Aue bittet Eisenach zum "Höllentanz"

Ein traditionsreiches Ost-Derby steht in der 2. Handball-Bundesliga bevor. Der EHV empfängt an diesem Sonnabend den Aufsteiger aus Thüringen. Ein Duell, das Spannung und Würze verspricht.

Lößnitz.

Mit dem umjubelten Auswärtssieg gegen den TV Hüttenberg im Rücken kann fast nichts mehr schief gehen. Als Tabellenzehnter mit 8:10 Punkten liegt Handball-Zweitligist EHV Aue derzeit voll im Soll. Da kommt das Ost- und Traditionsderby gegen ThSV Eisenach genau richtig. Auch wenn Großes auf die Gastgeber zurollt. Denn am Sonnabend ab 17 Uhr läuft in der Lößnitzer Erzgebirgshalle mit dem Team aus Thüringen der aktuelle Vierte auf - eine Platzierung, die wohl selbst die Gäste als Aufsteiger aus Liga 3 ein bisschen überrascht.

"Das ist schon ordentlich und eine durchaus beeindruckende Leistung", zollt Aues Trainer Stephan Swat der bisherigen Saisonbilanz des ThSV Respekt. Wobei er von Beginn an mit einer starken Truppe gerechnet hatte, die sich mit Vollprofis verstärkte, um in der 2. Liga zu bestehen. Zuletzt trafen der EHV und Eisenach am 26. Dezember 2017 im regulären Spielbetrieb aufeinander - das 27:27 von damals würde Swat vielleicht sogar sofort unterschreiben. Oder doch nicht? "Im Derby, so abgedroschen es klingt, ist alles möglich. Und gegen Eisenach wird es ein richtig heißer Tanz."

Nicht zuletzt die Fans der Landesnachbarn, die in mehreren Bussen anreisen, seien eine Macht. "Die machen selbst auswärts richtig Rabatz. Umso mehr brauchen auch wir unsere treue und berüchtigte Anhängerschar, um die Halle wieder zur Hölle werden zu lassen." Die antreibende Kraft von den Rängen und das eigene Selbstbewusstsein seien die Schlüssel zum Erfolg. "Der Funke muss überspringen, dann geht alles. Vor allem nachdem wir zuletzt in Hüttenberg cool blieben, auch als es noch mal richtig eng wurde."

Der Auswärtspartie folgte eine kurze Pause. Nun sind alle aus ihren freien Tagen oder von den Einheiten mit der jeweiligen Nationalmannschaft wieder gesund und munter zurück. "Es kann weitergehen", sagt der Auer Trainer und setzt auf eine starke Abwehr, um Freiräume für die Offensive zu schaffen. "Wir müssen im Angriff flexibel sein, weil wir es mit einem breit und qualitativ sehr gut aufgestellten Gegner zu tun kriegen." Sein Team bereite sich auf alles vor. "Denn klein beigeben ist nicht unser Ding", so Swat.

Das wiederum ist den Eisenachern bewusst. Ihr kroatischer Trainer Sead Hasanefendic reist trotz der vier Heimsiege in Folge - teils gegen Spitzenteams wie Hamm-Westfalen und Essen - mit Respekt ins Erzgebirge. Platz 4 sei eine schöne Momentaufnahme. "Nach und nach haben wir uns gefunden." Aue als etablierte Zweitliga-Mannschaft setze auf robuste Spielweise und Heimstärke. "Das ist nichts für weiche Kerle", so Hasanefendic, der beim EHV gut ausgebildete Spieler mit viel Kampfgeist ausgemacht hat. Speziell im Rückraum sei Aue gut besetzt. So dürfen sich Fans beider Lager auf ein großes Handballfest unter Traditionsvereinen freuen.

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