Alte Motorräder, Roller und Autos bei legendärem Bergpreis

Die absolute Zeit spielte bei der 14. Auflage der Oldtimerveranstaltung in Bockau keine Rolle. Die Teilnehmer mussten Gefühl für Gleichmäßigkeit entwickeln.

Bockau.

120 Motorräder, Roller und Autos mit Straßenzulassung bis Baujahr 1989 rollten am Samstag beim 14. Bockauer Bergpreis vor, und ihre Fahrer absolvierten zwei Rundfahrten und Gleichmäßigkeitsprüfungen. Die Organisatoren der IG Bockauer Bergpreis, die rund 40 Helfer im Einsatz hatten, zeigen sich trotz des Wetters, das zwischen Regen und Sonnenschein schwankte, zufrieden. Der bisherige Organisationschef Gerd Zeeh sagte: "Es ist sehr gut gelaufen. Mein Nachfolger Klaus Müller führt den Bergpreis in gewohnter Art und Weise fort." Das Wichtigste sei immer, dass alles ohne Unfälle über die Bühne geht, so Zeeh. Letzteres war in diesem Jahr der Fall.

Die weiteste Anreise nahmen Jörg und Bärbel Riedel auf sich. Die Beiden kommen aus Dobbertin in Mecklenburg-Vorpommern und waren ihrem Mercedes Benz des Baujahrs 1933 angereist. In der Gesamtwertung des Gleichmäßigkeitswettbewerbs über alle Klassen hinweg, setzte sich Bastian Pfeiffer aus Wildenfels mit seiner Simson durch. Die Differenz lag bei ihm bei 0,41 Sekunden. Zweiter auf dem Treppchen war Hartmut Friedemann, der mit seinem Mercedes in der Klasse A 2, Fahrzeuge der Baujahrs 1971-1984, an den Start ging. Der Auer, der seit 2012 beim Bergpreis mitmischt, sagte: "Man muss konzentriert fahren und darf beim ersten Mal nicht zu schnell sein, um Reserven zu haben." Auch etwas Glück gehöre dazu. "Mit meinen beiden Enkeln hatte ich diesmal zwei Glückssterne in meinem Auto sitzen." Seine Differenz lag bei 1,71 Sekunden.

Nicht wesentlich mehr, nämlich 1,85 Sekunden Zeitunterschied, wurden beim Drittplatzierten der Pokalwertung, Andre Wappler, gemessen. Der 52-jährige Lauterer war auf zwei Rädern unterwegs und bewies auch das für die Gleichmäßigkeitsfahrten notwendig Zeitgefühl: "Letztes Jahr war ich mit einer MZ unterwegs, jetzt erstmals mit einer Moto-Guzzi. Dass es so gut gelaufen ist, freut mich." Doch er musste sich ins Ziel zittern: "Ich habe mich schon als Pechvogel des Tages gesehen. Bei Neidhardtsthal ist mit der Gasbowdenzug gerissen. Zum Glück hatte ich einen Rucksack voller Teile dabei."

Den Gleichmäßigkeitswettbewerb der Klasse A 1, Fahrzeuge bis Baujahr 1970, entschied Lothar Lässig für sich. Der Bockauer war das dritte Mal dabei und sagte mit einem Schmunzeln: "Der Sieg war eher Zufall." Doch ganz so zufällig schien er dann doch nicht gewesen zu sein: "Ich hatte eine gute Beifahrerin, die eine Stoppuhr in der Hand hatte. Ich musste einfach nur fahren." Es brauche ein gutes Team, um die Zeit richtig abzupassen. Neben der Fahrt im Oldtimer gefiel Lässig auch die Gelegenheit zum Fachsimpeln: "Man trifft sich und tauscht sich aus. In Oldtimer-Kreisen ist das wie in einer großen Familie."


Es sollen alle das Treffen, die Ausfahrt und das Drumherum genießen

Der Bockauer Bergpreis ist erstmalig unter Regie von Klaus Müller als Organisationsleiter gelaufen. Mit ihm hat Ralf Wendland danach gesprochen.

Sie hatten erstmals die Fäden in Ihren Händen. Wie war das?

Von der Organisation her hat alles geklappt. Wir sind zufrieden und die Teilnehmer sind es auch - und das ist wichtig. Selbst bin ich die Touren im Vorfeld mehrfach abgefahren. Landschaftlich ist das Erzgebirge immer wieder schön, das bestätigen die Teilnehmer.

Was verbindet sie selbst mit dem Motorsport?

Früher war ich im Motorrad-Geländesport unterwegs, bin autoverrückt und habe selbst einen Oldtimer, einen Mercedes 250 S. Damit waren wir vor zwei Wochen in Dobbertin in Mecklenburg-Vorpommern und sind dort für die weiteste Anreise geehrt worden. Der Organisator dort, Jörg Riedel, ist jetzt umgedreht bei uns für die weiteste Anreise prämiert worden.

Worauf legen Sie Wert beim Bockauer Bergpreis?

Es geht darum, dass alle Beteiligten einen schönen und angenehmen Tag verbringen. Es sollen alle das Treffen, die Ausfahrt und das Drumherum einfach genießen, ganz ohne Hektik und Stress. Was uns freut, ist, dass viele der Teilnehmer, die jetzt mit dabei gewesen sind, zugesichert haben, im kommenden Jahr wieder bei unserem Bockauer Bergpreis starten zu wollen.

Wo sehen Sie den Bockauer Bergpreis in der Zukunft?

Wir wollen die Veranstaltung auf einem attraktiven Niveau halten. Sicher werden sich hier und da Kleinigkeiten ändern müssen, aber das Große und Ganze bleibt erhalten. Man muss nicht immer etwas Neues erfinden. Schließlich gibt ohnehin den Trend, dass die älteren Fahrzeuge wegen ihrer ebenfalls älter werdenden Besitzer nicht mehr so häufig an den Start gehen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...