"Anpfiff spätestens am 18. April"

Ob die Fußballer ihre Spielzeit noch irgendwie beenden können, bleibt weiterhin unklar. Viele Möglichkeiten gibt es jedoch nicht mehr.

Annaberg-Buchholz.

Die Uhr tickt für die Fußballer des Kreises. Noch immer gibt es keine wirkliche Perspektive, wann sie wieder gegen den Ball treten und um Punkte kämpfen. "Die Skepsis ist groß", sagt Thomas Roscher, der Chef des Spielausschusses beim Kreisverband Fußball (KVF) Erzgebirge. "Bei allen Öffnungsdiskussionen ist der Freizeit- und Breitensport noch gar nicht thematisiert worden." Was die Vereine selbst denken, hat der KVF in mehreren Videokonferenzen erörtert.

Das Interesse an diesen war groß: 82 der 95 Vereine haben, aufgeteilt in vier Konferenzen je nach Spielklasse, teilgenommen. "Es war eine sehr gute Zusammenarbeit", lobt Roscher die Beteiligung, auch die Rückmeldung der Teilnehmer sei durchweg positiv. Der hohe Aufwand hat sich also gelohnt, zumal es derzeit keine Alternativen zu dieser Art der Kommunikation zu geben scheint. "Die Vereine wollen auch wissen, wie es weitergeht", sagt der Königswalder. Es gilt aber weiterhin, dass alle von den Entscheidungen der Politik abhängig sind. "Je eher wir wissen, was wir wann dürfen, desto mehr Planungssicherheit gibt es."

Doch wie kann es weitergehen? "Es herrscht Einigkeit, dass die Hinrunde sportlich beendet werden soll", sagt Roscher. "Das ist notwendig, um Auf- und Absteiger zu ermitteln." Allerdings schließt sich das dafür notwendige Zeitfenster, denn eine Verlängerung der Spielzeit über den 30. Juni hinaus sei nicht möglich, so Roscher weiter. Damit steht bei noch zehn ausstehenden Spieltagen sowie bis zu vier Nachholpartien einiger Mannschaften fest, dass spätestens am 18. April der Anpfiff erfolgen müsste. "Spiele in der Wochenmitte fallen weg, Freitage sind allerdings als Nachholtermine möglich." Dazu gehören drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit, was bedeutet, dass Training spätestens ab 29. März möglich sein muss. "Bis Ostern wird also eine Entscheidung fallen müssen, wie wir mit der Saison weiter verfahren", so Roscher.

Sollte die Beendigung der Hinrunde nicht möglich sein, wäre der Saisonabbruch die Konsequenz, es gäbe eine "Nullsaison". "Die Spielklasseneinteilung bliebe bestehen, es gibt keine Auf- und Absteiger", sagt Roscher. Der Kreisklasse-Pokal könnte unter Umständen noch ausgespielt werden, gleiches gilt für die Kreisliga der Frauen, in der nur noch ein regulärer Spieltag sowie bis zu drei Nachholpartien offen sind. Das sei aber alles "Zukunftsmusik".

Auf Biegen und Brechen soll die Spielzeit nicht durchgezogen werden, in diesem Punkt seien sich alle einig gewesen, so Roscher. "Die Gesundheit steht an erster Stelle." Doch der KVF ist auch vom Sächsischen Fußballverband (SFV) abhängig. Sollte dieser auf Landesebene durchziehen und Absteiger melden, stehe der Kreis vor einem Problem. "Eine Aufstockung irgendeiner Art ist nicht drin, wir sind jetzt schon an der Grenze", so Roscher. Er hofft daher bereits früher auf eine klare Aussage des SFV. "Gibt es bei der nächsten Entscheidungsrunde der Politik keine Orientierung in Richtung Öffnung des Sports, sollte er die Konsequenz ziehen", sagt er. "Die Vereine brauchen Planungssicherheit." Die Tendenz in den anderen Kreisverbänden sei ähnlich. Aber es bleiben viele Fragen offen: "Es ist nicht klar, ob uns die Kommunen überhaupt auf die Sportstätten lassen und was bei positiven Corona-Tests passiert."

An die Planung der kommenden Spielzeit verschwendet der Königswalder als Vorsitzender des Spielausschusses noch keine Gedanken. "Die Staffeleinteilung könnte unter Umständen einfach übernommen werden", sagt er mit einem Schmunzeln. Mit Sorgen blickt er auf den Nachwuchs. "Dort werden viele Vereine, egal ob groß oder klein, Probleme bekommen." Das fehlende Training für die Kinder und Jugendlichen bringe viele Probleme für die Zukunft, so Roscher. "Einige werden sicher merken, dass es für sie auch ohne Fußball geht."

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