Am Fichtelberg für die College-Liga geschwitzt

Nach zweimonatigem Heimaturlaub setzt Anna-Maria Dietze nun ihr Studium in den USA fort. Auf die Skiläuferin aus Seiffen warten neben Seminaren auch hochkarätig besetzte Wettkämpfe.

Boulder/Seiffen.

In Salt Lake City hat Anna-Maria Dietze auf der Olympia-Strecke von 2002 ihre ersten Rennen im neuen Jahr bestritten. Dabei wusste die Skilangläuferin aus Seiffen, die seit August 2019 in den USA studiert, speziell im Sprint zu überzeugen. "Platz 4 kann sich bei diesem Fis-Rennen sehen lassen", sagt Vater Albrecht Dietze, der auch aus der Ferne stets auf dem Laufenden bleibt. Tags darauf sprang über 10 Kilometer - ebenfalls in der klassischen Technik - der 11. Platz heraus. Insgesamt sei dies eine gelungene Generalprobe für die in Kürze beginnende Saison der College-Liga gewesen, auf die sich die 21-Jährige daheim im Erzgebirge vorbereitet hat.

Obwohl Anna-Maria Dietze bereits im November von der University of Colorado in Boulder zurückgekehrt war, bekam ihre Familie sie im zweimonatigen Heimaturlaub eher selten zu sehen. "Sie hat mit einigen Sportlern ihrer ehemaligen Trainingsgruppe in Oberwiesenthal trainiert", berichtet ihr Vater und fügt hinzu: "Toll, dass der Kontakt zum Stützpunkt hält und sie bei ihren früheren Trainern Lutz und Lars Hähnel immer willkommen ist."

Schon von März bis August, als sie ihren College-Aufenthalt wegen der Corona-Pandemie unterbrechen musste, hatte sich die Sportlerin des Neuhausener Pulsschlag-Vereins am Fichtelberg fitgehalten. In den Wochen vor Weihnachten konnte sie mit ihren einstigen Trainern und Kollegen sogar auf Schnee trainieren und schwitzen, ehe es über die Feiertage die verdiente traditionelle Stärkung daheim in Seiffen gab. Der Bratwurst an Heiligabend folgte am ersten Feiertag der Gänsebraten samt Klößen - und in der darauffolgenden Nacht die Reise zum Flughafen nach Frankfurt. "Auf 500 Kilometern sind wir gerade mal drei Autos begegnet", schildert Albrecht Dietze diese "Geisterfahrt".

Mit dem Flieger ging es zurück über den Großen Teich, wo sich Anna-Maria Dietze bestens eingelebt hat. Inzwischen gehört sie fest zu den Büffeln - entsprechend des in den USA üblichen Beinamens, der im Fall der University of Colorado "Buffaloes" lautet. Vom Internat in Boulder ist die Erzgebirgerin in ein kleines Apartment nahe der Uni umgezogen, das sie zusammen mit der polnischen Weltcup-Läuferin Weronika Kaleta gemietet hat.

"Vielen jungen Sportlern aus dem In- und Ausland bietet das amerikanische College-System einen optimalen Weg", sagt Albrecht Dietze. Weil ambitionierte Athleten Stipendien erhalten und ihre Schule dafür mit starken Leistungen in den mit Interesse verfolgten College-Ligen vertreten, sei es für alle eine Win-win-Situation Für die 500 Sportler unter den 20.000 Studenten hat die Universität in Boulder sogar ein Athleten-Restaurant eingerichtet.

Trotz professioneller Trainingsbedingungen kommt der Unterricht keineswegs zu kurz. So hatte Anna-Maria Dietze auch daheim in Seiffen per Internet viel für ihr Physik-Studium zu tun. "Vor ihrem Continental-Cup-Rennen Anfang Dezember in Goms hat sie 4 Uhr morgens noch eine Online-Prüfung geschrieben", berichtet ihr Vater, der das durchwachsene Abschneiden in der Schweiz daher nicht überbewerten will. Ohnehin habe der Wettkampf nur als Training für die nahende College-Saison gedient.

Noch im Januar steht in der NCAA-Liga das erste von sechs Wettkampf-Wochenenden auf dem Programm. Im Einzel hat die 21-jährige Erzgebirgerin dabei ebenso das Podest im Visier wie als Team mit den Büffeln. Großer Favorit auf den Titel ist jedoch die Mannschaft der University of Utah, zu der mit Julia Richter eine gute Bekannte gehört. Die Sportlerin des SSV Sayda zeigte bei der Generalprobe in Salt Lake City mit zwei 3. Plätzen, dass auch sie sich in guter Form befindet.

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