"Auch ohne Gold ein tolles Erlebnis"

Eine zwölfköpfige Abordnung des LV 90 Erzgebirge hat das EM-Finale von Christina Schwanitz hautnah miterlebt. Trotz des verpassten Titels überwog der positive Eindruck.

Berlin.

Weil Bundestrainer Sven Lang Tickets für die Leichtathletik-Europameisterschaft besorgen konnte, ist der LV 90 Erzgebirge am Mittwoch nicht nur im Berliner Kugelstoßring, sondern auch auf der Tribüne vertreten gewesen. Zwölf Vereinsmitglieder beziehungsweise Sponsoren verfolgten den Saisonhöhepunkt live mit - und schauten nach der Silbermedaille von Christina Schwanitz wie die Athletin selbst zunächst etwas enttäuscht drein. "Aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis und eine starke Leistung von ihr", sagt Klaus Schubert, der sich als Vorsitzender des LV-90-Fördervereins ebenfalls auf den Weg in die Hauptstadt gemacht hatte.

Im Olympiastadion sei es im wahrsten Sinne des Wortes heiß hergegangen. "Das Thermometer zeigte bei unserer Ankunft 39 Grad Celsius", berichtet der Thumer. Doch als er und die anderen Erzgebirger mitsamt dem Gelenauer Bürgermeister Knut Schreiter in der 20. Reihe Platz genommen hatten, waren die Strapazen egal. "Von dort aus hatten wir eine optimale Sicht auf die Kugelstoßerinnen", sagt Schubert. Als Christina Schwanitz endlich an der Reihe war, schaute der 68-Jährige ganz genau hin. Mit ihrem Auftakt von 19,19 Metern, die lange Zeit die Führung bedeuteten, war er zufrieden. "Aber dann lief es nicht mehr rund", schildert Klaus Schubert seine Eindrücke. Er vermisste nicht nur den Zopf, den sich die zweifache Europameisterin früher in einem Ritual gerichtet hatte, sondern auch die Konzentrationsphase im Ring. "Es waren so kleine Nebensächlichkeiten", so Schubert. Womöglich trugen diese dazu bei, dass Christina Schwanitz den Konter der Polin Paulina Guba (19,33 m) im letzten Versuch nicht erwidern konnte.

"Sven Lang wirkte schon mächtig angefressen", berichtet Schubert. Er selbst und die anderen Mitglieder der LV-90-Delegation zollten dem Aushängeschild ihres Vereins nach der ersten Enttäuschung dann allerdings doch großen Respekt: "Was sie nach ihrer Babypause und trotz des Autounfalls vor zwei Wochen geleistet hat, war richtig stark."

Und die erhoffte Goldmedaille durften die Erzgebirger dann dank Zehnkampf-König Arthur Abele am Ende des Abends doch noch bejubeln. "Das war ein krönender Abschluss. Die Stimmung im Stadion war wirklich super", zeigte sich Klaus Schubert beeindruckt. Angesichts der vielen fast zeitgleichen Entscheidungen sei es mitunter allerdings schwierig gewesen, alles im Auge zu behalten. Außerdem blieben die Zuschauer stets auf Distanz. "Am 17. August wird das Publikum bei unserem Thumer Werfertag dafür wieder hautnah an den Sportlern dran sein", blickte der Vorsitzende des Fördervereins bereits auf den nächsten Höhepunkt voraus.

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