und gegen Bayern München am Sonntag gibt es jeweils ab 19.30 einen Liveticker auf www.freiepresse.de

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